1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Raum für Kunst, Raum für Fragen

Neu-Ulm

31.05.2017

Raum für Kunst, Raum für Fragen

Gemeinsame Vorfreude: (von links) Kulturdezernent Ralph Seiffert mit den „Putte“-Aktiven Frederik Kochbeck, Martin Leibinger, Janina Schmid und Petra Schmitt in dem neuen Projektraum.
Bild: Marcus Golling

Die „Putte“ zwischen Augsburger Tor und Gänstorbrücke in Neu-Ulm soll vor allem jungen Bildhauern ein Forum bieten. Auch Impulse für das Viertel sollen von dort ausgehen.

Die entscheidenden Fragen lassen nicht lang auf sich warten beim Ortstermin in der „Putte“: Warum ist das Kunst? Und was soll das überhaupt darstellen? Ursula Hörger von der CSU sprach wohl für einige Mitglieder des Stadtratsausschusses, die sonst wenig mit Gegenwartskunst zu tun haben. Aber Janina Schmid und ihr Mann Frederik Kochbeck, beide Künstler und derzeit Stipendiaten der Ulmer Kunststiftung Pro Arte, sind auf solche Fragen vorbereitet. Jedenfalls erklärt Kochbeck schnell seine Arbeit, die aus einem Kinderstuhl aus dem Sortiment eines schwedischen Möbelhauses und einer eigens hergestellten, vergrößerten Version des Sitzmöbels besteht.

Es wird vielleicht noch ein bisschen dauern, bis die „Putte“, der städtisch geförderte Projektraum für aktuelle Kunst zwischen Augsburger Tor und Gänstorbrücke, alle Stadtratsherzen erobert hat. Auf rund 80 Quadratmetern sollen dort vor allem junge Künstler die Chance bekommen, ihre Arbeiten zu präsentieren. Wobei der Schwerpunkt auf Bildhauerei liegen soll. „Da haben wir in Neu-Ulm viele Verknüpfungen“, sagt der zuständige Referatsleiter Ralph Seiffert und meint damit vor allem den Bildhauer Edwin Scharff (1887-1955), einen großen Sohn der Stadt. „Wir sind beide Bildhauer, da kennen wir uns aus“, sagt die gebürtige Ulmerin Schmid, die ihren Mann beim gemeinsamen Kunststudium in Braunschweig kennengelernt hat. Bronzene Pferde wie bei Scharff sollten Besucher allerdings nicht erwarten. Und auch nicht Arbeiten von Schmid und Kochbeck selbst, sie sind beim Ortstermin nur Platzhalter für das, was nach der für 22. Juni geplanten Eröffnung zu sehen sein soll. Die erste Ausstellung bestreitet Malte Bartsch aus Braunschweig, Schüler von Olafur Eliasson. Bei seinem Besuch, kündigt Schmid an, werde dieser auch eine eigene Arbeit für den öffentlichen Raum entwickeln. Weitere Künstler sollen es ihm gleichtun.

Die „Putte“ – initiiert von Petra Schmitt, Martin Leibingen und Tommi Brem von der Griesbadgalerie – soll nicht nur ein Ausstellungsraum sein, sondern der Ausgangspunkt für weitere künstlerische Aktivitäten. Und dafür seien der Augsburger-Tor-Platz und seine Umgebung geradezu ideal, findet Janina Schmid. „Ein wunderbar urbaner Unort, an dem man wunderbar künstlerisch agieren kann.“ Es gehe auch darum, mit der Kunst Passanten so anzusprechen, dass sie ins Grübeln geraten.

Die Stadt unterstützt das nicht kommerziell angelegte Projekt zunächst mit 33000 Euro jährlich, organisiert ist der Kunstraum als gemeinnütziger Verein, was weitere Förderanträge ermöglicht. Die 34-jährige Janina Schmid ist für zunächst drei Jahre Leiterin. Sie und ihr Mann Kochbeck, der als Vereinsvorsitzender fungiert, sollen aber nicht allein über das Programm entscheiden. Laut Mitinitiator Leibinger sind Kooperationen mit „Offspaces“ aus anderen Städten geplant. Fred Kochbeck freut sich schon auf den Kontakt mit den Besuchern: „Wir sind ein kleiner Raum, es gibt nicht viel zu sehen. Aber wir haben viel Zeit darüber zu reden, was wir sehen.“ In der „Putte“ ist fragen immer erlaubt.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20Unfall_Falschfahrerin_neu.tif
Illertissen

Tödlicher Unfall auf der A7 

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden