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Alb-Donau-Kreis

23.05.2016

Notfall in der Höhle: Frau aus 55 Meter Tiefe gerettet

Bei einem Einsatz in der Tiefenhöhle Laichingen ist eine verunglückte Frau gerettet worden.
Bild: Feuerwehr Laichingen

In der Tiefenhöhle in Laichingen im Alb-Donau-Kreis gab es einen Notfall. Eine Besucherin musste aus 55 Meter Tiefe geborgen werden.

Wie die Feuerwehr Laichingen mitteilte, war die Frau am Freitag offenbar allein unterwegs und wurde von einer nachfolgenden Gruppe gefunden, als sie ohnmächtig in einem Gang der Schachthöhle auf der Schwäbischen Alb lag. Diese Besucher eilten sofort nach oben und setzten einen Notruf ab. Der ging kurz nach 10 Uhr in der Leitstelle ein. Kurz darauf waren ein Notarzt und der Rettungsdienst vor Ort und stiegen die steilen und glitschigen Metalltreppen hinab in den Abgrund.

Laichinger Tiefenhöhle ist 86 Meter tief

Die Laichinger Tiefenhöhle ist die tiefste begehbare Schauhöhle Deutschlands. Sie ist insgesamt 86 Meter tief und 1348 Meter lang. Besucher können auf einem 330 Meter langen Weg nach unten gelangen. Auf diesen hatte sich auch die verunglückte Besucherin gemacht. In der Höhle wurde die Frau medizinisch versorgt, sodass sie bereits wieder ansprechbar war, als die Feuerwehr vor Ort eintraf. Etwa 20 Feuerwehrleute aus Laichingen waren im Einsatz. Oben standen derweil etliche Fahrzeuge bereit, unter anderem eine Drehleiter, weil auf dieser das komplette Material für Rettung aus Höhen und Tiefen untergebracht ist. Dazu kamen 13 Kräfte der Bergwacht aus Wiesensteig, Geislingen und Blautal.

Die Feuerwehr musste nun entscheiden, wie die Frau nach oben gebracht werden soll. Nach kurzer Rücksprache mit dem Notarzt wurde beschlossen, dass die Patientin mit einer Schleifkorbtrage und einem speziellen Brett für Rettungseinsätze – einem sogenannten Spineboard – geborgen werden sollte, um sie fixiert und gesichert möglichst behutsam an die Oberfläche zu bringen. Die Bergwacht übernahm dabei die Sicherung.

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45 Minuten für den Weg nach oben

„Das war schon eine sehr komplizierte Angelegenheit“, schildert Johannes Häberle von der Feuerwehr Laichingen den Einsatz. Die Rettungskräfte mussten gebückt laufen, da die Höhle sehr niedrig ist. „Es war für alle sehr anstrengend.“ Dazu bestand für die Kräfte immer die Gefahr, abzurutschen. Zum Glück sei jedoch nichts passiert. Für den Weg nach oben brauchten die Retter etwa 45 Minuten. Die verunglückte Frau wurde zunächst im Rettungswagen versorgt und dann mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Zum Alter und zur Herkunft der Frau machte die Feuerwehr keine Angaben, ebenso zu der Art der gesundheitlichen Probleme, die zu dem Einsatz geführt hatten.

Aus Feuerwehrsicht zog Johannes Häberle eine positive Bilanz des Einsatzes. „Für uns war’s etwas Außergewöhnliches. Obwohl die Gruppen der Bergwacht und die Kräfte der Feuerwehr Laichingen noch nie miteinander geübt haben, lief alles Hand in Hand und hat sehr gut funktioniert.“ NUZ

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