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Ulm

27.10.2019

Symbol von Neonazis in Werbefilm der Stadt Ulm

An dieser Szene entzündet sich der Ärger.

Die Schwarze Sonne ist ein Symbol von Rechtsextremen - und sie ist in einem Film der Stadt Ulm zu sehen. Der Ärger ist groß.

Nach dem Posting des städtischen Kampagnen-Films „Ulm – wir sind alle Vielfalt“ ist in den sozialen Netzwerken im Internet eine kontroverse Diskussion entstanden, in der teils deutliche Kritik an der Stadt laut wurde. Auslöser war eine Filmfigur, die die „Schwarze Sonne“ als Tattoo trägt. Das Symbol wird als Erkennungszeichen der rechtsextremen Szene genutzt.

Teils wurde der Stadt Ulm unterstellt, durch das Zeigen des Symbols Sympathie für Menschen mit rechtsextremen oder faschistischen Einstellungen zu zeigen. Die Stadt bedauere, dass dieser Eindruck bei einigen Betrachtern entstanden ist, heißt es in einer Mitteilung. Gleichzeitig weise man die Unterstellungen entschieden zurück.

Die „Schwarze Sonne“ sei im Film in der Tat als ein Symbol für Rechtsextremismus eingesetzt worden – aber nicht, um mit dieser Ideologie zu sympathisieren, sondern um einen künstlerischen Spannungsbogen zu schaffen. Die Szene zeige zwei Menschen, die gesellschaftlich weit auseinanderliegen. Sie träfen in einer Situation aufeinander, in der sie sich nicht aus dem Weg gehen können und in der sie sich gegenseitig vertrauen oder über ihren Schatten springen müssen. Der Umdenkungsprozess des Mannes mit rechtsradikalem Hintergrund sei Kernaussage der Szene.

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Ulm: Neonazi-Symbol in Image-Film?

Oberbürgermeister Gunter Czisch betonte, man müsse sich auch Tabuthemen stellen: „Man muss die Bereitschaft haben, dieses Thema anzusprechen.“ Der Film sei mutig und es wäre ein Fehler, die Szene zu streichen. „Besser wäre es, sich der Diskussion zu stellen“, forderte Czisch.

Die SPD-Fraktion im Ulmer Gemeinderat beantragte dagegen, den Image-Film aus dem Angebot der Stadt zu löschen und ihn zu überarbeiten. (mase/az)

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28.10.2019

Als Imagefilm für die Stadt Ulm finde ich ihn schon sehr düster, jedoch als Film über Menschlichkeit, gemeinsam - trotz unterschiedlicherer Herkünfte , politischer Überzeugungen und körperlicher Einschränkungen - sehr gut gelungen.

Solch ein Film würde sich aber besser im Auftrag der Bundesregierung platzieren, als von der Stadt Ulm. Darum ist es durchaus mutig, dass die Stadt hier vorangeht.

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