Newsticker

Teil-Lockdown bis 10. Januar 2021 verlängert - Söder deutet Verschärfung an
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Nur noch eine Spur: Vor dem Ulmer Hauptbahnhof wird es eng

Ulm

22.11.2018

Nur noch eine Spur: Vor dem Ulmer Hauptbahnhof wird es eng

Der Bau der Tiefgarage (rechts) am Ulmer Hauptbahnhof macht Probleme.
Bild: Alexander Kaya

Die Friedrich-Ebert-Straße in Ulm ist nächstes Jahr zehn Monate lang nur einspurig befahrbar. Warum die CDU gegen die Sperre stimmte.

Jetzt ist es beschlossene Sache: Die Friedrich-Ebert-Straße wird von Februar bis November kommenden Jahres nur einspurig befahrbar sein. Der Ulmer Bauausschuss beschloss mehrheitlich, dem Vorschlag der Stadtverwaltung zu folgen.

Hintergrund sind wie berichtet, Verzögerungen beim Bau der Tiefgarage vor dem Hauptbahnhof. Das Bauwerk liege aufgrund von nicht vorhersehbaren Problemen mit unterirdischen Leitungen acht Monate hinter den ursprünglichen Planungen zurück.

Das wiederum verzögert die Fertigstellung der Passage vom Bahnhof zu den im Bau befindlichen Sedelhöfen, was eine Vertragsstrafe in Höhe von 3,6 Millionen Euro zur Folge haben könnte. Die Stadt hat sich nämlich in einem städtebaulichen Vertrag dazu verpflichtet, die Bahnhofspassage bis zur Eröffnung der Sedelhöfe sicherzustellen. Wenn die Passage nicht fertig wird, hat sich Ulm zur Zahlung verpflichtet.

Die drei Mitglieder der Fraktion der CDU stimmten gegen die Sperre. Wie Stadträtin Birgit Schäfer-Oelmayer, die Mitte des Jahres von den Grünen zu den Christdemokraten wechselte, auf Nachfrage ausführte, dürfte der regionale Handel durch die mit einer Sperrung einhergehenden Verkehrsbelastungen nicht weiter geschwächt werden.

Die Sedelhöfe sollen im März 2020 eröffnet werden

Außerdem gibt es aus Sicht von Thomas Kienle, dem Fraktionsvorsitzenden, die durchaus realistische Möglichkeit, dass der Investor der Sedelhöfe auch nicht wie geplant am 31. März 2020 das Einkaufsquartier eröffnen kann. Dann könne theoretisch die Situation eintreten, dass die Stadtkasse die vereinbarte Vertragsstrafe gar nicht zahlen müsse und Ulm sozusagen grundlos zehn Monate Staus am Hauptbahnhof habe hinnehmen müssen. Der Tenor in in den anderen Fraktionen und bei Baubürgermeister Tim von Winning: Ulm müsse da durch. 3,6 Millionen Euro Vertragsstrafe bei Verzögerung seien zu viel Steuergeld, als dass die Ausschussmitglieder der Sperre guten Gewissens nicht zustimmen könnten.

Die SPD schlägt eine Brücke über die Friedrich-Ebert-Straße vor

Eine Behelfsbrücke über der Friedrich-Ebert-Straße, wie sie die SPD vorschlug, hält die Stadtverwaltung aus mehreren Gründen für nicht realisierbar. Als Argumente wurden die Größe der Fundamente und die Länge der Auffahrtrampe aufgeführt.

„Wir wollen mit der Sperre Zeit gewinnen“, sagte Abteilungsleiter Helmut Kalupa. Und dieser Zeitgewinn wäre durch den aufwendigen Brückenbau fort, sodass die Millionenstrafe so nicht vermieden werden könne. Als „noch vertretbar“ bewertet die Bauverwaltung die drohenden Staus ab Februar. Schon jetzt habe der Verkehr von 23330 auf zuletzt 15300 Fahrzeuge am Bahnhof abgenommen. Das heißt, ein erheblicher Teil der Autofahrer hat sich längst für Alternativrouten (Frauenstraße, Münchner Straße und B10/28) entschieden. Der Großteil der verbleibenden Autofahrer hätte Bahnhof, Post oder das Parkhaus Deutschhaus als Ziel.

Die Erfahrungen bei der einseitigen Sperrung in den Sommerferien diesen Jahres hätten gezeigt, dass die entscheidenden Staupotenziale primär die angrenzenden Verkehrsknoten (Olgastraße, Neutorstraße und Karlstraße) sind und nicht der Straßenzug der Friedrich-Ebert-Straße.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren