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Neu-Ulm: Verkaufsoffener Sonntag: Schmuddelwetter macht Lust auf Shopping

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Verkaufsoffener Sonntag: Schmuddelwetter macht Lust auf Shopping

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    In der Glacis-Galerie in Neu-Ulm war am verkaufsoffenen Sonntag viel los. Unter die Besucher mischten sich Cosplayer wie Judith Bahr (links) aus Neu-Ulm und Miriam Piuk aus Ingolstadt.
    In der Glacis-Galerie in Neu-Ulm war am verkaufsoffenen Sonntag viel los. Unter die Besucher mischten sich Cosplayer wie Judith Bahr (links) aus Neu-Ulm und Miriam Piuk aus Ingolstadt. Foto: Felix Oechsler

    Gleich mehrere Veranstaltungen und zudem der verkaufsoffene Sonntag lockten am Wochenende bei Winterjacken-Temperaturen und Regengüssen die Schau- und Kauflustigen in die Neu-Ulmer Innenstadt, wo der – in Niveau, Ideenreichtum und Kreativität in diesem Jahr herausragende – Kunsthandwerkermarkt sein 25-jähriges Bestehen feierte, während gleich nebenan im Edwin-Scharff-Museum dessen 20-Jähriges und gleichzeitig zehn Jahre Kindermuseum gefeiert wurden. Zwar weniger im oft nassen Außenbereich, wo Kindern mit vielfältigen Ideen ein „Perspektivwechsel“ geboten wurde, aber gerade im Innenbereich hatte das Museum starken Zulauf, manchmal auch deshalb, weil Passanten und Marktbesucher vor Regengüssen ins Museum flohen und sich dann dort umsahen. Der verkaufsoffene Sonntag litt nicht unter den Temperaturen im deutlich einstelligen Bereich, im Gegenteil.

    Klappmaul-Handpuppen-Tiere erzählen Geschichten aus dem prallen Leben

    Friedrich Barleben aus Endingen am Kaiserstuhl unterhielt die Besucher des Kunsthandwerkermarktes, indem er seine charaktervollen, aus Mohair handgefertigten Klappmaul-Handpuppen-Tiere Geschichten aus dem prallen Leben erzählen ließ. Die Neu-Ulmer brauchen sich nicht zu wundern, wenn Waschbär Vito ab dem heutigen Montag ihre Biotonnen durchsucht – schließlich, so lässt Barleben die Handpuppe erzählen, habe er mit der Neu-Ulmer Stadtverwaltung mal Klartext gesprochen, weil er sich diskriminiert fühlt, und habe eine Anstellung als Biomülltonnenprüfer erhalten. Fuchs von Räudenfell neben ihm, dem Barleben Wesenszüge eines jungen Pädagogen verlieh, bekam dieweil schnell ein neues Zuhause, weil sich eine Kundin spontan in ihn verliebte. Da hatte es Ratte „Hein Tüddel“ als Lehrer alter Schule schon schwerer.

    Gräsersteine machen Lust auf Frühling

    Aus dem hessischen Erbsdorfergrund kam Keramikerin Hanna Küttner nach Neu-Ulm. Ihre aus Keramik geformten „Gräsersteine“ wirken wie echter Stein. Feine Löcher bieten Platz, zarte und sonst im Blumenstrauß untergehende Wiesenkräuter groß zur Wirkung zu bringen, während in Mulden zwischen ihnen Moos oder farblich passende Steinchen platziert werden können. Schräg ging es zu am Stand von Claudia Vest, wo bewusst schief geformtes Geschirr vor allem Kundinnen mit Lust auf das Besondere faszinierte, und manch Überraschendes war überall auf dem Markt zu entdecken: Jürgen Wolfs dekorative Raumgestaltungselemente aus Glas, Stahl, Eisen und Stein beispielsweise – oder auch ganz einfach im Vorbeigehen die Tortenplatte, in deren Design Abbilder von Ameisen in Naturgröße so täuschend echt eingearbeitet sind, dass die Platte bei abnehmendem Kuchen zum verblüffenden Besucherschreck werden kann.

    Im Edwin-Scharff-Museum verzauberten „Brekkies Inn“ mit schwäbisch-alemannischer Weltmusik und vor allem mit Tücherfiguren, die die großen und kleinen Besucher zum Tanzen bringen konnten. Passend dazu wurde am späteren Samstagnachmittag ein kostenloser Marionettenspiel-Schnupperkurs angeboten.

    In der Glacis-Galerie waren Cosplayer unterwegs

    Autokennzeichen aus einem Umkreis von etwa 100 Kilometern waren im Parkhaus der Glacis-Galerie zu sehen, die sich bei kostenfreiem Parken gut füllte. Jan Spijkers von der Galerie-Agentur war überrascht und begeistert von der Zahl der Cosplayer, die – angemeldet oder auch einfach spontan – zum Contest in die Galerie gekommen waren. Freilich gab es beim Wettbewerb ums aufwendigste Kostüm und die möglichst originalgetreue Performance einer Science-Fiction- oder Computerspielfigur auch Einkaufsgutscheine zu gewinnen, aber zum Auftritt der Teilnehmer gehörte es auch, in der Galerie zu flanieren und sich von Besuchern ansprechen zu lassen. Etwa sechs Monate Arbeit und tausend Euro stecken in ihrem Schaumstoff-Kostüm, erzählte Cosplayerin Leah, die sich für den gestrigen Sonntag in die Figur Nuka Cola T51b aus dem Computerspiel Fallout verwandelt hatte. Leah hatte viel Spaß am Auftritt. „Nur ist es ganz schön warm im Kostüm“, gab sie lachend zu.

    Florian Fuchs, seit einem Jahr Neu-Ulmer City-Manager, ist vor allem begeistert vom diesjährigen Niveau und der Qualität des Kunsthandwerkermarktes. „Und auch alles andere drumherum läuft gut“, sagte er am Sonntagnachmittag. Aber nicht nur in der Innenstadt, sondern auch im Starkfeld sei der Andrang groß gewesen, wie man an den vollen Parkplätzen gesehen habe. „Schade ist nur, dass das Frühjahrsfest auf dem Rathausplatz nicht stattfinden konnte.“

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