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Ulm

03.09.2015

Oratorium: Gibt es eine zweite Chance?

Hat sein „Ulmer Oratorium“ noch nicht aufgegeben: Komponist Marios J. Elia, hier bei einem Ulm-Besuch vor dem Münster.

Ein halbes Jahr nach der Absage des musikalischen Events scheint eine Aufführung doch wieder möglich. Der Schöpfer selbst schweigt – und engagiert sich für ganz andere Dinge.

Auf die Frage, was mit dem Oratorium nun passiere, konstatiert der 37-jährige Komponist, der in Paphos auf der Insel Zypern lebt: „Im Moment kann ich noch keine öffentliche Aussage machen.“ Zwischen der Stadt Ulm und ihm bestehe die Vereinbarung, vorerst von einer Erklärung abzusehen. Er habe aber die Hoffnung, dass sein Werk in Ulm aufgeführt wird, und den Wunsch, gerecht behandelt zu werden.

Elia setzt sich derzeit als Tourismus-Botschafter der Republik Zypern für ein zukunftsorientiertes Konzept des Konferenz- und Kulturtourismus ein, um, wie er sagt, unkonventionelle Szenerien in innovative Eventräumlichkeiten zu verwandeln. Und er engagiert sich als Musiker für den Vogelschutz auf der Insel, wo jährlich trotz des Verbots von Leimruten etwa drei Millionen Singvögel illegalen Vogelfängern zum Opfer fallen – ein Geschehen, das den Musiker empört. „Ich hoffe, mit meinem Einsatz für Nulltoleranz gegenüber dem illegalen Vogelfang einen Beitrag leisten zu können, denn in Zypern werden mit dem illegalen Vogel-Geschäft auf dem Schwarzmarkt jährlich etwa 15 Millionen umgesetzt, und die Politik schaut weg.“

Der Musik ist er unterdessen natürlich nicht untreu geworden: „Anfang September wird mein neues Album weltweit veröffentlicht“, berichtet er. „Und gerade beende ich ein Auftragswerk für ein Gitarrenquartett, das in mehreren europäischen Städten ab kommendem Jahr zu hören sein wird.“ Anschließend komme ein Musikfilm über London auf den Markt, der sich mit verfallenden, verlassenen Gebäuden befasst, auf der Suche nach Schönheit in der Dunkelheit.

Dass es Gespräche über eine Uraufführung des „Ulmer Oratoriums“ gibt, sickert trotz Elias Schweigens in Ulm dennoch durch. Das ist insofern bemerkenswert, als Oberbürgermeister Ivo Gönner dem Werk kurz nach der Absage nur mehr einen Lagerplatz im Archiv zugebilligt hatte. Auch im Gemeinderat gibt es inzwischen Stimmen für eine zweite Chance für Elias Komposition. Hans-Walter Roth (CDU) sagt, er habe bereits die Gelegenheit gehabt, Teile des „Ulmer Oratoriums“ zu hören. Er plädiere dafür, dass die Stadt mit dem Komponisten bald zu einer einvernehmlichen Einigung kommt. Das „Ulmer Oratorium“ ist für mehr als 400 Sängerinnen und Sänger komponiert. „Das wäre für das Ansehen Ulms wichtig“, sagt Roth, der sich als Aufführungstermin das Schwörwochenende 2016 wünschen würde. „Als Hommage an den Münsterturm und zur Amtseinführung des neuen Oberbürgermeisters.“ Die Einführung des – im Dezember zu wählenden – künftigen Stadtoberhaupts findet in Ulm traditionell am Schwörmontag statt.

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