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Laichingen

08.10.2011

Mord an Blumenhändler: Soko stößt auf rätselhafte Todesfälle

Polizeibeamte stehen auf dem abgesperrten Gelaende einer Blumenhandlung in Laichingen.
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Polizeibeamte stehen auf dem abgesperrten Gelaende einer Blumenhandlung in Laichingen.
Bild: Donau 3 FM

Nach dem Mord an dem Blumenhändler in Laichingen ermittelt die Soko in alle Richtungen. Auffällig: Immer wieder stoßen die Ermittler auf rätselhafte Todesfälle.

Leibi/ Laichingen Auch die umfangreichen Befragungen von Bürgern in der Silcherstraße des Nersinger Ortsteils Leibi hat die Ulmer Polizei bei der Suche nach dem Mörder von Mühettin L. keinen entscheidenden Schritt weitergebracht. Die Ermittlungen haben auch vier Tage nach der Bluttat an dem 44-jährigen Türken noch keine heiße Spur ergeben. Was unsere Zeitung gestern exclusiv berichtete, hat die Polizei nun gestern offiziell bestätigt: Bei der Tatwaffe handelt es sich nicht um die Pistole vom tschechischen Typ Ceska, mit der im Zeitraum von 2000 bis 2006 acht türkische und ein griechischer Geschäftsmann erschossen worden sind.

Die Polizei hatte es von Anbeginn der Ermittlungen als abwegig bezeichnet, dass die Bluttat in Laichingen mit der Serie der so genannten „Döner-Morde“ zusammenhängen könnte. Gänzlich ausschließen wollte dies gestern Polizeisprecher Wolfgang Jürgens aber auch wieder nicht. Es könne schließlich sein, dass der Serienmörder die Waffe gewechselt hat.

Konkrete Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Laichinger Fall und der Mordserie gebe es aber bislang noch nicht. „Wir ermitteln in alle Richtungen, sammeln Spuren und Fakten- das muss aber alles noch genauestens ausgewertet werden“, sagte Jürgens. Eine ganz heiße Spur sei aber bislang noch nicht erkennbar.

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Die türkische Tageszeitung Hürriyet berichtet unterdessen, dass sich der getötete Blumenhändler in Laichingen seit Längerem bedroht gefühlt habe. Gegenüber seinen Angehörigen habe er sogar von einem Auftragsmörder gesprochen, der möglicherweise hinter ihm her war. Die Polizei überprüft aber auch die geschäftlichen Aktivitäten des getöteten Türken auf ein mögliches Mordmotiv.

Der 44-Jährige war am Dienstag gegen vier Uhr morgens mit vier Schüssen niedergestreckt worden, als er auf dem Firmenparkplatz Blumen und Pflanzen auslud, die er zuvor in Holland geholt hatte. Seine Mitarbeiter hörten die Schüsse und rannten zu dem Lastwagen, aus dem er die Waren ausgeladen hatte. Dort fanden die Angestellten ihren sterbenden Chef am Boden liegend vor. Kurz darauf starb er an den Folgen seiner schweren Verletzungen.

Seither fahnden die aus 40 Kriminalbeamten gebildete Sonderkommission „Blume“ nach dem oder den Tätern. Ziel der Ermittlungen ist auch das familiäre Umfeld des Opfers, das seit mehreren Jahren mit einer Witwe im Nersinger Ortsteil Leibi gewohnt hat. Die Frau ist Mutter von vier Kindern im Alter zwischen 13 und 19 Jahren.

Paar ist erst vor Kurzem in ein Einfamilienhaus umgezogen

Erst vor wenigen Wochen hat das Paar, das bislang in einer relativ kleinen Eigentumswohnung an der Silcherstraße gewohnt hat, ein stattliches Einfamilienhaus westlich der dortigen Wohnblöcke gekauft und war Zug und Zug dorthin umgezogen. Die Polizei nimmt jetzt auch die Familienverhältnisse genauestens unter die Lupe, weil möglicherweise das Mordmotiv im persönlichen Bereich zu suchen sei.

Auffällig für die Ermittler in der Soko Blume: Immer wieder stoßen sie auf rätselhafte Todesfälle. Der Vorbesitzer des Laichinger Blumengeschäftes und sein Schwiegersohn sind 1999 ermordet worden und waren lange Zeit verschwunden. Dabei handelte es sich um zwei Kurden. Ihre Leichen wurden später in einem Massengrab gefunden. Auffälligkeit Nummer 2: Der Ehemann der Lebensgefährtin von Mühettin L. hat sich vor etwa vier Jahren bei Burgau erhängt.

Die Frau des Mordopfers lebt zusammen mit den gemeinsamen Kindern in der Türkei. Dorthin wird die Leiche des 44-Jährigen gebracht. In der Nähe der Stadt Karatzova soll er beigesetzt werden.

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