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Messhofen

07.06.2019

Roggenburg setzt (sich) aufs Öko-Klo

Bei der Wannenkapelle soll ein Öko-Klo errichtet werden.
Bild: Angela Häusler

Schon lange wünschen sich Besucher eine Toilette an der Wannenkapelle bei Meßhofen. Diese will die Gemeinde nun über ein EU-Förderprogramm bekommen.

Das Projekt aus dem EU-Förderprogramm Leader hat schon einen netten Namen. Es heißt „Müssen – aber ökologisch. Stille Örtchen zwischen Donau, Iller und Alb“ und bietet teilnehmenden Gemeinden die Chance, für Wanderer und Radfahrer relativ pflegeleichte Öko-Klos anzuschaffen. Die Gemeinde Roggenburg hat daran Interesse, sie will eine Toilette für die Wannenkapelle.

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Als „nachhaltige Infrastruktur“ beschreibt das Programm die neuen Komposttoiletten, die vom Jahr 2020 an in Kooperation mit dem Verein Donautal Aktiv installiert werden sollen. Beteiligen können sich Kommunen aus den Landkreisen Neu-Ulm, Dillingen und Günzburg, bezuschusst werden neben den Toiletten auch Umkleidekabinen sowie Beschilderung.

Ein reguläres WC ist der Verwaltung zu teuer

Schon lange, berichtete Roggenburgs Bürgermeister Mathias Stölzle am Dienstagabend im Gemeinderat, bestehe bei den Besuchern der recht abgelegenen Wannenkapelle im Ortsteil Meßhofen der Wunsch nach einem stillen Örtchen. Schließlich bewegen sich dort ganzjährig Wallfahrer und immer wieder beherbergt das dortige Gotteshaus auch besondere Veranstaltungen.

Roggenburg setzt (sich) aufs Öko-Klo

Über das Vorhaben sagte Stölzle: „Es wäre eine Chance, da jetzt was zu verändern.“ Die neuartige Toilette sei zwar lediglich ein Notbehelf, werde die Situation aber doch verbessern. Die Kommune werde zudem mit der Kirchenstiftung über eine Beteiligung an den Aufwendungen verhandeln.

Die Räte waren sich über die Notwendigkeit eines Klos nahe der Kapelle einig. „Lieber gescheit machen“ wollte aber Johann Ott eine dortige Toilette. Doch der Rathauschef erwiderte, dass es zu teuer wäre, ein reguläres Toilettenhäuschen mit Wasserspülung zu bauen. Er schätzte die Kosten für eine solche Anlage, vor allem wegen der erforderlichen, langen Kanalleitung, auf 150.000 bis 200.000 Euro. Dazu kämen noch Kosten für den Unterhalt – und im Winter könnte die Leitung einfrieren.

Das Förderprojekt ist auf zwölf Jahre angelegt

Karl Heinz Aumann warf die Frage auf, ob es nicht möglich wäre, an der Rückseite der Beichtkapelle, die lediglich teilweise genutzt werde, eine Toilette zu installieren. Georg Moll erwog einen Wassertank. Doch auch der erfordere Planungen, entgegnete Stölzle. Über das Förderprogramm entscheiden müsse die Gemeinde aber schon bis 5. Juli.

Das Öko-Klo sei eine neue und vergleichsweise günstige Möglichkeit, sagte Johannes Schmid, „ich würde das mal versuchen.“ Ebenso bezeichnete es Karl Gerstlauer als gute Idee. Das Kompost-Klosett sei eine kurzfristig umsetzbare Lösung, die man bei Bedarf „immer noch ausbauen“ könne. „Im Moment ist ja gar nichts da.“ Einstimmig sprachen sich die Räte schließlich für die Anschaffung aus.

Ausgelegt ist das Toiletten-Projekt auf zwölf Jahre, danach gehen die Häuschen in den Besitz der Kommunen über. Die Kosten für die Gemeinden belaufen sich während der ersten zwei Jahre auf rund 7000 Euro, inbegriffen sind 30 jährliche Wartungen und kleine Reparaturen. Später rechnet die Gemeinde Roggenburg mit 2000 Euro jährlich. Die Ersparnis betrage durch die Förderung 60 Prozent. Zum Einsatz kommen sollen Komposttoiletten, die auch in barrierefreier Variante angeboten werden.

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