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Neu-Ulm

26.07.2020

Pionierarbeit mit Alpaka-Dung auf dem Lindenhof

Die Landtagsabgeordnete Beate Merk besuchte den Alpakahof von Bernhard Maurer in Ludwigsfeld.
Bild: Andreas Brücken

Plus Bernhard Maurer aus Ludwigsfeld will mit dem Mist seiner Tiere Geld verdienen. Etwa 500 Kilo Dung sammelt er wöchentlich ein. Was sich der Landwirt verspricht.

Wer Bernhard Maurer auf seinem Hof am Rande von Ludwigsfeld besucht, erlebt, dass Alpakas Tiere mit einem extrem hohen Kuschelfaktor sind. Mit ihren riesigen dunklen Knopfaugen und dem weichen Fell erobern die sympathischen Südamerikaner sofort die Herzen der Gäste auf dem Lindenhof. Auch die bayerische Landtagsabgeordnete und frühere Ministerin Beate Merk wollte dem Charme der Herde nicht widerstehen. 120 Tiere leben derzeit auf dem Hof und werden dort bei der Reittherapie von Ehefrau Anja eingesetzt – allesamt mit eigenem Namen: Sie hören auf „Hedwig“, „Momo“ oder „Nicki“.

Doch sollte der Besuch der Politikerin nicht den Streicheleinheiten dienen. Ausgerechnet der Mist, oder das „Alpakakacka“, wie es Merk bezeichnete, war Grund für den Besuch auf dem Lindenhof. Der Kot der Tiere sei nämlich ein äußerst guter Dünger für Pflanzen, wie Hausherr und Landwirt Maurer erklärte. Doch bevor der nährstoffreiche Mist in den offiziellen Verkauf gehen darf, musste Maurer noch einige Hürden überwinden und leistete dafür in den vergangenen Monaten mit seiner Trocknungsanlage eine technische Pionierarbeit: Mit der Eigenentwicklung soll der Kot auf exakt 70 Grad erhitzt und die Keime abgetötet werden.

Lindenhof Neu-Ulm: Selbst erfundene Trocknungsanlage für Alpaka-Dung

Ein Labyrinth aus Schläuchen und Rohren windet sich zwischen großen Behältern hindurch, während Messsensoren und Drehzahlregler die Vorgänge im Inneren der Maschine steuern. Wie ein überdimensionaler Kochtopf funktioniere die Erfindung, über die sich der Landwirt nicht genauer äußern will. Zu groß sei die Gefahr, dass mögliche Mitbewerber die Anlage nachbauen könnten. Rund 75.000 Euro hat der Tüftler bisher in seine Erfindung investiert, wie er sagt. Auf die Wirkung des Alpakamistes ist Maurer derweil nur zufällig aufmerksam geworden, als sich an den Stellen, an denen die Tiere ihren Kot hinterließen, das Gras in saftigen Büscheln wuchs.

Etwa 500 Kilo Dung sammelt der Landwirt wöchentlich von seinen Alpakas ein. Dabei zeigt er auf sein Quad, an dem ein gewaltiger Sauger montiert ist, der den Mist im Tiergehege einsaugt. Getrocknet bleiben davon etwa 150 Kilo als Granulat übrig. Bevor der Dünger zu kaufen ist, muss das Gesundheitsamt das Ergebnis der Arbeit noch absegnen. Beate Merk zeigte sich beeindruckt vom Ehrgeiz des Landwirts, der wie viele Pioniere Zeit und Geld in eine Idee investiere, bevor damit etwas verdient werden könne, wie sie sagte.

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