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Comedy

25.10.2019

Spaßmacher mit Pudelfrisur

Frisur und getönte Brille sind sein Erkennungszeichen: Atze Schröder bei seinem Auftritt in Neu-Ulm.
Bild: Andreas Brücken

Atze Schröder witzelt im Edwin-Scharff-Haus über SUVs, Politessen und Promis

Die größten Geschütze der Charmeoffensive hatte der Comedian aus Essen für sein Publikum im ausverkauften Edwin-Scharff-Haus aufgefahren. Zumindest vermeintlich. Ulm sei das Monaco Deutschlands, das Kitzbühel Europas oder das Sylt des Südens. Als er auf dem Tourplan gesehen hätte, dass Ulm nicht draufsteht, wollte er das zweijährige Projekt absagen, erklärt der Komiker mit aufgesetzter Ernsthaftigkeit.

Dabei hatte Schröder – die Kunstfigur eines Komikers, der seinen richtigen Namen seit Jahren geheim hält – über so viel Lobhudelei glatt übersehen, dass er auf der Neu-Ulmer Seite der Donau gastierte. Für diesen peinlichen Fehler entschuldigte sich der Komiker gleich der Pause, nachdem er wohl hinter der Bühne über seinen Irrtum aufgeklärt wurde. Doch für den Rest des Abends wusste der Komiker genau, was seine Fangemeinde hören will: zotige Stammtischwitze unterhalb der Gürtellinie, kombiniert mit allen Klischees über SUV-Fahrer, Promis oder Politessen.

Und natürlich war früher alles besser, als zum Beispiel hart gesottene Jungs noch den gepflegten Hardrock zelebrierten: „Bon Scott von AC/DC ist an seiner eigenen Kotze erstickt, während heute ein Mark Foster wie ein Maikäfer umfällt, wenn er keinen laktosefreien Kaffee bekommt.“ Auch die Glam-Rocker von Kiss seien heute nur noch peinlich, sagte der Komiker: „Gene Simmons hat früher die Zunge absichtlich rausgestreckt, während er heute den Lappen nicht mehr reinbringt.“ Die Band würde derweil auf der Bühne aussehen wie vier Opas in Clownsschminke und Nuttenstiefeln.

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Bekannt wurde der Atze Schröder, neben zahlreichen weiteren Auftritten, auch durch die TV-Serie „Alles Atze“, die bis 2006 beim Sender RTL lief. Damit sei jedoch Schluss: „Zuschauen macht mehr Spaß als zu drehen; von mir aus stehe ich auf der Bühne, bis ich 80 Jahre alt bin“, verkündete er seinen Fans in Neu-Ulm. Das Fernsehprogramm sei ohnehin nicht mehr das, was es mal war, und selbst „Bauer sucht Frau“ sei schon im Vergleich zu den aktuellen Sendungen so niveauvoll, dass es auf Arte laufen müsse, sagte der Komiker und warf die Frage in den Saal, wo eigentlich die Darsteller für die peinlichen Serien herkommen: „Werden die in Brandenburg gezüchtet?“

Rund eineinhalb Stunden tobte sich der bekennende Witzerecycler mit Pudelfrisur und Cowboystiefeln aus. „Darüber hat mein Vater in den 1960er-Jahren gelacht“, sagte Schröder. Als Zugabe bekamen die Zuschauer noch eine Geschichte über die neuen Nachbarn der Schröders: Amir und Smaira aus Syrien, mit ihren drei Kindern als Gastgeschenk von ihm eine Ziege bekommen hätten. Um dem Vorurteil der schlachtenden Menschen entgegenzutreten, fügt Schröder hinzu: „Mit der Ziege muss der Sohn jetzt seit Wochen schon Gassi gehen.“

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