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Ulm/Neu-Ulm

22.07.2019

Schwertransport war wieder zu schwer für Gänstorbrücke

Erneut hat ein Schwertransport, dessen Fahrt für diesen Bereich nicht genehmigt war, die Gänstorbrücke in Richtung Neu-Ulm überfahren.
Bild: Ingenierubüro Schliessel Gehlen Sodeikat/Überwachungskamera

Bauwerk Knapp 60 Tonnen wiegt Laster, der die Gänstorbrücke illegal überquert. Sensoren melden Verformungen.

Ulm/Neu-Ulm Es ist wieder passiert: Ein Megalastwagen mit einem Gewicht von 55 bis 60 Tonnen ist über die Gänstorbrücke gefahren, obwohl das Bauwerk nur für maximal 24 Tonnen erlaubt ist. Die Stadt Ulm meldete am Montag den Vorfall. Geschehen ist das Ganze aber bereits am vergangenen Mittwoch. Das Monitoringsystem habe Verformungen registriert und Alarm ausgelöst.

Die Fahrt wurde – wie schon beim Vorfall im Mai – von der installierten Überwachungskamera, die bei solchen Ereignissen auslöst, dokumentiert, das heißt der Übeltäter ist bekannt, sodass der Vorfall zur Anzeige kommen kann. Wie aber jüngst bereits Baubürgermeister Tim von Winning im Bauausschuss sagte, taugt das zu erwartende Bußgeld kaum, um der Stadt in Sachen Brückenneubau weiter zu helfen. Zudem sei der entstandene Schaden bei einer solchen Ordnungswidrigkeit schwer zu beziffern. Die Vorfälle werden von der Stadt Ulm zivilrechtlich verfolgt, mit dem Ziel, Schadenersatz bezüglich der Kosten für die durch die Überfahrt ausgelösten Untersuchungen zu erlangen.

Dazu: 77-Tonner beschädigt marode Gänstorbrücke

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Nach ersten Ergebnissen der Auswertungen hatte der Transport ein Gesamtgewicht von etwa 55 bis 60 Tonnen. Erlaubt sind nur 24 Tonnen in Richtung Neu-Ulm und 40 Tonnen in Richtung Ulm. Dieser Unterschied ist nach Angaben der Sachgebietsleitung Ingenieurbauwerke am Ulmer Rathaus bedingt durch die unterschiedliche Arbeitseinteilung der beiden für die Beschilderung zuständigen Baubetriebshöfe Ulm und Neu-Ulm. Aber durch baulich getrennten Überbauten der Brücke seien die Unterschiede auch plausibel. Das heißt: Im Grunde besteht die Brücke aus zwei Bauwerken, die unterschiedlich belastbar sind. Fakt ist: Beide Teilbauwerke weisen erhebliche, systematische, irreparable und standsicherheitsrelevante Schädigungen auf.

Lesen Sie auch: Gänstorbrücke: Das völlig marode Denkmal

Aufgrund dieses erneuten Vorfalls diskutiert die Stadtverwaltung gemeinsam mit den Neu-Ulmer Kollegen nun eine generelle Sperrung der Gänstorbrücke für Lastwagen über 3,5 Tonnen. Zur Sicherung dieses Verbots könnte auch eine Höhenbegrenzung angebracht werden, so Roswitha Schömig von der zuständigen Sachgebietsleitung. Im Interesse der Stadtverwaltungen liegt in erster Linie die Aufrechterhaltung des Betriebs der Gänstorbrücke bis zu deren Neubau.

Der genaue Schädigungszustand der Brücke lasse sich aufgrund der Vielzahl an Spanngliedern durch zerstörungsfreie Prüfmethoden nicht feststellen. Es gibt wie berichtet Korrosionsvorgänge, die sich nicht stoppen lassen und die unweigerlich zu weiteren Schädigungen führen werden. Der Zustand der Brücke unterliege damit weiteren Veränderungen über die restliche Nutzungsdauer.

Für ein „Notfallszenario“ will sich die Stadt Ulm jetzt wappnen. Gerhard Fraidel, der Leiter der Abteilung Verkehrsinfrastruktur bei der Stadt Ulm, hält es nämlich wie berichtet nicht für ausgeschlossen, dass die Verbindung zwischen der Doppelstadt urplötzlich gesperrt werden muss. Ein im vergangenen Jahr installiertes Überwachungssystem soll nun mit einem automatischen Alarmierungssystem zur Sperrung per Ampel verknüpft werden. Wenn dann erneut ein Schwertransport über die Brücke donnert, schalte die Ampel sofort auf Rot.

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23.07.2019

Unglaublich, wie man Schilder einfach ignoriert!

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