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Neu-Ulm

30.03.2015

Schiedsrichter steht nach Angriff wieder auf dem Platz

Vor einer Woche hatte der junge Schiedsrichter Dominik Gavranaj ein äußerst unangenehmes Erlebnis: Er wurde bei einem Jugendspiel getreten, geschlagen und beleidigt.
Bild: Uta Wittke

Vor einer Woche wurde Schiedsrichter Dominik Gavranaj aus Holzheim von einem Trainer attackiert. Wie er das Erlebte verarbeitet und warum er schon wieder auf dem Platz steht.

Herrliches Frühlingswetter begleitete am Samstag das Leistungsstaffelspiel der B-Junioren in Beuren. Auf dem Platz: Die SGM Beuren/ Pfaffenhofen, der VfL Ulm/Neu-Ulm und Schiedsrichter Dominik Gavranaj aus Holzheim. Dass ein Punktspiel ohne Unparteiischen nicht möglich ist, weiß jeder, der sich für Fußball interessiert. Doch dass Gavranaj die Partie leitete, war nicht selbstverständlich – denn erst vor einer Woche hatte der junge Referee bei einem anderen Einsatz ein einschneidendes und äußerst unangenehmes Erlebnis: Er wurde, wie berichtet, bei einem Jugendspiel des FV Senden gegen die SGM Wiblingen/Unterweiler vom Jugendtrainer des Wiblinger Teams getreten, geschlagen und beleidigt. Ein Vorfall, der nicht nur den Spielabbruch, sondern auch einen Polizeieinsatz nach sich zog.

Gavranaj bleibt gelassen

Das Spiel in Beuren verläuft dagegen friedlich. Abgesehen vielleicht von vergleichsweise harmlosen Zwischenrufen in der Art von „Schiri, das kann man auch mal pfeifen!“. Solche treiben den Puls bei einem erfahrenen Schiedsrichter aber nicht nach oben. Gavranaj reagiert entspannt: „Bleib cool“, ruft der 19-Jährige etwa einem empörten Spieler zu, „ich hab das schon gesehen“.

Die Woche zuvor jedoch waren solch beruhigenden Worte umsonst. Während der ersten Halbzeit sei eigentlich alles in Ordnung gewesen, beschreibt Gavranaj den Verlauf des Jugendspiels in Senden aus seiner Sicht. Dann jedoch sei die Stimmung bei der nach Toren zurückliegenden Mannschaft stetig schlechter geworden. Während Gavranaj aufgrund des zunehmend rabiateren Spiels immer häufiger habe eingreifen müssen, sei der Trainer am Spielfeldrand immer lauter geworden. Der Spielführer des Wiblinger Teams hätte den Mann eigentlich beruhigen sollen, erzählt der Schiedsrichter weiter. Doch diese Idee ging grandios schief: Statt die Wogen zu glätten, habe der Kapitän der Wiblinger noch Öl ins Feuer gegossen. Der Trainer habe die Selbstbeherrschung verloren und seinen Zorn schließlich handgreiflich über dem Schiedsrichter geäußert. Zwar habe der TV Wiblingen über den aggressiven Mann offenbar ein Hausverbot verhängt, so Gavranaj . Mit den Folgen des unsportlichen Ausrasters muss aber der Angegriffene selbst klarkommen.

Unterstützung der Kollegen hat geholfen

Denn auch wenn von den Blessuren glücklicherweise nichts mehr zu sehen ist, der Schreck sitzt tief. Dass Gavranaj schon eine Woche später wieder zur Pfeife greifen konnte, hat er seinen Kollegen zu verdanken. Die Unterstützung seiner Schiedsrichtergruppe Illertal habe ihm sehr geholfen, erzählt der 19-Jährige. Die anderen Schiedsrichter hatten noch am selben Nachmittag aus dem Internet von dem Vorfall erfahren und sich sofort bei ihrem jungen Kollegen gemeldet. Die erfahrenen Spielbetreuer stärkten ihm den Rücken und halfen, das Erlebte zu verarbeiten. „Wir haben gute Gespräche geführt“, sagt der Holzheimer und ist sich sicher: „Ohne diesen Zuspruch hätte ich noch nicht wieder so bald gepfiffen.“

Gavranaj ist "gerne Schiedsrichter"

Trotz seiner Jugend leitet Gavranaj schon seit fünf Jahren Punktspiele. Einen vergleichbaren Vorfall musste er noch nie erleben. „Das war glücklicherweise das erste Mal“, erzählt er und schüttelt den Kopf: „So etwas darf beim Fußball nicht vorkommen.“ Der Sport solle Freude machen, findet Gavranaj, der früher selbst beim TSV Holzheim kickte. Den Spaß an seinem Job will er sich durch das unangenehme Erlebnis nicht verderben lassen. Er sei wirklich gerne Schiedsrichter, bekräftigt er.

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