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Thal

16.06.2017

Thals skurrile Baustelle: Fast wie in Venedig

Ein etwas skurriler Anblick: Holzpfähle, die kreuz und quer aus dem Wasser ragen. Sie sind bautechnisch notwendig für eine Stützmauer, die den Untergrund stabilisieren soll. Sie werden später auf Sockelhöhe gekürzt.
Bild: Ursula Katharina Balken

Der Dorfmittelpunkt von Thal ist momentan eine einzige Baustelle – mit einer nassen Besonderheit. Wie die Arbeiten vorangehen.

Die Untere Hauptstraße in Thal ist zwar wüst, aber sie ist nicht leer. Dass emsig gearbeitet wird, ist sichtbar. Die Sanierung des Untergrundes der Straße hatte bei der Stadt Vöhringen Priorität. Das heißt, die Wasserleitung wurde erneuert und damit verbunden auch die Abflüsse für das Regenwasser und Teile des Schmutzwasserkanals. Was jetzt ins Auge fällt, ist eine mit Wasser gefüllte Baugrube, aus der Holzpfähle ragen – wie in der Lagunenstadt Venedig, nur dass diese stabilen Pfähle nicht so schön bunt bemalt sind.

Es sind dicke Holzstangen, die zur Gründung einer Stützmauer in die Erde gerammt wurden. Diese ist wiederum erforderlich, um den Untergrund zu stabilisieren. Das Bild wirkt für den Nichtfachmann etwas befremdlich. Ein ziemlich tiefes Bauloch, in dem Wasser steht, möglicherweise Grundwasser oder auch einsickerndes Wasser des Landgrabens, der – wie mehrfach berichtet – wieder freigelegt wird. Er wird ein belebendes Element sein, um den Dorfplatz in Thal anziehender zu gestalten.

Das lässt sich die Stadt auch etwas kosten. Laut Etat werden für den Ausbau der Wasserversorgung in der Thaler Dorfmitte 235000 Euro ausgegeben. Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Umgestaltung zum Dorfplatz auf 1,48 Millionen Euro, wovon aus dem Topf der Städtebauförderung 600000 Euro finanzielle Unterstützung nach Vöhringen fließen werden.

Der gestalterischen Aufwertung ging die technische Sanierung voraus, die bis auf Teilbereiche als abgeschlossen gilt. Mit dem Bau der Stützmauer wird voraussichtlich in der kommenden Woche begonnen, war aus dem Bauamt zu vernehmen. Die Pfähle, die jetzt aus dem Wasser ragen, werden auf Höhe der Fundamente verkürzt. Ist die Mauer fertiggestellt, werden die Arbeiten an der Wasserleitung und dem Kanal in diesem Bereich abgeschlossen.

Straßenbelag und Gehwegflächen werden im Zuge der Sanierungsarbeiten auch erneuert. Die Bushaltestellen werden auf den verkehrstechnisch neuesten Stand gebracht, also zum Beispiel behindertengerecht ausgebaut. Die Buswartehäuschen sind bereits im Bau.

Mit dem Straßenbau im südlichen Abschnitt wurde bereits begonnen. Das Areal wird der Mittelpunkt Thals werden. Es wird dort unter anderem einen Platz für den Maibaum geben und dank des wieder aufgetauchten Landgrabens wird eine Wasserachse und Spielmöglichkeiten für Mädchen und Buben geschaffen.

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