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Neu-Ulm

07.06.2019

OB Gerold Noerenberg fordert mehr Polizisten für Neu-Ulm

In Neu-Ulm gibt es zu wenige Polizisten, so die Beschwerde von Oberbürgermeister Gerold Noerenberg. Er fordert mehr Kräfte.

Der Rathauschef besteht darauf, dass zur Not Einsatzkräfte aus Städten abgezogen werden, wo die Lage entspannter ist. Im Fokus steht unter anderem die Caponniere.

Die aktuelle Sicherheitslage in der Stadt Neu-Ulm war Thema beim jüngsten Sicherheitsgespräch in Neu-Ulm. Zu dem trafen sich Oberbürgermeister Gerold Noerenberg (CSU), Vertreter des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West und Vertreter des Landkreises Neu-Ulm im Rathaus. Die Gespräche zeigten, dass die Kriminalitätszahlen in der Stadt im vergangenen Jahr stark angestiegen sind. Die Häufigkeitszahl, das bedeutet die Zahl der registrierten Straftaten je 100000 Einwohner, betrug im Jahr 2017 in der Stadt Neu-Ulm noch 6629. Im Jahr 2018 wurden 7574 Fälle verzeichnet.

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Neu-Ulm ist trauriger Spitzenreiter bei der Kriminalität

Zum Vergleich: Die Häufigkeitszahl in Kempten lag im Jahr 2018 bei 6294, in Memmingen bei 6023 und in Ulm bei 7380. „Die Stadt Neu-Ulm ist, was die Kriminalitätshäufigkeit anbelangt, führend im gesamten Gebiet Schwaben Süd/West. Eine traurige Spitzenreiterrolle, die ich so nicht hinnehmen kann und will“, sagt Oberbürgermeister Noerenberg. Aus diesem Grund forderte er nun zum wiederholten Male, zuletzt in Zusammenhang mit der geplanten Einrichtung einer Anker-Dependance im Neu-Ulmer Starkfeld sowie auch mit Blick auf die Kriminalität an der Caponniere 4 und in Bezug auf die Asyl-Gemeinschaftsunterkunft in der Reuttier Straße, die Aufstockung der Polizeikräfte in der Stadt. „Es kann nicht sein, dass wir hier in Neu-Ulm mit dieser Problematik allein gelassen werden. Wenn keine zusätzlichen Polizeikräfte für die Inspektion in Neu-Ulm zur Verfügung stehen, bestehe ich darauf, dass Kräfte aus Städten abgeordnet werden, die weniger drastische Kriminalitätszahlen haben“, betonte das Stadtoberhaupt.

An der Caponniere könnten Streetworker zum Einsatz kommen

Mit Blick auf die Vorkommnisse mit Minderjährigen an der Neu-Ulmer Caponniere 4 griff Noerenberg den Vorschlag von Landrat Thorsten Freudenberger auf, hier koordiniert noch stärker tätig zu werden. Denkbar sei es, neben Streetworkern auch eine Art runden Tisch des Landkreises, der Stadt und der Polizei einzurichten. „Es macht absolut Sinn, hier vernetzt an die Sache ranzugehen. Da hier vermehrt Jugendliche auffällig und auch straftätig werden, sehe ich an dieser Stelle aufgrund seiner Zuständigkeit den Landkreis und alle anderen Beteiligten in der Pflicht, sich Gedanken über aufsuchende Jugendsozialarbeit zu machen“, so Noerenberg. Er werde in dieser Sache in den kommenden Tagen sowohl auf das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West als auch auf den Landkreis nochmals zugehen und weitere Gespräche suchen.

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In der Neu-Ulmer Innenstadt wächst die Gewalt

Den Polizistinnen und Polizisten der Neu-Ulmer Inspektion sprach Noerenberg Dank und Anerkennung aus. „Es ist absolut bemerkenswert, was die Beamtinnen und Beamten tagtäglich leisten“, sagte das Stadtoberhaupt. „Sie sind quasi chronisch unterbesetzt. Schon allein deshalb gebührt ihnen unser Dank für ihren Einsatz in der stetig wachsenden Stadt Neu-Ulm.“

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte im September vorigen Jahres bei einem Wahlkampftermin im Barfüßer angekündigt, die Polizei im Freistaat deutlich zu stärken. Innerhalb von sieben Jahren würden 3500 zusätzliche Stellen geschaffen, sagte er. Bereits 2019 würden 400 neue Polizisten auf bayerische Dienststellen verteilt. Zum Zuge kämen zunächst diejenigen mit einer besonderen Belastung, „und da gehört Neu-Ulm dazu“, hieß es damals. (az, mru)

Lesen Sie hier mehr über den damaligen Besuch des Innenministers in Neu-Ulm: Joachim Herrmann: Neu-Ulmer Polizei soll gestärkt werden

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