Holzwirtschaft

24.11.2017

So geht es dem Wald

Die Forstbetriebsgemeinschaft betreut Waldbesitzer im Kreis.
Bild: Furthmair

Die Forstbetriebsgemeinschaft Neu-Ulm zieht bei der Mitgliederversammlung Bilanz. Referent fordert anderes Jagdverhalten

Mehr als 1000 Waldbesitzer im gesamten Landkreis betreut die Forstbetriebsgemeinschaft Neu-Ulm, kurz FBG. Etwa 200 von ihnen sind am Mittwochabend zur Mitgliederversammlung ins Gasthaus Hirsch nach Kadeltshofen gekommen. Sie bekamen einen ausführlichen Bericht vom FBG-Vorsitzenden Josef Mack und einen Fachvortrag des aus Niederbayern stammenden Revierjagdmeisters Nikolaus Urban über Lösungsmöglichkeiten und Diskussionsgrundlagen für ein gezieltes Miteinander von Waldbau und Jagd zu hören.

Unterstützung für die Waldbesitzer forderte der Vorsitzende Josef Mack in seiner Ansprache. „Sparen am Wald gefährdet den Klimaschutz“, sagte er. „Über Generationen hinweg haben die Waldbesitzer nachhaltig und klimaverträglich den Wald zu dem gemacht, was er heute ist“. Zudem ließ Mack die Anwesenden wissen, dass die Holzernte im vergangenen Quartal ohne Probleme verlief und die 20. Submission erfolgreich abgeschlossen wurde. Bedenklich ist aus seiner Sicht jedoch, dass das Eschensterben kaum aufzuhalten und der „Zukunftsbaum“ damit gefährdet sei. Der Borkenkäferbefall ist Macks Bericht zufolge zwar nicht unerheblich, aber im Vergleich mit den Hauptschadensgebieten an Lech, Isar und im Donautal für die hiesigen Waldbesitzer im Rahmen geblieben. Trotz zugesagter Mittel verursachte ein Förderstau die Kürzung möglicher Prämien. „Die Versorgungssicherheit ist durch ein zielorientiertes Miteinander gewährleistet, mein Dank dafür gilt ihnen allen, unserem Mitarbeiterteam und meinen Vorstandskollegen“, sagte Mack.

Pfaffenhofens Zweiter Bürgermeister Erwin Stötter lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Waldbesitzern, Handel und Verbrauchern. Er bat darum, in diesem Konsens weiter zu machen.

So geht es dem Wald

Geschäftsführer Michael Kölbl stellte den Geschäfts- und Kassenbericht der FBG vor, demzufolge die Einnahmen mit 227400 Euro und Ausgaben mit 227200 nahezu gleich auf waren.

„Wald vor Wild“ war zwar nicht der Titel, aber die eindeutige Ansage des bebilderten Fachvortrags von Revierjagdmeister Niklaus Urban, der bereits überregional veröffentlicht wurde. Seine Grundsätze lauten: „Wir Jäger sind Dienstleister für Waldbesitzer“ und „Keine Tierzucht im Wald – schon gar nicht mit irrsinnigen Fütterungsmaßnahmen“. Urban zufolge ist die Belastung durch Wildverbiss auch nach 60 Jahre währenden Gegenmaßnahmen immer noch viel zu hoch. „Das Jagdverhalten muss beispielsweise vom Abend in die Morgendämmerung verlegt werden, effizientere Jagdmethoden und praxisbewährtes Jagdhandwerkszeug soll zum Einsatz kommen“, forderte er.

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