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Ulm

12.09.2019

Neues Programm der Vh Ulm: Frankreich im Blick

Stellten das neue Programm der Volkshochschule Ulm vor: (von links) Christoph Hantel, Bettina Brandez, Fachbereichsleiterin Sprachenschule bei der Vh und Markus Stadtrecher Fachbereichsleiter Politik, Gesellschaft, Umwelt bei der Vh.
Bild: Dagmar Hub

Dass es in Paris eine Rue d’Ulm gibt, ist nicht der einzige Bezugspunkt der Vh Ulm zum Nachbarland. Das bietet das neue Programm.

In Paris gibt es im fünften Arrondissement die Rue d’Ulm. Der Name der Straße geht auf Napoleons Schlacht bei Ulm zurück. Frankreich und Deutschland – einst Gegner – heute enge Partner in Europa: Das mit Klischees behaftete, so nahe und doch vielen so ferne direkte Nachbarland Frankreich ist das Schwerpunktthema an der Ulmer Volkshochschule (Vh) im ersten Halbjahr unter der neuen Leitung von Christoph Hantel. Das Programm hat allerdings noch Hantels Vorgängerin Dagmar Engels ausgearbeitet.

Zahlreiche Aspekte des Nachbarlandes werden im Herbstprogramm beleuchtet: Kathedralen im Land, das sich die „älteste Tochter der Kirche“ nennt und doch streng laizistisch ist, die Folgen der Kolonialpolitik, die Haute Couture und der Fußball, Streiks und Frankreichs Politik unter Präsident Emanuel Macron. Natürlich spielen Klischees und Landschaften des meistbesuchten Urlaubslandes weltweit eine Rolle – und die Zahl der Französischkurse an der Vh nimmt zu.

Vh Ulm: Fast 1848 Kurse und an die 250 Einzelveranstaltungen

Ein großer Teil der 1848 Kurse und 242 Einzelveranstaltungen des Herbst/Wintersemesters deckt die gewohnten Bereiche wie Gesellschaft, Kultur, Umwelt, Sprachen, Kreativität und Gesundheit ab. Aber bereits das Titelblatt, auf dem zwischen südfranzösischen Palmen und dem Eiffelturm Demonstranten mit französischen Flaggen und Gelbwesten vor der Kirche Sacre Coeur abgebildet sind, zeigt: Der Schwerpunkt des 272 Seiten starken Programms beschäftigt sich mit unterschiedlichen Aspekten Frankreichs. Unter anderem geht es in Vortrags- und Gesprächsabenden um Theologie: Die christlichen Konfessionen haben sich in Frankreich anders entwickelt als in Deutschland. Durch die strenge Trennung von Staat und Kirche haben in Frankreich Schüler an den Schulen keinen Religionsunterricht, während in Deutschland Staat und Kirche doch recht eng verwoben sind, wie Hantel sagt.

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Die strenge französische Trennung von Staat und Religion zeigt sich im Umgang mit der Kopftuch-Debatte; sie zeigt sich auch darin, dass viele französische Schüler das Vaterunser nicht kennen. „Teile der sozial bessergestellten Schüler haben privaten Religionsunterricht“, sagt Hantel.

Im Vh-Kino gibt es zwischen November und Februar insgesamt sieben Filme zum Thema Frankreich (teilweise in französischer Sprache mit deutschen Untertiteln). Ihre Schwerpunkte reichen von jener Weihnachtsnacht 1914, als deutsche, englische und französische Soldaten an Heiligabend miteinander Weihnachtslieder sangen, bis hin zur gescheiterten Integrationspolitik.

Das bietet das neue Programm der Vh Ulm

In Rahmen der Ausstellung „France eMotion“ zeigen vier Fotografen ab der Eröffnungsfeier des Semesters am Dienstag, 24. September, die Welt des französischen Kulturerbes in Form von Architektur, von Burgen, Brücken, Museen, Schlössern und modernen Bauten. Thomas Schuler wird an zwei Sonntagen seine Zeitreise auf den Spuren Napoleons in Ulm präsentieren, zudem gibt es Vorträge in leicht verständlicher Sprache über das Nachbarland. Zur Semestereröffnung am Dienstag, 24. September, ab 18.30 Uhr kommt auch die französische Generalkonsulin Catherine Veber. Nicht mit Frankreich korreliert ist ein Termin der Vh in Zusammenarbeit mit der KZ-Gedenkstätte Oberer Kuhberg am Sonntag, 27. Oktober: An diesem Tag wird das Erinnerungszeichen für die Ulmer Opfer der NS-Zwangssterilisationen und Euthanasie-Morde am Landgericht eingeweiht.

Das Vh-Programm soll laut Hantel künftig „magaziniger“ werden. Und die Homepage der Vh wird derzeit überarbeitet, um schneller und für junge Menschen attraktiver zu werden.

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