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Landkreis Neu-Ulm

10.11.2019

Roggenburg will Baulücken und Leerstände beseitigen

Auch in der Gemeinde Roggenburg stehen einige Gebäude leer.
Bild: Andreas Brücken (Symbolfoto)

Die Klostergemeinde und andere Kommunen im Landkreis Neu-Ulm lassen sich Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen.

132 Baulücken, 20 leer stehende Höfe, 49 Grundstücke, die nur zu einem knappen Viertel bebaut sind: Wie in vielen anderen Gemeinden ließe sich in Roggenburg innerorts vieles nachverdichten. Das macht der aktuelle Zwischenbericht deutlich, den die Gemeinde zusammen mit sechs weiteren Kommunen gerade erarbeiten lässt. Ziel dieser Untersuchung ist ein Innenentwicklungskataster, das im Rahmen des Förderprogramms „Integrierte Ländlichen Entwicklung“ erstellt wird.

Das Kataster soll die Möglichkeiten zur innerörtlichen Entwicklung von Buch, Illertissen, Kellmünz, Oberroth, Osterberg, Roggenburg und Unterroth zusammenfassen. Auf Basis der Ergebnisse können die Kommunen entscheiden, ob es sich für sie anbietet, ein spezielles Flächenmanagement zu betreiben.

37 Baulücken gibt es allein in Schießen

Die Roggenburger Ergebnisse stellte Bürgermeister Mathias Stölzle am Dienstagabend im Gemeinderat vor. Demnach haben die Fachleute eines Ingenieurbüros aus dem mittelfränkischen Gunzenhausen die Gebiete kleinteilig untersucht, kartiert und unbebaute Flächen in verschiedene Kategorien eingeteilt. Dazu gehören leer stehende Wohngebäude, Höfe mit Restnutzung, komplett leere Höfe, leere Gewerbebrachen oder klassische Baulücken. Letztere gibt es viele in Roggenburg, 132 sind es insgesamt, die meisten davon in Schießen (37), an zweiter Stelle liegt Biberach mit 31.

Roggenburg will Baulücken und Leerstände beseitigen

Außerdem gibt es in der Kommune 49 geringfügig bebaute Grundstücke, bei denen nur 22 Prozent des Grundstücks belegt ist. Vergleichsweise groß ist auch die Anzahl an Hofstellen mit Restnutzung in Roggenburg: Es sind insgesamt 35, zehn davon liegen in Meßhofen. Komplett unbewohnt sind 20 Hofstellen.

Der Bürgermeister sagte: „Es hat mich überrascht, wie viele Baulücken da sind.“ Gerade die Baulücken, von denen die meisten in überplanten Gebieten liegen, machten ihm Sorgen, auch, weil sie die Ortsbilder stark prägen.

Der vollständige Bericht wird im Januar in Illertissen vorgestellt

Abhilfe zu schaffen wird aber schwierig: Die allermeisten betroffenen Areale befinden sich in Privatbesitz. „Hauptknackpunkt werden die Eigentümerinteressen sein“, sagte Stölzle, die Gemeinde müsse dennoch versuchen, Einfluss zu nehmen. Etwa über eine Weiterentwicklung der Bebauungspläne, die Festlegung von Bauverpflichtungen bei Grundstücksgeschäften oder auch durch ein interkommunales Förderprogramm. Es gelte außerdem, entsprechende Öffentlichkeitsarbeit zu machen und mit guten Argumenten für die Schließung der Lücken zu werben. Stölzle: „Die grüne Wiese ist am Ende ja die teuerste Lösung.“ Standorte in gewachsener Umgebung hätten viele Vorteile, angefangen bei der schon vorhandenen Erschließung. Die Gemeinderäte sahen die Initiative positiv. „Irgendwann muss man damit mal anfangen und mit den Leuten reden“, sagte etwa Anton Schmid.

Möglicherweise, sagte Stölzle einen Tag nach der Sitzung auf Nachfrage unserer Redaktion, einigen sich die beteiligten Kommunen auf eine gemeinsame Strategie, um gegen die Leerstände anzugehen. Dazu könnte gehören, zu Eigentümern von leeren Gebäuden und unbebauten Grundstücken Kontakt aufzunehmen und auch als Kommune zu versuchen, Objekte zu erwerben. Spätere Maßnahmen könnten Teil eines gemeinsamen Flächenmanagements sein, das eventuell aus der jetzigen Initiative als neues Projekt hervorgeht.

Bis Ende des Jahres wird der Bericht noch vervollständigt. Er soll am 21. Januar in Illertissen vorgestellt werden.

In der Sitzung des Gemeinderats wurde auch über den Kindergarten in Biberach gesprochen. Mehr dazu hier: Das Landratsamt rät Roggenburg zum Bau einer neuen Kinderkrippe

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