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Nersingen

26.05.2019

Schutz für alte Eichen in Nersingen

Alte Eichen werden in Nersingen nun besonders geschützt.

Nersingen macht bei Pilotprojekt mit und könnte zum Vorbild werden. Es soll auch auf den Straßen mehr Sicherheit bringen.

Die Gemeinde Nersingen wird am bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) Wald teilnehmen – und dabei alte Eichen schützen. Michael Mayr, Leiter des Forstreviers Pfaffenhofen an der Roth und auch für die Waldfläche in Nersingen zuständig, stellte das Förderprogramm dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung vor.

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Konkret geht es um den Erhalt alter Eichenbestände, das sind Bäume, die älter als 100 Jahre alt sind. Denn diese seien maßgeblich für den Erhalt der guten Habitatstruktur für viele Vögel. Auf der Waldfläche zwischen dem Ortsverbindungsweg Nersingen/Leibi sowie dem Bereich des Waldspielplatzes wurden insgesamt 132 förderfähige Eichen ausgewählt und bereits gekennzeichnet. Diese stehen in den kommenden zwölf Jahren unter besonderem Schutz, dürfen nicht gefällt werden. Ausnahme: Es dient der Verkehrssicherheit. In diesem Fall müsste aber das Totholz dort gelassen werden. Dafür erhält die Gemeinde Nersingen eine Förderung in Höhe von insgesamt 23290 Euro.

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Nersingen bekommt Fördergeld

Als Sabine Krätschmer (SPD) nachfragte, welche Aufgaben die Gemeinde nun habe, antwortete Mayr: „Mehraufwand für die Gemeinde sehe ich eigentlich gar keinen.“ Eventuell müsste die Markierung zwischendurch mal erneuert werden. Der Forstoberinspektor erklärt, man habe natürlich bereits bisher nach den Eichen geschaut – und sorgfältig abgewogen, ob eine gefällt werden muss. „Das war für uns eigentlich alles selbstverständlich.“ Aber: „Es ist jetzt eine Zeit, wo man seine Taten auch mal nach außen vermarkten muss.“

Albert Riedl (CSU) erklärte: „Da gibt’s nichts dran zu mäkeln. Es ist ja selten, dass man Geld kriegt, obwohl man nichts zu tun hat.“ Er fragte, was passiere, wenn ein Baum versehentlich gefällt werde, wenn die Markierung nicht mehr erkennbar ist. Mayr sagte, dass die Förderung in diesem Fall komplett zurückgezogen werden kann, eventuell sei aber auch die Ausweisung eines Ersatzbaums möglich. Unklar sei auch, was bei schwerem Unwetter passiere.

Bürgermeister Erich Winkler betonte: „Ich freue mich besonders, dass wir bei diesem Pilotprojekt mitmachen dürfen. Das macht uns ein Stück weit zur Vorzeigekommune.“ Auch Forstoberinspektor Mayr äußerte die Hoffnung, dass sich nach Nersingen auch andere Kommunen und Waldbesitzer für dieses Programm interessieren. „Ich würde mir auch wünschen, dass es dann auch Nachahmer gibt.“

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