1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Sechs vorbildliche Persönlichkeiten

Ehrung

10.10.2019

Sechs vorbildliche Persönlichkeiten

Ehrung im Landratsamt: Unser Bild zeigt von links: Rudolf Böhm, Leopold Singhofer, Landrat Thorsten Freudenberger, Sylvia Rohrhirsch, Herbert Miller, Peter Ipawitz und Gerhard Shehotta.
Bild: Alexander Kaya

Eine Frau und fünf Männer haben sich um die Gesellschaft besonders verdient gemacht

Mit dem Gemeinsinn innerhalb der Gesellschaft steht es heutzutage nicht immer zum Besten. Dennoch gibt es Menschen, die sehr viel für andere tun, ohne dafür einen Cent zu verlangen. Sie bekommen ihren „Lohn“ oft später, in Form von Ehrungen. So wie am Mittwoch. Da überreichte Landrat Thorsten Freudenberger hohe Auszeichnungen an verdiente Persönlichkeiten: fünfmal die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und einmal das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Neben den bei solchen Gelegenheiten üblichen und auch angebrachten Worten über den Wert des Ehrenamtes, war es Freudenberger auch wichtig, die aktuellen Probleme beim Miteinander anzusprechen, weshalb er von seinem vorformulierten Redetext abwich. Er sagte, in den sozialen Medien sehe man im Minutentakt, wie man nicht miteinander umgehen solle. Er erwähnte dabei auch die Polizei und Ehrenamtliche, die immer wieder für ihr Tun attackiert werden: „Wir brauchen eine Streitkultur, aber eine, die ohne Abwertung und Beleidigung auskommt.“ Gerade in Zeiten, „in denen wir mit sozialer Kälte, Ignoranz und Feindseligkeit konfrontiert sind, brauchen wir Werte wie Zusammenhalt, Geborgenheit und Solidarität.“ Für all das stehen die Ausgezeichneten.

Als einzige Frau geehrt wurde Sylvia Rohrhirsch aus Bellenberg. Sie ist bekannt geworden durch ihre zahlreichen Hilfseinsätze in Krisengebieten. Seit 2004 hatte sie sich etwa in Kenia, Burkina Faso, Mali oder nach dem verheerenden Erdbeben in Pakistan engagiert. Die gelernte Krankenschwester habe die Not ungezählter Hilfsbedürftiger gestillt, lobte Freudenberger. Darüber hinaus hat sie sich „über das normale Maß hinaus“ in der Flüchtlingsarbeit engagiert. Sie koordiniert die Asyl-Helferkreise im Landkreis Neu-Ulm. Für Freudenberger ist ihr Einsatz ein herausragendes Beispiel für Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Auf völlig anderem Gebiet hat sich Rudolf Böhm seine Verdienste erworben. Der ehemalige Schriftsetzer der Illertisser Zeitung widmete sein Engagement der Musik. Er war unter anderem 21 Jahre lang Dirigent der Illertisser Stadtkapelle, die er zu einem sinfonischen Blasorchester „von überregionalem Spitzenrang“ formte. Zudem widmete er sich der Förderung des musikalischen Nachwuchses. Er war unter anderem Bezirksdirigent des ASM-Bezirks 8 und hat viele Jahre lang als Küchenchef die Besucher des Altstadtfests bekocht.

Der Neu-Ulmer Peter Ipawitz hat sich drei Jahrzehnte lang in der Deutschen Herzstiftung engagiert, vielen Menschen wertvolle Hilfe gegeben und mit seinen Aufklärungsaktionen „wahrscheinlich so manchem das Leben gerettet“, sagte der Landrat. Seit knapp 20 Jahren betreut er als Beauftragter die Kreise Neu-Ulm und Heidenheim sowie die Stadt Ulm.

Herbert Miller hat mit seinem vielfältigen Engagement seine Heimatstadt Weißenhorn bedeutend mitgeprägt. Er führte 37 Jahre lang die Kolpingfamilie, leitete 26 Jahre lang „mit viel Herzblut“ deren Theatergruppe und schaut im Historischen Stadttheater seit den 70er- Jahren als Hausmeister nach dem Rechten. Auch in der Kirche war er jahrzehntelang aktiv, ebenso im Weißenhorner Stadtrat.

Millers Einsatz findet der Landrat genauso beeindruckend wie den von Gerd Snehotta, der seit Jahrzehnten „einer der größten Aktivposten im öffentlichen Leben von Roggenburg“ ist. Er prägt seit mehr als 50 Jahren den Ort mit, sei es als Vorsitzender der Landjugendbewegung Biberach und der Musikkapelle Biberach/Asch, als treibende Kraft beim Bau des „Hauses der Vereine“ oder als „Galionsfigur“ des ASM-Bezirks 9, dessen Vorsitzender er unter anderem war. Snehotta engagierte sich führend im Pfarrgemeinderat von St. Sebastian in Biberach und als Kommunalpolitiker im Gemeinderat Roggenburg. Gründungsmitglied des Theatervereins ist er auch. Als einen „Glücksfall für die ganze Stadt“ bezeichnete Freudenberger den Vöhringer Leopold Singhofer. Er war unter anderem sehr lange aktiv in der Kirchenverwaltung von St. Michael, beim Kolpingwerk und dem VdK. Er setzte sich vor allem für die Rentnergeneration ein und erhielt dafür das Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren