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Kriminalität

02.02.2018

Polizei findet mehr als 100 Kilo Drogen

Nach aufwendigen Ermittlungen hat die Neu-Ulmer Kriminalpolizei in Memmingen insgesamt 117 Kilogramm Marihuana und Haschisch sichergestellt. Kriminalhauptkommissar Marco Weng zeigt das Rauschgift, das anlässlich eines Pressegesprächs präsentiert wurde.
Bild: Alexander Kaya

Eine Routinekontrolle am Neu-Ulmer Bahnhof bringt die Kripo auf die Spur eines Dealers in Memmingen. Dort macht sie den größten Rauschgiftfund der vergangenen Jahre

Ein Drogenkonsument plaudert. Zwei Dealer wandern daraufhin in den Knast. Auf einer Rauschgifttüte finden die Ermittler einen Fingerabdruck. Er bringt sie auf die Spur eines ganz dicken Fisches. Der Tatverdächtige wird wochenlang observiert. Dann greifen die Fahnder zu. Jetzt gab die Polizei bekannt: Bei der Durchsuchung mehrerer Wohnungen in Memmingen sowie im Auto des mutmaßlichen Rauschgifthändlers wurden insgesamt 117 Kilogramm Marihuana und Haschisch gefunden. Es handelt sich um den größten Drogenfund seit Gründung des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West vor zehn Jahren.

„Der Fall hat ein Ausmaß, dass wir bisher in Neu-Ulm nicht gekannt haben“, sagte Kriminalhauptkommissar Marco Weng von der Neu-Ulmer Kripo. Auch auf ganz Bayern bezogen sei die Menge außergewöhnlich. Der Straßenverkaufswert der Drogen belaufe sich auf 1,2 bis 1,4 Millionen Euro.

Am Anfang stand eine Routinekontrolle am Neu-Ulmer Bahnhof im Sommer 2016. Bei einem Verdächtigen fand die Polizei eine geringe Menge Marihuana. „Er hat Hinweise zum Verkäufer der Drogen gegeben“, berichtete Thomas Schwarzmann, der stellvertretende Leiter der Neu-Ulmer Kriminalpolizeiinspektion. Die Ermittlungsgruppe „Kiste“ heftete sich an die Fersen der Dealer. Im April vorigen Jahres nahm sie zwei Männer fest, einen 25-jährigen Deutschen türkischer Abstammung und einen 32-Jährigen mit kirgisischen Wurzeln. Bei dem Jüngeren und seiner 44-jährigen Mutter fanden die Polizisten 700 Gramm Marihuana, eine geringe Menge Amphetamin, eine Stichwaffe sowie einen Schlagring. Bei dem 32-Jährigen aus Ulm stellten die Fahnder mehr als 15 Kilogramm Marihuana, 700 Gramm Haschisch und 100 Gramm Amphetamin sicher. Die zwei Drogenhändler wurden bereits verurteilt. Der 25-Jährige muss drei Jahre ins Gefängnis, der 32-Jährige wurde zu fünf Jahren verknackt.

Nach den Festnahmen ging die Feinarbeit der Ermittler weiter. Das Verpackungsmaterial der Drogen wurde im Labor untersucht. Darauf wurde ein Fingerabdruck entdeckt und gesichert. In der Datenbank wurden die Kriminalbeamten fündig: Der Abdruck gehörte zu einem 31-jährigen Deutschen kasachischer Abstammung, den die Polizei im Herbst vorigen Jahres ins Visier nahm und überwachte. Schnell stellten die Ermittler fest, dass der Verdächtige in Saus und Braus lebte. „Er führte einen Lebensstil, der mit seinem Einkommen als normaler Arbeiter nicht vereinbar war“, formulierte es Marco Weng, der Leiter des Arbeitsbereichs Rauschgift bei der Kripo Neu-Ulm. Urlaubsreisen und ausgedehnte Einkaufstouren in Nobelboutiquen gönnte sich der Observierte beispielsweise. Auch Goldbarren und wertvolle Uhren hatte er zu Hause. Vergangene Woche erfolgte in Memmingen der Zugriff. Die Polizei stoppte das Auto des 31-Jährigen und nahm den Mann fest. Als die Beamten in den Kofferraum schauten, staunten sie nicht schlecht: Große Mengen Rauschgift lagen darin offen herum – mehr als 30 Kilogramm Marihuana, wie sich herausstellte. Bei der Durchsuchung mehrerer Wohnungen, die dem Beschuldigten zuzuordnen seien, wurden nochmals über 80 Kilo Marihuana und Haschisch entdeckt. Macht zusammengenommen 117 Kilogramm.

Der Mann sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Wie die Polizei mitteilte, ist der 31-Jährige bereits mehrfach wegen Körperverletzung und Betäubungsmitteldelikten in Erscheinung getreten. Zu den möglichen Hintergründen – ob der Mann beispielsweise Verbindungen ins Rockermilieu oder zu anderen kriminellen Vereinigungen hat – wollte sich die Polizei nicht äußern. Auch zur Herkunft der Drogen machte sie keine Angaben. Das Marihuana und das Haschisch werden nun im Institut für Rechtsmedizin in Ulm auf ihren Wirkstoffgehalt hin untersucht, teilte Erster Kriminalhauptkommissar Thomas Schwarzmann mit. Nach Abschluss des Verfahrens werde das Rauschgift verbrannt.

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