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Neu-Ulm

19.11.2019

Neu-Ulm empfängt die Blasmusik-Welt

Bei Meisterkursen, wie hier 2018 bei Toni Scholl, können Dirigenten viel lernen.
Bild: Alexander Vollertsen/PT Prod.

Vom 16. bis 19. Januar findet im Edwin-Scharff-Haus der zweite Internationale Blasmusik-Kongress statt. Der bietet auch für Nicht-Musiker viel.

Wenn der Komponist Jacob de Haan spricht, hören die Musiker zu. „Ich glaube, die Blasmusikszene in Deutschland braucht so etwas“, sagte der Niederländer über den ersten Internationalen Blasmusik-Kongress (IBK) im Januar 2018 in Neu-Ulm. Aber nicht nur wegen dieser positiven Rückmeldung steht eine Neuauflage an: Vom 16. bis 19. Januar gibt es im Edwin-Scharff-Haus wieder Workshops, Vorträge, Diskussionsrunden, Stände von Instrumentenherstellern – und natürlich viel Musik. „Wir haben uns auf den Weg gemacht, jetzt geht es in die zweite Runde“, freut sich Miriam Tressel, die zusammen mit Alexandra Link den IBK organisiert, bei einer Pressekonferenz.

Beide Frauen kennen die Blasmusikszene aus dem Effeff: Tressel ist unter anderem Geschäftsführerin der Bläserphilharmonie Baden-Württemberg, Link betreut Künstler in Sachen Marketing und Management. Beide sind also gut vernetzt – und wissen daher, was Blasmusiker brauchen und wollen. Die Premiere 2018 war mit 1000 Teilnehmern und Konzertbesuchern bereits ein guter Start, für die zweite Auflage erhoffen Tressel und Link noch mehr Zuspruch. Für den Kongress haben sie nach eigenen Angaben sämtliche Tagungsräume im Scharff-Haus und im benachbarten Golden-Tulip-Hotel gemietet.

150 Stunden Vorträge und Workshops mit prominenten Dozenten

Dort soll an den vier Tagen einiges geboten sein. 150 Stunden Vortrags- und Workshopprogramm sind geplant, die 90 Dozenten kommen den Organisatoren zufolge aus elf Ländern: Aktive Musiker können unter anderem an ihrer Spieltechnik arbeiten und etwas über die Pflege ihrer Instrumente lernen, Vereinsverantwortliche Tipps für Finanzierungsmöglichkeiten und Jugendarbeit bekommen, Dirigenten Meisterkurse bei prominenten Kollegen wie dem Schweizer Franco Cesarini, dem Belgier Yves Segers oder dem in der Region gern gesehenen Toni Scholl. Dazu präsentieren sich Komponisten den Teilnehmern: Zugesagt haben unter anderem Jan Van der Roost und der anfangs erwähnte Jacob de Haan. „Die berühmtesten Komponisten sind da“, sagt Mitorganisatorin Link. Bei „Reading Sessions“ können die Teilnehmer in neue Kompositionen hineinhören beziehungsweise selbst mitspielen. Überhaupt, so Tressel, sei „wichtig, dass jeder sein Instrument mitbringt“.

Neu-Ulm empfängt die Blasmusik-Welt

Der IBK soll ein Treffpunkt für alle sein, die – in welcher Form auch immer – mit Blasmusik zu tun haben, ein Ort, bei dem man ins Gespräch kommt, Kontakte knüpft und Neues kennenlernt. Als Messe betrachten ihn die Organisatorinnen nicht, „aber die Aussteller sind das Fundament, auf dem wir das Gebäude IBK bauen können“, erklärt Link bildhaft. Bislang haben 36 Firmen und Organisationen für die allen Besuchern kostenlos offenstehende Ausstellung zugesagt, darunter der Allgäu-Schwäbische Musikbund, der Musikverlag Helbling, der Militärmusikdienst der Bundeswehr, der Ulmer Musikhändler Reisser und der Instrumentenhersteller Buffet Crampon.

Kongress Neu-Ulm: Vorbild kommt aus den USA

Dessen Marketingdirektor Andreas Gafke erklärt bei dem Pressegespräch, warum seine Firma wieder nach Neu-Ulm kommt. „Wir Hersteller müssen aus der Anonymität raus“, näher an die Zielgruppe heran, als dies etwa bei großen Musikmessen möglich sei. Der IBK sei dafür sehr gut geeignet, „das haben wir in Deutschland in der Form so noch nicht“, so Gafke. Im Edwin-Scharff-Haus kämen Musiker, Orchester und Verlage zusammen, fast wie bei der Konferenz „The Midwest Clinic“, die jährlich etwa 17000 Besucher nach Chicago lockt. Mit der gewaltigen „Midwest“ wollen sich die Organisatorinnen freilich nicht vergleichen, sie eifern eher dem Musikschulkongress nach.

Der IBK richtet sich nicht nur an Blasmusiker, sondern auch an die, die gerne zuhören – und bietet an allen Tagen ein hochkarätig besetztes Konzertprogramm. Im Edwin-Scharff-Haus treten unter anderem die Schweizer Civica Filarmonica di Lugano unter Leitung von Franco Cesarini (Samstag, 18. Januar, 20.30 Uhr) und die belgische Koninklijke Muziekkapel van de Gidsen mit Dirigent Yves Segers (Sonntag, 19. Januar, 12.30 Uhr) auf.

Für den Kongress läuft noch bis 30. November die Frühbucherphase, es ist sowohl eine Registrierung für die Gesamtveranstaltung (ab 144 Euro) als auch für Einzeltage (ab 30 Euro) möglich, jeweils wahlweise mit oder ohne Besuch der Konzerte. Die Anmeldung läuft über die Website ib-kongress-com. Ab 1. Dezember gelten die regulären Preise. Karten für die Konzerte gibt es unter anderem auch bei Blende 22 in Neu-Ulm, Augsburger Straße 26, Telefon 0731/6021597.

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