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Ulm

15.06.2019

Neue Aufzüge am Ulmer Hautpbahnhof: Barrierefrei zum Bahnsteig

Eine Verbesserung für Rollstuhlfahrer und viele andere: Die Aufzüge am Ulmer Hauptbahnhof sind jetzt benutzbar.
Bild: Andreas Brücken

Vier neue Aufzüge bringen Reisende in Ulm bequemer zu den Zügen. Doch es gibt auch Kritik am Millionenprojekt - und den Wunsch nach mehr.

Denis Spill ist auf seinen Rollstuhl angewiesen. Wenn er mit der Bahn vom Ulmer Hauptbahnhof abfahren wollte, waren die Bahnsteige und damit auch die Züge für ihn bisher nur über die Rampen der Unterführungen zu erreichen. „Eine richtig steiler Berg“ seien die Zugänge bisher gewesen, berichtet Spill. Mit der offiziellen Einweihung der Aufzüge hat sich das geändert.

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7,9 Millionen Euro hat das Gemeinschaftsprojekt der Stadt Ulm und der Deutschen Bahn gekostet. Nun sind die Bahnsteige sowohl vom Bahnhofsplatz als auch von der Schillerstraße barrierefrei zu erreichen. Im September begannen die Arbeiten für die vier vollverglasten Aufzüge und die Treppenaufgänge. Dieter Maier, Leiter des Bahnhofsmanagements, sprach bei Eröffnung am Freitag davon, dass der Ulmer Hauptbahnhof mit täglich mehr als 40.000 Reisenden durch die barrierefreien Zugänge einen enormen Mehrwert erhalte. Nicht nur Fahrgäste mit Gehbehinderungen oder mit Kinderwagen kämen so deutlich schneller zu den Zügen.

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Täglich 40.000 Reisende am Hauptbahnhof in Ulm

Rollstuhlfahrer Spill muss jedoch auch in Zukunft etwas mehr Zeit für den Bahnhof einzuplanen. Schließlich seien die Aufzüge in der vergangenheit immer wieder defekt gewesen, wie am Zugang über die Schillerstraße. „Dann bin ich auf einen Assistenten angewiesen“, sagt Spill. Gut wäre es aus seiner Sicht deshalb, wenn das Bahnhofspersonal über solche Ausfälle Bescheid wüsste.

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Franz Nemec ist ebenfalls im Rollstuhl unterwegs. Auch er findet kritikwürdige Punkte an den neuen Aufzüge. So sei es zwar für Menschen mit einer Sehbehinderung praktisch, wenn eine Stimme in der Fahrkabine das erreichte Stockwerk ansagt. Doch Nemec findet, dass dann auch angekündigte werden sollte, in welche Richtung sich die Bahnhofsbesucher weiter bewegen müssen, um einen Anschlusszug oder den Ausgang zu erreichen.

Die nächste Neuerung am Ulmer Bahnhof folgt 2020

Stadtrat Siegfried Keppler genügt die Neuerung indes nicht. In einem Antrag an den Oberbürgermeister fordert er je eine weitere Aufzugsanlage auf der Innenstadtseite und an der Schillerstraße. Denn die Mobilität habe sich verändert.

Mit einem symbolischen Schnitt durch ein rotes Band nahmen Dieter Maier, Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch und einige Gemeinderäte die Anlage in Betrieb. „Die Stadt freut sich, dass nun die Bahnsteige über den städtischen Fußgängersteg auch von der Schillerstraße direkt erreichbar sind. Nun hoffen wir, dass die Deutsche Bahn auch bald die Erneuerung des Bahnhofsgebäudes und der Personenunterführung in Angriff nehmen wird“, sagte Czisch. Die gute Zusammenarbeit von Bahn und Stadt komme mit dem Gemeinschaftsprojekt einmal mehr zum Ausdruck, fuhr er fort. Für die Zukunft äußerte der Rathauschef einen Wunsch: „Ich hoffe, dass die Dreckspatzen endlich einsehen werden, ihren Müll nicht im Fußgängersteg oder in den Aufzügen liegen lassen.“

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Voraussichtlich für das Frühjahr 2020 hat die Bahn für den Bahnhofssteg die nächste Generation von Fahrgastinformationssystemen angekündigt: Zwei Informationsmonitore sollen dann vollautomatisch über einfahrende Züge oder Verspätungen informieren.

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