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Ulm

13.10.2018

Schon wieder stehen in Ulm Rocker vor Gericht

Personenkontrollen vor dem Rocker-Prozess am Ulmer Landgericht.
Bild: A. Kaya

Mitglieder einer Bande sollen nach Provokationen vor einem Ulmer Bordell auf Gegner losgegangen sein.

Erst am Donnerstag ist ein aufsehenerregender Prozess um einen Rockerkrieg in Ulm zu Ende gegangen. Seit Freitag läuft das nächste Verfahren am Ulmer Landgericht, in dem es um Gewalt zwischen zwei verfeindeten Gruppen in der Stadt geht. Am 9. Mai 2015, einem Samstag, sollen Mitglieder der Bande „Rockmachine“ auf zwei Männer losgegangen sein, die zu „United Tribuns“ gehören. Ein Mitglied der „United Tribuns“ war an einem Donnerstagmittag im April 2016 bei einer Schießerei mit den „Black Jackets“ in Heidenheim tödlich verletzt worden.

Lesen Sie hier: Tödliche Schießerei zwischen Rocken in Heidenheim vor zwei Jahren

Auslöser des Angriffs, um den es nun im Prozess am Landgericht geht, waren laut Anklage Provokationen der beiden Opfer: Die Männer sollen vor einem Bordell in der Blaubeurer Straße in Ulm mit martialischen Gebärden aufgetreten sein und sich dabei selbst gefilmt haben. Das Bordell wird von in der Stadt einschlägig bekannten Brüdern betrieben, die zu „Rockmachine“ gehören. Als Reaktion auf die Provokation sollen diese Brüder wenig später gemeinsam mit weiteren Mitgliedern ihrer Bande ins Donautal gefahren sein, wo die beiden Männer der „United Tribuns“ in einem Auto unterwegs waren. Die Mitglieder von „Rockmachine“ um das Brüderpaar verprügelten die „United Tribuns“. Nun sind die Angreifer wegen gemeinschaftlich begangener Körperverletzung angeklagt.

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Landgericht Ulm: Prozess gegen Mitglieder von Rocker-Bande

Der Prozess wird vor dem Landgericht Ulm verhandelt – aber nicht, weil die Tat so schwerwiegend war. Das Amtsgericht hat den Fall wegen seines großen Umfangs weitergereicht. Die Staatsanwaltschaft fordert zumindest bei einem Teil der Angeklagten Haftstrafen ohne Bewährung. Über die geforderte Höhe der Haft machte die Anklagebehörde nach Angaben des Vorsitzenden Richters Wolfgang Tresenreiter am Freitag keine Angaben. Amtsgerichte sind in Strafsachen zuständig, wenn eine Freiheitsstrafe von maximal vier Jahren zu erwarten ist.

Am ersten Prozesstag gab es nach Angaben von Richter Wolfgang Tresenreiter, der die Verhandlung leitet, zunächst nur allgemeine Gespräche. Die Angeklagten hätten aber zumindest teilweise für den nächsten Prozesstag Erklärungen angekündigt. Die Verhandlung wird am kommenden Freitag, 19. Oktober, fortgeführt.

Lesen Sie auch: Urteil im Rocker-Prozess nach Angriff am Schwörmontag gefallen

"Rockmachine" gegen "United Tribunes"

Beim ersten Verhandlungstag war das Polizeiaufgebot vor und in dem Gerichtsgebäude in der Olgastraße groß. Nach Informationen unserer Zeitung trug einer der Männer, die zum Prozess kamen, vor dem Justizgebäude ein Emblem der „Hells Angels“ – einer Bande, zu der nach eigenen Angaben weltweit 466 lokale Klubs gehören. Seit Jahrzehnten werden die „Hells Angels“ in vielen Ländern mit Verbrechen in Verbindung gebracht. Als der Mann das Gerichtsgebäude betrat, hatte er das Emblem abgelegt.

Seit Jahren kommt es in Ulm und im Umland immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Rocker-Gruppen. Dabei kämpften „Bandidos“, „Black Jackets“, „Rockmachine“ und „United Tribuns“ um die Vorherrschaft. Am Donnerstag wurden sieben Mitglieder der kurdischen Rocker-Bande „Bahoz“ wegen gemeinschaftlichen Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung verurteilt – fünf zu Bewährungsstrafen, zwei zu Haftstrafen. Die Männer, alle gebürtige Ulmer, hatten am Schwörmontag 2016 einen Schnellimbiss in der Ulmer Innenstadt überfallen. Der Betreiber des Lokals war der Sohn des Präsidenten von „Osmanen Germania“ – einer verfeindeten türkischen Rocker-Bande.

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