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03.02.2012

Offene Daten für jedermann

Stefan Kaufmann und Benjamin Erb (v.l.) bei der Übertragung von Fahrplänen.

Studenten wollen Informationen wie Statistiken oder Wahlergebnisse zugänglich machen

Ulm Geodaten, Bevölkerungsstatistiken oder Wahlergebnisse – einst mühsam erhoben, schlummern viele dieser Datensätze heute in den Untiefen kommunaler oder unternehmenseigener Rechner. Benjamin Erb und Stefan Kaufmann wollen diese Daten beschaffen und im Netz zugänglich machen. Um solche lizenzfreien Sätze aus Ulm und Umgebung auszuwerten, haben sie gemeinsam mit Simon Fuchs, Michael Müller und Claus Näveke die „datalove-Hochschulgruppe“ gegründet. Im Sinne der weltweiten Open-Data-Bewegung sollen Rechercheure oder etwa App-Entwickler teilweise mit Steuergeldern erhobene Daten frei einsehen und kombinieren können.

Der Grundstein für das „Informationsrecycling“ wurde 2010 bei einem Workshop der Kommune gelegt: „Die Stadt Ulm fördert den Open-Data-Gedanken. Mitarbeiter des Kompetenzzentrums Geoinformatik haben uns beispielsweise offene Daten überlassen, aus denen wir eine interaktive Ulmkarte mit allen Stadtteilen und -vierteln erstellt haben“, erinnern sich Kaufmann und Erb.

Richtig Fahrt hat das Projekt aber erst aufgenommen, als einige datalove-Gründungsmitglieder im vergangenen Sommer an einem internationalen Programmierwettbewerb teilnahmen: In nur 48 Stunden haben die Ulmer eine Anwendung entwickelt, mit der sich Positionen von öffentlichen Verkehrsmitteln beinahe in Echtzeit auf dem Computerbildschirm verfolgen lassen. Zuvor hatten sie die nötigen Daten mühsam aus Fahrplänen der Stadtwerke Ulm (SWU) zusammengetragen. Dieses erfolgreiche Pilotprojekt diente als „Türöffner“ bei den SWU und hilft den „Datenliebhabern“ heute, Studenten für ihre Gruppe zu begeistern. Nicht nur Informatiker, sondern „alle, die sich mit Statistik auskennen“, also etwa auch Mathematiker oder Psychologen, sind angesprochen. „Bei uns kann sich jeder seinem Zeitbudget entsprechend einbringen“, erklären die Gründer.

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Der Austausch erfolgt vor allem über eine Mailingliste und soziale Netzwerke. Im gruppeneigenen Wiki dürfen sich die Mitglieder Datensätze, mit denen sie gerne arbeiten würden, wünschen. „Die Akquise läuft recht gut. In der Region fürchten nur noch wenige, die Deutungshoheit über ihre Statistiken zu verlieren“, sagt Stefan Kaufmann. Viele Kommunen oder Betriebe hätten verstanden, dass eine Zweitverwertung sowohl Bürgern als auch dem Datenlieferanten nutzt.

Es ist sicher nicht zuletzt dem Enthusiasmus der Gründungsmitglieder geschuldet, dass Ulm in der baden-württembergischen Open-Data-Szene eine herausragende Rolle spielt. Gerade hat das datalove-Team ein Handbuch mit dem griffigen Titel „Wie können Kommunen offene Daten befreien?“ herausgegeben. Mitte Mai organisieren sie das erste „Open City Camp Ulm“. Im Camp können Studierende, Vertreter diverser Organisationen und Fachjournalisten Prototypen für die Datenauswertung erstellen und netzwerken. (az)

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