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Ulm

26.10.2020

Starker Anstieg der Corona-Neuinfektionen im Alb-Donau-Kreis

Dieses Seniornzentrum in Laichingen ist betroffen.
Bild: Thomas Heckmann

Plus Das DRK und auch die Bundeswehr helfen im Ulmer Gesundheitsamt schon aus. Nur in Heilbronn ist der Inzidenzwert im Land noch höher als im Alb-Donau-Kreis.

Der Alb-Donau-Kreis hat mit einem starken Anstieg von Corona-Neuinfektionen zu kämpfen. Die Kontaktnachverfolgung sei zunehmend schwierig, sagte ein Sprecher des Landratsamtes mit Sitz in Ulm am Montag.

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen lag am Sonntag bei 134. Nur im Stadtkreis Heilbronn lag der Wert nach Angaben des Landesgesundheitsamtes mit 159,6 noch höher.

Für einen Großteil der Infektionen sind Ausbrüche in Pflegeheimen verantwortlich. In einem Heim in Laichingen sind inzwischen 71 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. 42 von ihnen sind Bewohner, elf Bewohner starben. Allerdings ist bei einem der Todesfälle noch nicht geklärt, ob die Todesursache Covid-19 ist, da die Person im Vorfeld negativ getestet worden war.

Ein Pflegeheim in Blaustein verzeichnet aktuell 53 Infektionen, 37 davon unter Bewohnern. Ein positiv getesteter Bewohner ist gestorben. Ebenfalls betroffen ist eine Einrichtung in Beimerstetten. Sechs Bewohner und zwei Mitarbeiter sind bislang nachweislich infiziert. Über das Wochenende kamen hier keine Neuinfektionen hinzu.

Jedoch ist es zwischenzeitlich in zwei weiteren Pflegeheimen im Alb-Donau-Kreis zu Corona-Infektionen gekommen. In einer Einrichtung in Heroldstatt sei eine Mitarbeiterin positiv auf das Coronavirus getestet worden. In einer Einrichtung in Ehingen ergaben die Tests bei zwei Mitarbeitern ein positives Ergebnis. Die Kontaktpersonen der Infizierten würden derzeit noch ermittelt, hieß es.

Corona im Alb-Donau-Kreis: Ulmer Gesundheitsamt wird von der Bundeswehr unterstützt

Neben den Fällen in Pflegeheimen gebe es weitere "singuläre Fälle, die in die Bevölkerung streuen", so der Sprecher des Landkreises. Die Infektionslage sei schwierig zu analysieren. Auch wenn das Gesundheitsamt des Landkreises mittlerweile von 20 Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes und zwölf Soldaten der Bundeswehr unterstützt werde, sei sicher, dass der Landkreis weiter Hilfe benötigte, um den Anstieg der Infektionen zu bewältigen. Man brauche sowohl medizinisches Personal als auch Personal zur Kontaktnachverfolgung. Hierzu habe der Landkreis auch eine Anfrage an das Sozialministerium in Stuttgart gestellt, sagte der Sprecher.

Im Ulmer Schlachthof ist nach einem Corona-Ausbruch die Zahl der Infizierten von den bislang bekannten 39 positiven Fällen auf 48 angestiegen. Das Gesundheitsamt hat, wie berichtet, im Schlachthof eine Reihentestung in der Zeit von Sonntagabend, 25. Oktober, bis einschließlich Dienstag, 27. Oktober, veranlasst. Damit sollen alle im Schichtbetrieb arbeitenden Angestellten erfasst werden. Bislang wurden 450 der 600 im Betrieb beschäftigten Personen getestet. Da ein Teil der Testergebnisse noch aussteht, kann sich diese Zahl weiter erhöhen.

Im betroffenen Bereich der Rinderschlachtung wurde der Betrieb bereits am Freitag eingestellt, wie das Unternehmen Müller Fleisch mitteilte. Mittlerweile habe sich bestätigt, dass auch andere Betriebsbereiche, wie die Schweineverarbeitung und in einzelnen Fällen die Qualitätssicherung, durch positiv getestete Mitarbeitende tangiert sind, wie der Sprecher des Landkreises sagte. Für eine Schließung des gesamten Betriebs sehe das Gesundheitsamt derzeit aber keinen Anlass.

Das Unternehmen Müller Fleisch gab unterdessen an, die Infektionen der Schlachthof-Mitarbeiter hätten sich nach bisherigen Erkenntnissen "im privaten Wohn- und sozialen Umfeld unter Nichtbeachtung der Kontaktbeschränkungen zugetragen". Für den Stadtkreis Ulm betrug die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag 113,6. (dpa/az)

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