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15.01.2019

Stadtrat und Bögge: Hand in Hand – das war einmal

Da war die Stimmung noch freudig: CSU-Mann Josef Ölberger (rechts) gratuliert Raphael Bögge am Wahlabend im Jahr 2014.

Plus Raphael Bögges Ankündigung, erneut zu kandidieren, kommt für die meisten Sendener Stadträte nicht überraschend. Bilder wie vor fünf Jahren wollen sie jedoch vermeiden.

Die Kandidatur war keine Überraschung – das ist die einhellige Meinung der meisten Fraktionsvorsitzenden zu Raphael Bögges Ankündigung, noch einmal als Bürgermeister antreten zu wollen.

„Wir sind davon ausgegangen, dass er auf jeden Fall noch einmal antritt“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Georg Schneider. Dementsprechend müsse die SPD eine Person vorschlagen, „die bei den Bürgern ankommt“. Die Reaktion auf Bögges Kandidatur müsse sein, sachlich weiterzuarbeiten – dabei jedoch auch kritisch zu bleiben. „Für uns war immer klar, dass Themen im Vordergrund stehen“, so Schneider. Und diese müssten gut strukturiert abgearbeitet werden – nicht, wie es unter Bögge derzeit in Senden der Fall sei: „Wir planen und planen, aber nichts passiert.“ Mehrere Bebauungspläne, wie etwa im Sendener Norden und „Auf der Reutte“, seien beschlossen oder gar fertig. „Und jetzt dauert das ewig.“ Die SPD habe von Anfang beschlossen, sachlich mitzuarbeiten, aber keine freundschaftliche Basis zum Bürgermeister aufzubauen. Für diese Erkenntnis habe die CSU logischerweise etwas länger gebraucht, so Schneider.

CSU: Ging nie darum, ein Thema kaputt zu machen

Wie berichtet, ist Raphael Bögge seit mehr als zwei Jahren kein Mitglied mehr des CSU-Ortsverbands, der ihn 2014 noch als Bürgermeisterkandidat aufstellte. Zum Zerwürfnis kam es, als Bögge die Fraktionschefin Claudia Schäfer-Rudolf öffentlich bloßgestellt hatte. Bögge war danach Mitglied der Kreis-CSU, ist jedoch nun ausgetreten, um Probleme bei seiner Kandidatur zu vermeiden. Das bezeichnet CSU-Fraktionsvorsitzende Schäfer-Rudolf als „schönen Weg“. Es sei eine gute Sache, dass die Wähler in Senden nun eine Auswahl haben. Schäfer-Rudolf bestätigt, dass man Bögge fraktionsübergreifend nicht mehr als Bürgermeister haben wolle, betont aber: „Es geht nie darum, ein Thema kaputt zu machen, nur weil es von ihm kommt.“ Manche Projekte seien schlicht in der vom Bürgermeister veranschlagten Form und Zeit nicht umsetzbar, „das muss man den Leuten dann natürlich auch klarmachen“, so die CSU-Chefin.

Yusuf Cinici, Biss-Fraktionschef, fand es erstaunlich, dass Bögge weitermacht, obwohl ihn niemand unterstützt. „Aber jeder hat eine zweite Chance verdient“, sagt er. „Wenn er meint, dass er Chancen hat und ihn genug Leute wählen, ist das Demokratie“, sagt Cinici. Ihn stört dennoch, dass in Senden derart viele Gutachten herausgegeben, aber kaum Projekte fertig werden. „Es wird nichts Richtiges geschafft.“

Gelungene Projekte seien nicht Bögges Verdienst

Auch die Freien Wähler waren zumindest vom Zeitpunkt der Ankündigung überrascht. Der Neujahrsempfang der Stadt sei schließlich kein „Wahlpodium“, sagte Fraktionschef Edwin Petruch. Er will entspannt abwarten: „Wenn alle Fraktionen gegen einen sind, wie soll das gehen?“ Petruch kritisierte zudem Bögges Aufzählung der gelungenen Projekte. Die Wirtschaftsschule beispielsweise „wäre jetzt eine tote Realschule, wenn man Bögges Vorschlag gefolgt wäre“. Es sei nicht sein Verdienst, dass die Schule heute so erfolgreich dastehe.

Ähnliches gelte für den Bahnhofsumbau, sagte Helmut Meisel (Grüne), bei dem man den Bürgermeister zu der jetzigen Lösung „getrieben“ habe. Meisels Blick in die Zukunft: „Der Stadtrat wird zusammenarbeiten, egal welchen Bürgermeister wir haben, und nichts blockieren, wenn die Sache gut ist.“

Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier: Wirbel um den Sendener Rathaussturm Kommunalwahl: Der Druck auf Bögge wächst Raphael Bögge will noch mal Bürgermeister werden
Keine Fraktion will Bögge noch mal als Bürgermeister

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