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Kommentar

10.03.2020

Nicht vergessen: Corona tötet

Die Plätze bleiben beim Basketball in Ulm leer. .
Bild: Horst Hörger

In Bayern sind alle staatlichen Theater, Konzertsäle und Sportstätten vom 11. März bis zum Ende der Osterferien am 19. April geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Das hat auch für die Region massive Folgen.


Deutschland steht nach Experteneinschätzung erst am Anfang einer durch das Coronavirus ausgelösten Epidemie. Und schon jetzt bangen die ersten Unternehmen um ihre Existenz: Messebaufirmen oder Technikdienstleistern bricht die Arbeit für Wochen weg. Gerade das messestarke Frühjahr verhilft normalerweise an Messestandorten wie Ulm den Unternehmen zum notwendigen Speck, um den veranstaltungsarmen Sommer zu überstehen.

Corona: Jetzt bleiben hier die Plätze frei

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Dieses Jahr ist alles anders. Das Coronavirus führt eindrucksvoll vor Augen, was für eine zentrale Rolle Veranstaltungen aller Art in der Region einnehmen. Sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich. Wenn die Ulmer Basketballer gezwungenermaßen vor leeren Rängen statt vor 6000 Menschen spielen, mag das das Ergebnis nur am Rande beeinflussen. Die Fundamente des Vereins aber durchaus: Denn über 30 Prozent der Etats in der Basketball-Bundesliga hängen direkt von Zuschauereinnahmen ab. Fallen die weg, haben die Clubs ein existenzielles Problem. Und damit ihre Spieler auch.

Zudem verkauft der Metzger keine Würste, der Brauer kein Bier und die Garderobenfrau bekommt ebenso kein Geld. Und wenn der Ostermarkt in Roggenburg abgesagt wird, verlieren nicht nur die Fieranten Umsatz. Roggenburg ist um einen Treffpunkt des menschlichen Miteinanders ärmer.

Diese alles ist aus der Warte eines gesunden Beobachters mittleren Alters nur schwer zu verstehen. Was hilft, ist in Erinnerung zu rufen, dass Corona töten kann. Das kann die Grippe auch, aber immerhin gibt es Medikamente. Vor Covid-19 gibt es gar keinen Schutz. Somit kann eine abgesagte Veranstaltung Menschen retten. Vielleicht ist es sogar die eigene Oma.

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