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Ulm

11.11.2017

Rat von Ronja von Rönne

Ronja von Rönne stellte im Roxy ihr zweites Buch vor.
Bild: Dorina Pascher

Die Jungautorin liest im Ulmer Roxy aus ihrem zweiten Buch. Die Texte schwanken zwischen ironischem Liebesratgeber und journalistischen Beobachtungen.

Einen Blog zu betreiben ist unter jungen Journalisten so populär wie das Tragen von Fjällraven-Rucksäcken bei Hipstern. Doch die wenigsten Schreiberlinge konnten sich auf diese Weise einen Namen machen. Ronja von Rönne hat es geschafft. Sie schreibt für ihren Blog „Sudelheft“ und für das Feuilleton der Tageszeitung Die Welt. Nun hat sie ihr zweites Buch „Heute ist leider schlecht. Beschwerden an das Leben“ bei einer Lesung im Roxy dem Ulmer Publikum vorgestellt. Es ist eine bunte Sammlung von Blogeinträgen und veröffentlichten Kolumnen.

Meist sind die Texte nur ein bis zwei Seiten lang. Der Aufmerksamkeitsspanne des Internetnutzers angepasst, wie es scheint. Das Buch ist in drei Abschnitte geteilt. In der ersten Einheit erläutert von Rönne „Warum alles so schlimm ist“. Darunter fällt auch der Text „Wie viel Sex ist normal?“. Doch Ratgeberliteratur ist das nicht. Vielmehr erfahren die Zuhörer von der Lieblingsbeschäftigung der Journalistin, die im oberbayerischen Grassau aufgewachsen ist: Silberputzen. Die Frage im Titel bleibt unbeantwortet – naja, fast. Die heute 25-Jährige schrieb: „Wie viel Sex normal ist, weiß ich übrigens nicht, das müsst ihr schon selbst wissen!“ Und schließt mit: „Ihr Knalltüten!“

Im zweiten Teil des Buches, den die Autorin mit „Wo es schlimm ist“ betitelte, nimmt sie den Leser mit auf eine Reise von Selbstbeobachtungen. Diese führen unter anderem auf eine Berlinale-Party („Ich werde ungeduldig, möchte endlich unterhalten werden“) oder in ein Kaufhaus („Im Kaufhaus verliert man die Angst vor dem Altwerden“).

Der letzte Abschnitt des Buches – „Was gegen das Schlimme hilft“ – persifliert die Probleme vieler Mittzwanziger. Wie führe ich eine gesunde Beziehung? Was hilft gegen Schüchternheit? Laut Rönne: Sich drei Stunden vor einem Date betrinken und dann nicht erscheinen.

Manchmal wirkt die Lesung fast wie ein Tagesbuch-Slam. Autobiografische Elemente und journalistische Beobachtung verschwimmen. Ob das für von Rönnes Berufsstand gut ist, sei anzuzweifeln. An diesem Abend gab aber die Kurzweil den Ton an.

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