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Ulm

29.10.2019

Trotz Neonazi-Vorwürfen: Ulm-Film soll im Netz bleiben

An dieser Szene entzündet sich der Ärger.
Bild: Ulm - Deine Stadt/Youtube (Screenshot)

Ein Schauspieler in dem Film trägt die Tätowierung einer Schwarzen Sonne. Neonazis verwenden dieses Symbol.

Der Kampagnenfilm „Ulm – wir sind alle Vielfalt“ hat zahlreiche Reaktionen hervorgerufen, darunter viel Kritik. Manches bezog sich den gesamten Film, vieles aber vor allem auf das sichtbare Symbol einer „Schwarzen Sonne“ als Tattoo auf dem Nacken eines Schauspielers. Dieses Symbol wird von Rechtsextremen als Erkennungszeichen genutzt. Die Behauptung, die Stadt sympathisiere mit Rechtsextremen, haben Oberbürgermeister Gunter Czisch und eine Stadtsprecherin bereits entschieden zurückgewiesen. In einer weiteren Mitteilung heißt es nun, der Film werde weiterhin im Internet abrufbar bleiben – trotz vieler Forderungen, ihn zu löschen oder zu bearbeiten. So hatten sich unter anderem die Stadtratsfraktionen von SPD und Grünen geäußert.

Die Stadt sei sich ihrer Verantwortung für den Erhalt unserer Demokratie bewusst und setze sich seit langem gegen demokratiefeindliche Tendenzen und für ein respektvolles Miteinander in Ulm ein, betont Oberbürgermeister Gunter Czisch in einer Mitteilung. Die Stadt Ulm stehe aber zu dem im Kampagnenfilm künstlerisch umgesetzten Anspruch einer vielfältigen Gesellschaft und werde den Film auf ihren Kanälen in der ursprünglich veröffentlichten Form belassen. Der Film wolle zeigen, dass die zwischenmenschliche Begegnung für alle Anstoß sein kann, bisherige Einstellungen und gegebenenfalls Vorurteile zu überdenken und hoffentlich auch zu überwinden. Die Stadt Ulm bedauere die entstandenen Irritationen und Missverständnisse. Die Diskussion zeige, dass eine breite öffentliche Debatte zum Umgang mit der Thematik nötig sei. Deshalb solle es Anfang Dezember eine Diskussionsrunde geben, zu der auch Fachleute eingeladen werden sollen.

Lesen Sie dazu auch: Symbol von Neonazis in Werbefilm der Stadt Ulm

Unterschiedliche Auffassungen zum Film haben sich nach Angaben einer Stadtsprecherin auch innerhalb des Ulmer Gemeinderats gezeigt. Absolute Einigkeit bestehe aber darin, dass Rechtsextremismus nicht willkommen ist. (az)

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