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02.11.2019

Tourismus: Weniger Urlauber besuchen den Landkreis

Die Tourismusbeauftragte Andrea Engel-Benz (links) und Marina Kuhn vom Landkreis Neu-Ulm mit neu aufgelegten Radel- und Wanderkarten für die Region.

Beim „Runden Tisch Tourismus“ zeigt sich ein leichter Abwärtstrend - mit Ausnahme der Stadt Ulm. Kritisch sehen Fachleute Ausbreitung von Hotelketten.

Weniger Besucher als im Vorjahr haben 2019 im Landkreis Neu-Ulm übernachtet. Das zeigte sich beim „Runden Tisch Tourismus“ in Roggenburg, zu dem der Landkreis Vertreter von Gastronomie, Hotellerie, Tourismus und Kommunen eingeladen hatte. Rad- und Wanderwege sollen Gäste in die Region locken.

Laut dem Bericht von Andrea Engel-Benz, Tourismusbeauftragte des Landratsamts Neu-Ulm, hatte sich der Trend innerhalb der letzten zehn Jahre stets nach oben bewegt, erstmals sind die Zahlen nun aber gesunken: Zwischen Januar und August 2019 haben demnach knapp fünf Prozent weniger Besucher in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen oder auf Campingplätzen im Kreis übernachtet. Einen „leichten Rückwärtstrend“ verbuche auch der Alb-Donau-Kreis. Lediglich in der Stadt Ulm herrschte auch in diesem Jahr erneut ein Zuwachs an Übernachtungsgästen.

Tendenz im Tourismus zu stark schwankenden Zimmerpreisen

Die Tendenz zu starken Preisschwankungen bei Zimmerpreisen, eigentlich eher in Metropolen und Messestädten zu beobachten, habe mittlerweile auch Ulm erreicht, sagte Wolfgang Dieterich, Geschäftsführer der Ulm/Neu-Ulm Touristik GmbH. Aus Sicht der Kunden „geht es zu wie auf einem Basar“. Er kritisierte außerdem die immer stärkere Ausbreitung von Hotelketten. Wachstum um jeden Preis sehe er problematisch. Auch gehe „die Schere zwischen Ulm und Neu-Ulm immer weiter auseinander“, so Dieterich.

Tourismus: Weniger Urlauber besuchen den Landkreis

Es brauche ein größeres Bewusstsein für den Tourismus in der Region, so Henning Tatje, Wirtschaftsförderer der Stadt Illertissen. Außerdem sei der Trend zu Hotels ganz ohne Personal fatal, die etwa an Autobahnen entstehen. „Ohne Menschlichkeit kommt der Gast nicht wieder“, meinte Tatje. Schwer zu lösen werde für alle der Personalmangel in der Gastronomie sein, waren sich die Teilnehmer außerdem einig.

Zu den aktuellen Initiativen des Landkreises in Sachen Tourismus gehört die Ausweisung von Premium-Spazierwanderwegen, die derzeit in Arbeit ist. Im Landkreis Neu-Ulm befinden sich nach diesen Plänen sechs geeignete Spazier-Routen in Weißenhorn, Roggenburg und Buch, so Marina Kuhn, Geschäftsführerin Regionalentwicklung im Landkreis Neu-Ulm. Drei weitere liegen im Kreis Günzburg. Die Wege sollen künftig eine spezielle Zertifizierung erhalten und mithilfe von Fördermitteln eine besondere Ausstattung bekommen.

Radwege werden mit Rastplätzen verbessert

Passende Möblierung erhalten derzeit auch einige Radwege in der Region: Unter anderem werden im Rahmen des Programms „Qualitätsverbesserung der Radwegeinfrastruktur“ E-Bike-Ladestationen, Panoramaliegen und Rastplätze für Radler installiert. Am jetzt neu bewilligten Projekt „Kulturlandschaften Untere Iller erleben“ werden sich sieben Kommunen beteiligen, die Besucher zu speziellen Themenrunden, beispielsweise zur Historie, in ihre Gemeinde einladen.

Neu entworfen wurde auch die Tourismus-Homepage des Landkreises, so Andrea Engel-Benz. Die Seite bietet eine Übersicht über Ausflugsziele und Aktiv-Angebote in der Region, ebenso über örtliche Gastronomie. Darüber hinaus ist nun ein Buchungssystem für Hotels und Ferienwohnungen integriert. „Wir hoffen, dass noch mehr Anbieter dazukommen“, sagte Engel-Benz über das Buchungssystem. Es beteiligten sich bisher nur wenige Gastronomen, solche Plattformen aber seien für die Gäste sehr komfortabel nutzbar und ein Zukunftsthema.

Neu aufgelegt, mittlerweile schon zum 4. Mal, wurde die Radtourenkarte des Kreises. Sehr gut komme auch das neu konzipierte Tourismusjournal an, das in Wort und Bild über Sehenswürdigkeiten im Kreis informiert, sagte Engel-Benz.

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