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Neu-Ulm

25.09.2012

Streit um Glacis-Galerie geht weiter

Entlang der nördlichen Bahnhofstraße hat sich Eiderstand gegen die Glacis-Galerie formiert. Die Eigentümer der Häuser fürchten Lärm und gestank aus den Abluftschloten.
Bild: Foto: Andreas Brücken

Anwohner fordern besseren Schutz vor Lärm und Gestank. Investor strebt eine außergerichtliche Einigung an

Neu-Ulm Der Streit zwischen elf Anliegern der Bahnhofstraße und der Hamburger Investorengruppe um den Bau der Glacis-Galerie hat sich weiter verhärtet, nachdem der Versuch einer außergerichtlichen Einigung wohl nicht auf Anhieb zum Erfolg führt. Die unmittelbaren Nachbarn fürchten hauptsächlich Lärm und Gestank aus den Abluftanlagen und fordern daher eine Verlegung der sogenannten Skyboxen auf die Südseite des Gebäudekomplexes. Diskutiert wird auch über eine Zahlung von 300000 Euro an die Anlieger, damit sie schalldichte Fenster in ihre Häuser einbauen können. Procom hat sich dazu aber noch nicht geäußert, sagt Georg Waas, der als Rechtsanwalt die klagenden Anwohner vertritt.

Anwalt: „Wir haben keine schlechte Karten“

Procom strebt eine außergerichtliche Einigung mit den Nachbarn der künftigen Glacis-Galerie an, weil dies für das Unternehmen deutlich billiger sei als eine Auseinandersetzung vor dem Verwaltungsgericht in Augsburg, glaubt Georg Waas. „Wir haben in einem solchen Verfahren keine schlechten Karten“, meint der Rechtsanwalt. Durch die Klage lasse sich das Vorhaben zwar nicht verhindern, aber das Ergebnis verbessern.

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Noch aber sträube sich der Investor, die Abluftanlage auf die Südseite des Daches in Richtung des Bahntroges zu verlegen. Georg Waas glaubt den Grund zu kennen: „Die Änderung der Pläne ist sehr kostenintensiv.“

Wie mehrfach berichtet, sind die unmittelbaren Anlieger alles andere als begeistert davon, dass ihnen nun ein 26 Meter hoher Gebäudekomplex vor die Nase gesetzt werden soll. Ihr Protest richtet sich vor allem gegen die drei Skyboxen, die auf den Dächern der Gebäude platziert werden sollen und aus den die Abluft aus Klimaanlagen und Lüftung ins Freie strömt. Die elf Nachbarn, die das Verwaltungsgericht angerufen haben, verlangen, dass Procom die neuste Technik einbaut, um sie vor Lärm und Gestank zu schützen. Sie fürchten auch, dass bei unzureichender Ausstattung Legionellen austreten könnten, wie des vor zweieinhalb Jahren in Ulm der Fall war. Damals waren fünf Menschen gestorben und 59 weitere schwer an der Legionärskrankheit erkrankt. „Die Anlage muss so ausgestattet und installiert werden, dass davon keinerlei Gefahren für die Nachbarn ausgehen“, fasst Georg Waas die zentrale Forderung der Anwohner zusammen. Einen Teilerfolg haben sie schon erzielt. Procom hat bereits durch zusätzlich geplante Dämmungen die maximal zu erwartende Lärmentwicklung bei Nacht von 75 auf 65 Dezibel gesenkt.

Die Vertreter der Firma Procom haben bei einer Zusammenkunft mit den Anliegern deren Forderungen zur Kenntnis genommen, sich aber bislang dazu nicht weiter geäußert. Platzt die Einigung, dann wird das Verwaltungsgericht in naher Zukunft einen Ortstermin in Neu-Ulm anberaumen und sich vor Ort ein Bild über die Situation in der Bahnhofstraße machen, bevor über die Forderungen der Nachbarn verhandelt wird.

In einer anderen Frage musste Procom schon zurückstecken. Das so genante gelbe Haus an der östlichen Grenze des ehemaligen Bahnhofsgeländes muss von den Plänen ausgeklammert werden, weil sich Procom mit der Besitzerin des Gebäudes nicht einigen konnte. Der erste Bebauungsplan, in dem das Gebäude ebenfalls für die Glacis-Galerie vorgesehen war, muss geändert werden. Über die neue Fassung wird der Stadtrat in seiner Sitzung am 10. Oktober entscheiden.

Mutmaßungen, dass sich der Baubeginn des Einkaufstempels deswegen verzögert hat, treffen nicht zu. Unabhängig von der notwendig gewordenen Änderung des Bebauungsplanes haben die Investoren seit dem Frühjahr eine vollziehbare Baugenehmigung. Warum die Bagger nicht längst angerollt sind, bleibt nach wie vor das Geheimnis der Hamburger Manager.

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