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Neu-Ulm/Nersingen

07.02.2018

Neue Wohnungsgesellschaft soll günstige Wohnungen auf dem Land bringen

Bezahlbare Wohnungen sind knapp im Landkreis Neu-Ulm. Die Kommunen stehen unter Druck, der hohen Nachfrage etwas entgegenzusetzen. Abhilfe könnte künftig eine neue Gesellschaft schaffen: die Donau-Iller-Wohnungsgesellschaft, kurz Diwog.
Bild: Alexander Kaya

Die Zusammenarbeit der Neu-Ulmer Baugesellschaft Nuwog mit Nersingen und Elchingen geht voran. Nun entscheidet der Stadtrat über die Gründung der „Diwog“.

Seit mittlerweile über einem Jahr gibt es den Plan, eine neue Wohnbaugesellschaft zu gründen, die im Landkreis Neu-Ulm bezahlbaren Wohnraum schaffen und den sozialen Wohnungsbau fördern soll. Dabei handelt es sich um eine geplante Kooperation zwischen Kommunen und der städtischen Wohnungsgesellschaft Nuwog. Das Projekt, das bislang den Namen Nuwog-Land trug, könnte heute einen weiteren Schritt in Richtung Umsetzung machen: Der Neu-Ulmer Stadtrat entscheidet am Mittwoch, 7. Februar, über dessen Gründung.

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Auch ein Name steht jetzt definitiv fest: Diwog, kurz für Donau-Iller-Wohnungsgesellschaft. Der Firmenname solle den örtlichen Bezug unterstreichen, gleichzeitig „weder die Dominanz der Nuwog noch der Stadt Neu-Ulm implizieren“, heißt es hierzu in der Beschlussvorlage. Andreas Heipp, Geschäftsführer der Nuwog, ist erfreut, dass es die Möglichkeit gibt, mit den Kommunen auf diese Weise zusammen zu arbeiten. So könne man die Last des sozialen Wohnungsbaus auf mehrere Schultern verteilen. „Wir bringen das Know-How ein, die Gemeinden das Grundstück und ihren Finanzierungsanteil“, erklärt er das System dahinter.

Bislang gibt es zwei Gemeinden, die sich für eine Zusammenarbeit mit der Nuwog interessieren: Nersingen und Elchingen. Je nach Einwohnerzahl müssen die Kommune eine Einlage in die neue Gesellschaft leisten, damit diese für sie tätig werden könnte. Für Elchingen und Nersingen sind dies jeweils 20000 Euro. Laut dem Vereinbarungsentwurf der Gesellschafter ist es beabsichtigt, weitere Gesellschafter aufzunehmen, „soweit dies der Gesellschaft zweckdienlich ist“. Es sei ein „offenes System“, so Heipp.

Neue Wohnungsgesellschaft soll günstige Wohnungen auf dem Land bringen

Die Gemeinde Elchingen hatte sich Ende November 2016 dazu entschieden, mit der Nuwog zusammenzuarbeiten. Geschäftsleiter Peter Botzenhard erklärte gestern auf Nachfrage unserer Zeitung, dass es in der Vergangenheit zahlreiche Gespräche mit der Nuwog gegeben habe. Schließlich habe man zunächst klären müssen, ob eine solche Gesellschaft rechtlich überhaupt so gegründet werden könne wie geplant. Von Elchinger Seite aus sei die mittlerweile ausgearbeitete Zusammenarbeit in Ordnung. Dennoch wolle man sich zunächst noch einmal mit der Nachbargemeinde Nersingen an einen Tisch setzen. „Wir wollen uns einfach noch einmal endgültig abstimmen und uns auch geschlossen zeigen“, betonte er.

Nersingens Bürgermeister Erich Winkler hatte noch vor einer Woche in einer Gemeinderatsitzung erklärt, dass es zwischen der Nuwog und der Gemeinde hinsichtlich der zu gründenden Gesellschaft noch „unterschiedliche Rechtsauffassungen“, gebe, die zuerst geklärt werden müssten. Wenn die Zusammenarbeit mit der Nuwog nicht wie geplant klappe, müsse man sich nach Alternativen umsehen, so die damaligen Worte des Rathauschefs. Kommt es nun tatsächlich dazu, steigt Nersingen aus? „Nein, im Gegenteil“, sagte Winkler gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. Teilweise habe es sich um nicht geklärte Rechtsfragen gehandelt – und teilweise schlicht um Missverständnisse. „Aus meiner Sicht haben wir alles abschließend klären können“, so Winkler.

Für Winkler persönlich stehe einer Beteiligung der Gemeinde Nersingen nicht mehr im Wege – natürlich solange alle notwendigen Beschlüsse vorliegen. Zunächst wolle man den Beschluss des Neu-Ulmer Stadtrats abwarten. Wenn der Entwurf dort abgesegnet werde, will die Gemeinde Nersingen ihn extern prüfen lassen und ihn mit der Nachbargemeinde Elchingen besprechen. Danach werde der Gesellschaftsvertrag in den jeweiligen Gemeinderatsitzungen endgültig besprochen und beschlossen.

Anschließend kommt der Vertrag zum Notar – und erst dann ist die Gründung der Diwog vollzogen, wie Nuwog-Geschäftsführer Heipp erklärt. Er fügt hinzu: „Ich würde mich freuen, wenn wir das in der ersten Jahreshälfte schaffen.“

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