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Senden

04.11.2019

Sendener Funker hatten schon einen König an der Strippe

Jürgen Oehme im Clubheim in Witzighausen.
Foto: Angela Häusler

Plus Die Amateurfunker des Ortsverbandes Illertal haben am Wochenende ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert – und dabei Besuchern ihr Hobby näher gebracht.

Vertikalantenne, Megahertz, Transceiver, Kurzwelle, UKW: Solche Begrifflichkeiten hagelt es in Senden wohl nur an einem Ort – im Clubheim der Amateurfunker in Witzighausen. Sie feierten am Wochenende 50-jähriges Bestehen und luden Interessierte in ihre Räume ein. Und diese füllten sich rasch mit Besuchern.

Das Clubheim über dem Kindergarten in der Veilchenstraße besteht bereits seit 40 Jahren, berichtete Karl Otto Müller von Lossow, Vorsitzender des Ortsverband Illertal T16 im Deutschen Amateur-Radio-Club. Für die aktuell 41 Amateurfunker aus Senden und Umgebung sind die von der Stadt zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten ein enormer Vorteil. So können die Mitglieder in der eigenen „Funkbude“ gekaufte und selbst gebaute Geräte dauerhaft aufbauen und über die Antennenanlage auf dem Dach weltweit kommunizieren. Sogar mit dem jordanischen König Hussein haben sie vor Jahren einmal gefunkt, berichtet der Vereinschef, „Amateurfunk ist eben völkerverbindend“. Auch Astronauten und Minister hatten die Sendener über die Jahre schon an der Strippe.

Gegründet wurde der Ortsverband 1969 mit damals 28 technikbegeisterten Mitgliedern. Zeitweise stieg die Zahl auf 64 Aktive. „Die einen wollen basteln, die anderen wollen quatschen, und manche wollen beides“, bringt Jochen Dreier aus Weißenhorn die Motivation der Funkamateure auf den Punkt. Er sitzt gerade vor einem Selbstbau, mit dessen Hilfe er feststellen kann, wie gut eine an der Rückseite angebrachte Antenne funktioniert. Für ihn gehört das elektronische Basteln unabdingbar zum Spaß des Amateurfunkens dazu – und damit ist er in den beiden Räumen des OV nicht alleine.

Amateurfunker Witzighausen feiern 50. Geburtstag

Nicht immer funken sie vom Clubheim aus, sondern meistens von zuhause. Die Gerätschaften im Eigenheim seien meist eingeschaltet, erzählt Vereins-Pressesprecher Jürgen Oheme, und man treffe sich täglich auf der Ortsfrequenz: Auf 145,250 Megahertz. „Darüber verabreden wir uns auch oft, zum Beispiel zum Mittagessen“, so Oehme. Zweimal wöchentlich haben die Mitglieder einen Technikabend, wo sie gemeinsam fachsimpeln.

Besondere Highlights im Vereinsleben sind so genannte „Fielddays“, wo sich die Funker unter freiem Himmel zusammentun, Anlagen und Antennen aufbauen und unter diesen Bedingungen testen. Schließlich, das machen sie immer wieder deutlich, wollen sie für den Fall der Fälle gerüstet sein: Für Krisenzeiten, zum Beispiel mit großflächigem Stromausfall. Bei Bedarf können die einfallsreichen Funker das eine oder andere Gerät auch mit einer Autobatterie betreiben, berichtet Vereinsmitglied Mario Schneider, der an einem Laptop verfolgt, wo in Europa gerade Sendestationen aktiv sind.

Amateurfunker müssen eine Prüfung ablegen

Nebenan berichtet Jugendleiter Jörg Steimann Besuchern gerade, dass er den kleinen Sender, der vor ihm liegt, aus einfachstem Material gebaut hat: „Das alles hier hat vielleicht drei, vier Euro gekostet“. Jetzt sendet das Konstrukt mit einem Draht als Antenne regelmäßige, piepsende Signale, die ein Bildschirm als Welle sichtbar macht. Mit seiner spürbaren Begeisterung für Elektrotechnik und Funkfrequenzen steckt Steimann auch Jugendliche an: Immerhin sind derzeit sieben junge Leute unter 25 Jahren in der Vereinsjugend aktiv. Sie lernen mit Messgeräten und Bauteilen umzugehen und bauen unter anderem ausgediente Geräte um. Und sie lernen die Regeln, die für den Amateurfunk gelten. Das Know-How ist wichtig, schließlich müssen Amateurfunker eine Prüfung ablegen, um senden zu dürfen. Immer wieder Nachwuchs fürs Funken zu begeistern, versucht der Verein mit Feriennachmittagen, an denen gemeinsam erste Schaltungen gebaut und getestet werden.

Und auch mit neuester Technik setzen sich die Mitglieder auseinander: Durch Computer und Internet wandeln sich stetig auch die Möglichkeiten der Funktechnik. Da heiße es immer am Ball bleiben, so Vorsitzender Müller von Lossow.

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