Ulm

05.03.2014

Operette tut Gutes

Ein Scheck für mukoviszidosekranke Kinder: (von links) Kapellmeister Daniel Montanè, Co-Organisator Hermann Frey, Dramaturg Benjamin Künzel, Theaterintendant Andreas von Studnitz, Linus Held mit seiner Mutter Angelika Held vom Förderverein, Mitveranstalterin Johanna Filbinger-Wagner, Klaus-Michael Debatin, Ärztlicher Direktor der Kinderklinik und Theater-Verwaltungsdirektorin Angela Weißhardt. 20590 Euro kamen 2013 zusammen, 2014 soll an dieses Ergebnis anknüpfen.
Bild: Andreas Brücken

Die 19. „Gala der Stimmen“ soll Mukoviszidose-Kranken in der Region helfen – und nebenbei die Ehre einer ganzen Gattung retten.

In der Schallplattensammlung seiner Eltern ließ Daniel Montané die Operettenplatten links liegen: der hässlichen Cover wegen. Inzwischen hat der neue Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor am Theater Ulm aber eine differenziertere Meinung zu der Gattung – und kann dies nun auch beweisen: Am Ostersonntag, 20. April, dirigiert Montané die 19. „Gala der Stimmen“, die diesmal antritt, um die Ehre der Operette zu retten. Der Erlös der Veranstaltung im Großen Haus kommt erneut Kinder und Jugendlichen zugute, die an Mukoviszidose erkrankt sind.

Co-Organisatorin Johanna Filbinger-Wagner zufolge gibt es in der Region rund 100 Mukoviszidose-Patienten, die intensiver medizinischer, psychologischer und sozialer Betreuung bedürfen. Bei der Krankheit handelt es sich um eine angeborene Stoffwechselstörung, die bewirkt, dass sich in Lunge, Bauchspeicheldrüse und anderen Organen zäher Schleim bildet – was ohne Behandlung zum Organversagen führt. Heilbar ist Mukoviszidose noch immer nicht, aber durch den medizinischen Fortschritt der vergangenen Jahre sei die Lebenserwartung für Betroffene deutlich gestiegen. Laut Angelika Held vom Förderverein, selbst Mutter eines an Mukoviszidose erkrankten Sohnes, auf etwa 50 Jahre.

Doch Behandlung und Betreuung kosten Geld – und das kommt nicht immer von den Krankenkassen. Der Förderverein hat in den vergangenen Jahren neue Therapiegeräte angeschafft, Kuren mitfinanziert und auch einen Sozialpädagogen angestellt. „Ohne die ‚Gala der Stimmen‘ wäre das nicht möglich“, sagt Held. Diese erbrachte immer wieder stolze Ergebnisse: Im vergangenen Jahr kamen rund 20600 Euro aus Eintrittsgeldern und zusätzlichen Spenden zusammen, insgesamt sind es schon 870000 Euro.

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Die österliche „Gala der Stimmen“ soll nun dafür Sorge tragen, dass der Geldfluss nicht abreißt – und dabei setzen die künstlerischen Organisatoren erstmals ganz auf die Kraft der Operette. Denn die sei, so Musiktheater-Dramaturg Benjamin Künzel, beileibe nicht nur etwas für Pailletten-Shirt-Träger, die gerne mal einen Strauss-Walzer hören. Die Gala soll die Geschichte der Operette vom Anfang mit Jacques Offenbach bis zum Ende in der Weltkriegszeit verfolgen.

Dabei umfasse das Programm „Schlager“ aus der „Die Fledermaus“ oder „Die lustige Witwe“ wie Unbekanntes aus Spanien, England oder Frankreich. „Bunt, lustig und unterhaltsam“ werde der Abend, verspricht Künzel, der die Veranstaltung auch moderiert. Die Musik kommt von den Ulmer Philharmonikern und den Solisten des Musiktheater-Ensembles: Katarzyna Jagiello, Edith Lorans, Maria Rosendorfsky, I Chiao Shih, Girard Rhoden, Alexander Schröder, Tomas Kaluzny und Don Lee.

Aufführungen: „Operettengala der Stimmen“ am 20. April (Premiere) sowie am 4. Mai und 7. Juni, jeweils um 19 Uhr. Karten gibt es an der Theaterkasse, Telefon 0731/161-4444, E-Mail theaterkasse@ulm.de

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