1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Neue Mitte prägt die Ulmer City

31.12.2010

Neue Mitte prägt die Ulmer City

Neue Mitte prägt die Ulmer City
5 Bilder
Über viele Monate hinweg war die Neue Straße eine Großbaustelle - zum Leidwesen von Einzelhändlern, Kunden und Anwohnern. Foto: arc
Bild: arc

Was ist ein Jahrzehnt? Für die meisten Menschen ist die Zeit von 2000 bis 2010 ein Jahrzehnt - auch wenn das tatsächlich elf Jahre sind. Die "Nuller-Jahre" (2000 bis 2009) sind schon vorbei. Das Jahrzehnt im geschichtlichen Sinn (2001 bis 2010) geht jetzt zu Ende. Sicher ist: In dieser Zeit ist viel passiert in der Region. Die NUZ blickt in den kommenden Tagen zurück auf das, was vor Ihrer Haustür passiert ist.

Ulm Mit der Umgestaltung der Neuen Straße zur Neuen Mitte hat sich die Ulmer Innenstadt tief greifend verändert. Doch auch an vielen anderen Ecken wurde kräftig gebaut. Am Ende des Jahrzehnts wurden die Weichen für ein weiteres Großprojekt gestellt: das Bahnhofsgelände wird komplett erneuert.

2001:

Die Ulmer Hauptverkehrsader erhält ein neues Gesicht. Der Gemeinderat bringt die Umgestaltung der Neuen Straße auf den Weg. Der Grundstein für eine neue Bibliothek wird gelegt. Aus dem alten Stadtbad wird das "Haus der Musik".

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Elf Monate nach den tödlichen Schüssen zweier Polizisten auf einen geistig Behinderten stellt die Staatsanwaltschaft Ulm das Verfahren gegen die beiden Beamten ein. Sie hatten 26 Schüsse auf einen Vietnamesen abgegeben, der aus dem "Tannenhof" ausgebüxt und mit einer Spielzeug-Kalaschnikow unterwegs war.

2002:

Die Wogen um ein geplantes Einkaufszentrum am Ulmer Hauptbahnhof schlagen hoch. Vor allem die Einzelhändler der Innenstadt sehen mit dem ECE schwere Zeiten auf sich zukommen. Verwirklicht wird das Großprojekt aber nie. Weil das Regierungspräsidium Tübingen eine deutliche Verkleinerung der Verkaufsfläche fordert, steigt der Investor Jahre später aus.

Auch die Grabungen in der Neuen Straße sorgen für Ärger. Die ansässigen Händler klagen über dramatische Umsatzeinbrüche durch die Großbaustelle.

In der Olgastraße eröffnet die IHK Ulm ihr neues "Haus der Wirtschaft".

2003:

Das Kino "Xinedome" am Lederhof öffnet seine Pforten.

Mit dem "Combino" hält eine neue Straßenbahn-Ära ihren Einzug in Ulm.

In der Neuen Straße wird der Grundstein für eine neue Tiefgarage gelegt. Oben drüber entstehen ein neues Sparkassengebäude, die Kunsthalle Weishaupt und ein Markenkaufhaus.

Auf dem früheren Gelände des Güterbahnhofs öffnet das schwedische Möbelhaus Ikea seine Pforten.

2004:

Der 95. Deutsche Katholikentag unter dem Motto "Leben aus Gottes Kraft" lockt 35 000 Gläubige aus der ganzen Welt an. Die 1150-Jahrfeier der Stadt, die Einstein-Gedenkfeier und das Donaufest machen den Veranstaltungsmarathon komplett.

Die Innenstadt erhält ein neues Wahrzeichen: die "Glaspyramide" hinterm Rathaus, die neue Zentralbibliothek.

Erstmals in ihrer Geschichte hat die Stadt Ulm eine Bürgermeisterin. Der Gemeinderat wählt Sabine Mayer-Dölle in das Amt der Kultur- und Sozialdezernentin.

2005:

Die Neue Mitte nimmt Gestalt an. Das Ende der Großbaustelle ist absehbar.

Im Ulmer Norden wird der neue Containerbahnhof eröffnet. Drum herum entsteht ein Güterverkehrszentrum.

Die Münsterglocken schweigen: Der Glockenstuhl in Ulms Wahrzeichen ist so stark beschädigt, dass das Geläut sofort stillgelegt werden muss. Alle 13 Glocken müssen runter.

Zeitenwende bei der Bundeswehr: Das II. Korps wird außer Dienst gestellt. Es geht über in das neue Kommando Operative Führung Eingreifkräfte. Aus dem Korps wird ein mobiles Hauptquartier für von der EU geführte Auslandseinsätze.

2006:

Die Fußball-WM im eigenen Land löst eine Welle der Begeisterung aus - zum Public Viewing auf dem Münsterplatz kommen Tausende.

Die Glocken des Münsters werden in einer spektakulären Aktion abgeseilt. Drei Glocken werden zur Reparatur in eine Spezialfirma gebracht.

Wochen- und monatelang halten Ärzte der Uniklinik und Beschäftigte im öffentlichen Dienst die Bürger durch einen Streik in Atem. Der Müll in Fußgängerzonen und vor Privathaushalten bleibt liegen, Straßen verkommen zu Müllablagehalden.

Bei einem Unfall im Beschussamt kommen zwei Männer ums Leben.

Zwei Verbrechen erschüttern die Menschen in der Region. In Erbach erschießt ein 20-jähriger Mann seine Eltern und seine Großmutter, bevor er sich selbst mit Zyankali umbringt. Im Urspring-Internat bei Schelklingen ersticht ein 17-Jähriger einen ein Jahr jüngeren Mitschüler im Streit um 50 Euro.

2007:

Ulm und Neu-Ulm geraten erneut bundesweit in die Schlagzeilen als Zentrum für Islamisten. Der 28-jährige Fritz Gelowicz aus Ulm soll Rädelsführer der sogenannten Sauerlandgruppe sein, die verheerende Bombenanschläge auf amerikanische Einrichtungen geplant hat. Die Männer werden verhaftet und später zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt.

Wegen einer anonymen Bombendrohung muss das Bundeswehrkrankenhaus mit rund 1200 Patienten, Pflegern und Ärzten evakuiert werden. Es kommt zu einem der größten Einsätze von Polizei, Feuerwehr, Rotem Kreuz und Bundeswehr im Raum Ulm/Neu-Ulm. Eine Bombe wird zum Glück nicht gefunden.

2008:

Auf dem Oberen Eselsberg beginnen die Bauarbeiten für die Neue Chirurgie des Universitätsklinikums Ulm. Die Kosten sind auf 230 Millionen Euro veranschlagt.

Ulm wird zur Umweltzone. "Alte Stinker" müssen künftig draußen bleiben.

Lange Gesichter am Schwörmontag. Zum ersten Mal seit 20 Jahren wird das feucht-fröhliche Spektakel Nabada abgesagt. Grund ist die ungewöhnlich starke Strömung der Donau.

2009:

Das Daimler-Projekt "Car2go" feiert in Ulm und Neu-Ulm Weltpremiere.

Der Mordfall Stiller hält die Region in Atem. Der 55-jährige Busfahrer ist in einer Kleingartenanlage mit zwei Kopfschüssen getötet worden.

Der Unternehmer Adolf Merckle ("Ratiopharm") bringt sich um. Der 74-jährige Milliardär wirft sich vor einen Regionalzug.

Auf eine Versammlung der rechtsradikalen NPD-Nachwuchsorganisation am 1. Mai reagieren Tausende Bürger mit einer Gegendemonstration.

Die Bundesfestung Ulm/Neu-Ulm wird 150. Die Städte feiern das Jubiläum mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen.

Die verlängerte Straßenbahnlinie nach Böfingen wird eingeweiht.

Bei einem furchtbaren Unglück wird ein vierjähriger Bub schwer verletzt. Er griff in eine defekte Waschmaschine, die ihm den größten Teil des linken Arms abriss.

Der Citybahnhof Ulm rückt näher. Eine Studie besagt: Das Vorhaben ist machbar.

2010:

Eine Serie von Infektionen durch Legionellen fordert fünf Tote. Insgesamt erkranken 64 Menschen. Nach wochenlanger Suche steht fest, wo die mysteriöse Krankheitswelle ihren Ursprung hat: in der Klimaanlage des Telekomgebäudes am Bahnhof.

Wegen einer dubiosen Zahlung von einer halben Million Euro von Architekt Stephan Braunfels auf sein Privatkonto erhält Baubürgermeister Alexander Wetzig einen Strafbefehl in Höhe von 90 Tagessätzen. Der Vorwurf: Beihilfe zum Vereiteln der Zwangsvollstreckung.

Die neue Chirurgie am Oberen Eselsberg nimmt Gestalt an - fertig sein soll sie bis 2012.

Die Vorbereitungen für eine neue Synagoge auf dem Weinhof laufen an.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20kind.tif
Gesellschaft

Gewalt gegen Kinder nimmt in Ulm zu

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen