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Neu-Ulm

19.12.2020

Schulhund Elli erobert die Herzen an einer Realschule in Pfuhl

Elli ist der ausgebildete Schulhund von Lehrerin Birgit Ripperger-Lüke an der Inge-Aicher-Scholl-Realschule im Schulzentrum Pfuhl/Burlafingen. Mit dem zehnjährigen Fünftklässler Luca versteht sich Elli sehr gut (hier in der Schülerbücherei).
Bild: Stefan Kümmritz

Plus Seit Juni ist der staatlich geprüfte Vierbeiner an der Inge-Aicher-Scholl-Realschule in Pfuhl im Einsatz. Wie der Malteser-Hund dort Schülern hilft.

Alle lieben Elli. Vor allem an der Inge-Aicher-Scholl-Realschule innerhalb des Schulzentrums Pfuhl/Burlafingen. Und besonders mittwochs. Denn da bringt die Lehrerin für Musik und Deutsch, Birgit Ripperger-Lüke, in der Regel Elli mit. Elli ist ein kleiner, weißer, etwas wuscheliger Malteser-Hund und er darf, ja soll sogar mit in den Unterricht kommen.

Denn der fünf Kilo schwere und 28 Zentimeter hohe Vierbeiner ist kein gewöhnlicher Hund, sondern ein geprüfter Schulhund. Gewissermaßen mit pädagogischen Aufgaben, auch wenn ihm selbst das kaum bewusst sein dürfte.

Ein Schulhund für die Inge-Aicher-Scholl-Realschule in Pfuhl

„Ich hatte davon gehört, dass es solche Hunde gibt“, berichtet Birgit Ripperger-Lüke. „Wir haben zu Hause einen 15-jährigen Hund, aber der ist zu alt für die Schule. Dann haben wir vor eineinhalb Jahren Elli bekommen und ich beschloss, sie in der Schule einzusetzen.“ Schulleiter Stefan Vielweib und die Lehrerschaft waren nicht nur einverstanden, sondern begeistert von dem Plan und seit dem Sommer kommt die Lehrerin immer wieder mit Elli zur Schule. „Normalerweise nehme ich sie in meinen Unterricht mit, was den Kindern richtig guttut“, so Ripperger-Lüke. „Da sind die Schüler der anderen Klassen ganz schön neidisch und immer wieder werde ich gefragt, ob ich Elli nicht auch einmal zu ihnen bringen könne.“ Was gelegentlich auch geschieht. Dann lernen auch diese Schüler Elli näher kennen und erfahren allgemein etwas über Hunde.

Elli ist kein gewöhnlicher Hund. Sie macht einen sehr aufmerksamen, forschen Eindruck und versteht sich offensichtlich bestens mit Menschen. Das liegt sicher auch an der Ausbildung, die sie genoss. Nicht jeder x-beliebige Hund kann als Schulhund eingesetzt werden.

Elli, der Schulhund aus Pfuhl, ist staatlich geprüft

„Wir haben Elli zum Schulhundeteam angemeldet und als es nicht anders ging, haben wir an die Ausbilder Videos von ihr geschickt, damit sie Eindrücke von Ellis Verhalten sammeln konnten“, erzählt Ripperger-Lüke. „Nach einer Woche Blockausbildung haben wir mit Elli die theoretische und praktische Prüfung bestanden und sie wurde als Schulhund anerkannt.“ Bei der Ausbildung ging es darum, dass Elli eine gute Körperhaltung und ein gutes Verhalten auch gegenüber Kindern hat und keine Menschen beißt, sowie darum, wie ein Klassenzimmer, in dem Elli meist ist, eingerichtet sein soll und welche gesundheitlichen Dinge zu beachten sind. Vornehmlich hat Birgit Ripperger-Lüke den Hund mit in ihren Deutsch-Unterricht der früher siebten und jetzt achten Klasse mitgenommen. Bei einer Doppelstunde dürfen sich die Kinder, so berichtet die Lehrerin, zunächst ein wenig mit dem Hund beschäftigen. „Elli soll für eine ruhige Atmosphäre sorgen“, sagt Ripperger-Lüke. „Das klappt gut und nach dem Unterricht dürfen die Kinder Elli dann wieder streicheln und ihr ein Leckerli geben.“

Zu den Schülern, die Elli besonders mögen, gehört der zehnjährige Fünftklässler Luca. Er hatte etwas Leseschwäche und deshalb darf er jetzt, wenn möglich, bis Februar in die Lesestunde in der Schülerbücherei. Dann kommt ein anderer dran. „Das ist schön“, sagt Luca. „Da sind dann nur meine Lehrerin und Elli. Da kann ich mich toll konzentrieren und werde nicht ausgelacht. Das stärkt mein Selbstvertrauen. Und Elli ist so süß.“

Der Schulhund hilft dabei, dass Kinder das Lesen lernen

Und wie Birgit Ripperger-Lüke verrät, liest Luca jetzt schon viel besser. Dazu trägt auch Elli bei, die in der Lesestunde oft an Lucas Seite sitzt. Besonders amüsieren sich die Schüler, wenn Elli kleine Kunststückchen macht. Pfötchen geben, Männchen machen, eine Rolle hinlegen oder bei „Piffpaff“ sich hinwerfen, als ob sie gerade erschossen worden sei. Letzteres scheint Elli besonders zu mögen ... „Uns Lehrern gefällt das“, sagt Stefan Vielweib. „Die Resonanz an unserer Schule ist sehr positiv. Wir sehen, dass die Ausbildung des Hundes nicht umsonst war. Das mit ihm ist eine hervorragende Einrichtung. Elli wird sicher noch lange hierbleiben.“

Derzeit muss Elli zwar daheim bleiben, da das Kultusministerium den Präsenzunterricht an bayerischen Schulen in dieser Woche enden ließ. Doch nach den Ferien können sich die Schülerinnen und Schüler in Pfuhl wieder auf ihren Schulhund freuen.

Der Hund ist in der Realschule seit Juni im Einsatz und bewährt sich alleine schon durch seine Anwesenheit und Zutraulichkeit als eine Art sozialer Helfer in Sachen Verträglichkeit, Fähigkeit zur Ruhe und Konzentrationsfähigkeit der Schüler. „Und Elli wächst immer besser in ihren Beruf hinein“, sagt ihre Besitzerin mit leichtem Augenzwinkern. Wobei das Projekt zwar Spaß macht, aber kein Spaß, sondern ernst zu nehmen ist.

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