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Musik

13.01.2020

Sinfonische Bläserklänge und feiner Gesang beim Neujahrskonzert des Polizeiorchesters

Das Polizeiorchester Bayern trumpfte in Senden auf. Das sinfonische Blasorchester, dirigiert von Johann Mösenbichler (links), konnte als Klangkörper an der Seite der Sängerin Ute Ziemer glänzen – und auch mit den solistischen Qualitäten der Instrumentalisten.
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Das Polizeiorchester Bayern trumpfte in Senden auf. Das sinfonische Blasorchester, dirigiert von Johann Mösenbichler (links), konnte als Klangkörper an der Seite der Sängerin Ute Ziemer glänzen – und auch mit den solistischen Qualitäten der Instrumentalisten.

Das Polizeiorchester Bayern überzeugt in Senden – auch dank der überragenden Sopranistin Ute Ziemer.

Seit vielen Jahren ist das Neujahrskonzert des Polizeiorchesters Bayern in Senden ein Garant für ein begeistertes Publikum in einem voll besetzten Saal. So war es auch in diesem Jahr vom ersten Einsatz für die John-Williams-„Liberty Fanfare“ bis zum Schlussakkord des traditionellen Radetzky-Marsches. Aber danach waren sich die Blasmusikfreunde aus nah und fern einig: Solch eine hohe Qualität hatte man bei diesem traditionsreichen Konzert noch selten erlebt.

Anteil daran hatten nicht nur Mösenbichler und die 45 Musiker seines sinfonischen Blasorchesters, sondern vor allem auch Ute Ziemer als Solistin. Sie ließ von Anfang an aufhorchen: Ob es die Arie „Mon coeur s’ouvre à ta voix“ aus der Oper „Samson und Dalila“, Chansons von Cole Porter wie „Ganz Paris träumt von der Liebe“ und „C’est magnifique“ oder von Edith Piaf wie „La vie en rose“, das „Vilja-Lied“ aus der „Lustigen Witwe“ oder die geradezu hinreißend interpretierte Zugabe „You raise me up“ waren: Bei allem Respekt für die Solistinnen, die das Polizeiorchester in den vergangenen Jahren mitgebracht hatte; eine Sängerin mit diesen stimmlichen und interpretatorischen Fähigkeiten, die sie in hervorragender Form zur Geltung zu bringen wusste, hatte man bisher in diesem Rahmen noch nicht erlebt.

Das Polizeiorchester Bayern präsentierte eine reizvolle Melodienfolge

Das Polizeiorchester stand dem dadurch gegebenen hohen Anspruch aber in nichts nach. Waren es vor der Pause die eher gewohnten, aber deshalb nicht minder gefälligen Beiträge wie die Ouvertüre zu „Orpheus in der Unterwelt“, der „Gold und Silber“-Walzer oder die Schnellpolka „Ohne Sorgen“, in denen das Orchester seine Qualitäten in Bezug auf Klang, Dynamik und alle weiteren Kriterien, die ein gutes Orchester ausmachen, aufblitzen ließ, so entfalteten die Musiker vor allem im zweiten Programmteil ihr ganzes solistisches Können.

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Dirigent Johann Mösenbichler gab in einem siebzehnteiligen Medley allen Registern die Gelegenheit, sich zu präsentieren und jedes Instrument in all seiner klanglichen Besonderheit glänzen zu lassen. Nun mag es manchem als gewagt erscheinen, beispielsweise zwischen den „Millennium Bug“ für Marimba und die „Funky Trombones“ das Wastl-Fanderl-Volkslied „Kimmt schea hoamli die Nacht“ in Weisenbläser-Version einzubauen oder auf den „Nussknacker – Tanz der Rohrflöten“ den „Tuba Tiger Rag“ draufzusetzen, aber offensichtlich machten gerade auch diese extravaganten Kontraste den Reiz der Melodienfolge aus.

Beim Neujahrskonzert in Senden erklang auch "Pippi Langstrumpf"

Da brillierten die Euphonien in der Philip-Sparke-„Two Part Invention“, um vom Leroy-Anderson-Schlager „The Typewriter“, einem Solo für Schlagwerk und Schreibmaschine, abgelöst zu werden und „Pippi Langstrumpf“ verzauberte nicht nur die Oboen und Fagotte, sondern auch das Publikum. Den Rahmen gaben die Trompeten, von der „Fanfare for Rocky“ bis zum abschließenden „Trumpet Blues and cantabile“ und auch sämtliche weiteren Vorträge waren einfach faszinierend.

Nur schade, dass Teile des Publikums die fulminante Eröffnungsfanfare des Medleys am Ende der Pause trotz wiederholter Trommelsignale draußen verbummelt hatten, aber Johann Mösenbichler und seinem Orchester gelang natürlich dennoch ein Konzert, von dem man noch lange als dem oder zumindest einem der besten sprechen wird.

Am Gesamterfolg hatte auch Peter Seufert als ebenso routinierter wie sympathischer Moderator Anteil. Bürgermeister Raphael Bögge und Polizeihauptkommissar Markus Zoller bedankten sich sowohl bei Solistin und Dirigent mit Blumen als auch beim Publikum für einen stattlichen Spendenbetrag, der an diesem Abend für die Aktion „Senden hilft“ eingespielt wurde.

Lesen Sie dazu auch: Nussknacker ohne Biss

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