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Innenstadt I

16.05.2015

Trommeln für Tunnel

Bürgermeister weiter für Röhre an der Haydnstraße

Der Bahnübergang an der Hauptstraße in Senden soll geschlossen und durch eine Bahnunterführung im Bereich der Haydn-/Robert-Bosch-Straße ersetzt werden. Diese Forderung hat Sendens Bürgermeister Raphael Bögge gestern in einem Pressegespräch bekräftigt, weil aus seiner Sicht alles Andere die Verkehrsprobleme in der Innenstadt verschärfe. Eine Schließung des Bahnüberganges ohne eine innerstädtische Alternative komme für ihn nicht in Frage, sagte der Bürgermeister. Ausgeschlossen sei ferner, die Entscheidung über die Zukunft des Bahnüberganges auf die lange Bank zuschieben: Am 28. Juli müsse der Stadtrat eine Entscheidung treffen. Für welche Lösung er sich auch immer entscheidet: Bis im Dezember 2018 muss das Vorhaben realisiert sein.

Bis zu diesem Zeitpunkt will die Bahn das neue elektronische Stellwerk in Betrieb nehmen, das mit der veralteten Technik des Bahnüberganges in der Hauptstraße nicht mehr kompatibel sei. „Deshalb haben wir nur jetzt die Möglichkeit, über Alternativen für den Bahnübergang in der Hauptstraße nachzudenken,“ erneuerte Bögge seine früheren Aussagen. Diese Entscheidung habe Auswirkungen und Bestand für die nächsten Jahrzehnte. Sollte sich der Stadrat dazu durchringen, dass der Übergang in der Hauptstraße nicht geschlossen wird, könne dies nicht in einigen Jahren wieder korrigiert werden. Die Bahn werde nur einmal so viel Geld in die Sendener Bahnanlage investieren, prophezeite Bögge. Auch wenn das Stellwerk für teures Geld erneuert werde, könnten damit die Probleme für die Autofahrer und für die Erreichbarkeit der Innenstadt nicht gelöst werden. Durch die neue Technik verlängere sich die Schließzeit der Bahnschranken in der Hauptstraße um 50 Prozent von jetzt 22 Minuten auf künftig 33 Minuten je Stunde. In diesen Berechnungen sei eine Zunahme des Zugverkehrs auf der Illertallinie noch nicht berücksichtigt. Wer also künftig in die Innenstadt wolle, müsse sich auf noch längere Wartezeiten und längere Staus gefasst machen mit allen damit verbundenen unangenehmen Folgen, die nach Einschätzung des Bürgermeisters die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt massiv herabsetzen würden. Es sei ferner zu erwarten, dass staugeplagte Autofahrer die Innenstadt künftig meiden und schließlich weniger Kunden den gezielten Weg in die Innenstadt finden werden.

Deshalb warb Bögge für seinen Alternativvorschlag, für den er anfänglich kritisiert worden war, der aber nach seinem Empfinden nun auch im Rathaus emotionsloser gesehen werde. Demnach könnte der Übergang in der Hauptstraße geschlossen werden, wenn wenige Hundert Meter weiter nahe der Haydnstraße eine Autounterführung gebaut wird. Eine Machbarkeitsstudie soll diese Variante untersuchen und bis zur Stadtratssitzung Ende Juli Entscheidungsgrundlagen liefern, ob eine solche Röhre technisch und planerisch möglich ist. Die Tunnelrampe soll auf der Westseite nicht auf der Haydnstraße verwirklicht werden, sondern auf dem freien Grundstück weiter nördlich, wo der Sendener Wohnbauunternehmer August Inhofer noch bis vor einem Jahr Wohnblöcke bauen wollte. Gleichzeitig werde mit dieser Variante auch ein Verkehrskonzept entwickelt mit dem Ziel, den Verkehr „klar und direkt“ von der Unterführung an der Haydnstraße in die Hauptstraße zu leiten. Vorteil dieser Variante ist laut Bögge, dass Autofahrer über einen solchen Tunnel die Innenstadt schnell und ohne Zeitverluste erreichen können. Eine Unterführung an dieser Stelle sei kein Umweg, sondern erleichtere die Erreichbarkeit der Hauptstraße, erklärte Bögge weiter. Entsprechende Planskizzen und eine Kostenschätzung werde den Stadträten rechtzeitig vor der entscheidenden Sitzung vorgelegt. Details nannte der Bürgermeister nicht. Nur so viel: Nach seinen Erkenntnissen lasse sich ein Tunnel nahe der Haydnstraße zur Robert-Bosch-Straße zur Hälfte der von der Bahn geschätzten Kosten verwirklichen.

Als nicht akzeptabel wies Bögge Überlegungen zurück, den Übergang in der Hauptstraße zu schließen und den Verkehr über die Kreisstraße NU 3 und die Römerstraße zu leiten. In den nächsten Wochen bis zur Entscheidung wollen Bögge und die Stadtverwaltung die Werbetrommel rühren für den Tunnel nahe der Haydnstraße. Keinen Zweifel ließ Bögge daran, dass Ende Juli im Stadtrat diese wichtige Zukunftsentscheidung fallen müsse. Wer dies aufschieben wolle auf einen späteren Zeitpunkt, der „lügt sich in die eigene Tasche und spielt mit falschen Hoffnungen“, sagte Bögge gestern.

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