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Ulm

10.10.2017

Mordmotiv: Homophobie

Symbolfoto
Bild: Alexander Kaya

Jugendlicher nach Tat in Schillerstraße bald vor Gericht.

Aus Hass auf Homosexuelle soll ein obdachloser Jugendlicher seinen 64-jährigen Gastgeber erstochen und in dessen Wohnung in der Ulmer Schillerstraße ein Feuer gelegt haben. Dafür muss sich der 16-Jährige vom 21. November an vor dem Landgericht Ulm verantworten. Das teilte das Gericht am Dienstag auf Anfrage mit.

Für den Prozess gegen den zur Tatzeit 15-Jährigen seien sieben Verhandlungstage bis Ende Januar vorgesehen, sagte der Sprecher des Landgerichts, Wolfgang Tresenreiter. Das Verfahren gegen den Jugendlichen finde unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord in Tateinheit mit Raub sowie schwere Brandstiftung vor. Der Jugendliche soll den 64-Jährigen am 23. Mai in dessen Wohnung mit einem Küchenmesser erstochen und danach ein Sofa sowie Kleidungsstücke angezündet haben. Aus der Wohnung soll er Bargeld und eine Kamera gestohlen haben. Die Feuerwehr konnte eine Ausweitung des Brandes verhindern.

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Der geständige Beschuldigte soll sein Opfer in der Nähe des Ulmer Bahnhofs um etwas zu trinken, zu rauchen und einen Schlafplatz gebeten haben, woraufhin der Mann ihn mitnahm. In der Wohnung soll der 64-Jährige den Jugendlichen zum Sex aufgefordert, ihn aber nicht bedrängt haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass den Beschuldigten „bei der Tat seine generelle Abneigung und Verachtung von Homosexuellen geleitet haben dürfte“.

Der mutmaßliche Mörder wurde wenige Tage später festgenommen. Bereits zwei Tage vor der Bluttat soll der Angeschuldigte in einem Wohnhaus in Beimerstetten (Alb-Donau-Kreis) ein Feuer gelegt haben, um sich bei einem Bewohner für eine Strafanzeige gegen ihn zu rächen. Der Sachbearbeiter bei der Polizei, der sich mit diesem Fall beschäftigte, erkannte, dass es sich um denselben Täter handeln könnte wie in Ulm. (dpa)

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