Newsticker
Bundesregierung stuft mehr als 20 Länder als Hochrisikogebiete ein
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Über 100 Millionen Euro Kurzarbeitergeld: So ist die Lage am Arbeitsmarkt im Kreis Neu-Ulm

Landkreis Neu-Ulm

29.10.2020

Über 100 Millionen Euro Kurzarbeitergeld: So ist die Lage am Arbeitsmarkt im Kreis Neu-Ulm

Die Agentur für Arbeit hat die neuen Zahlen vorgestellt.
Bild: Alexander Kaya (Archivfoto)

Die Arbeitsagentur stellt die Zahlen für den Kreis Neu-Ulm vor. Bei den Erwerbslosen war der Trend zuletzt positiv. Doch jetzt sinkt die Hoffnung wieder.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis Neu-Ulm hat sich im Oktober weiter verbessert. Das berichtet Richard Paul, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Donauwörth. Die Arbeitslosenquote ist von 3,5 Prozent im September auf 3,3 Prozent gesunken. 3426 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 217 weniger als vor einem Monat.

„Erfreulich ist außerdem, dass sich erstmalig seit Beginn der Corona-Pandemie mehr Menschen in eine Beschäftigung abgemeldet haben als neue Arbeitslosmeldungen zu verzeichnen sind“, führt Paul aus. Im Oktober meldeten sich 972 Personen arbeitslos, davon kamen 414 aus einer Erwerbstätigkeit. Im Gegenzug konnten 1188 Menschen die Arbeitslosigkeit beenden, davon nahmen 473 eine Beschäftigung auf. Die deutlich gestiegene Zahl von neuen Jobs (plus 30,3 Prozent zum Vorjahr) zeige, dass es aufwärtsgeht. Die Hoffnung werde allerdings durch steigende Inzidenzwerte und anstehende Restriktionen getrübt.

Arbeitslosigkeit im Kreis Neu-Ulm ist im Oktober gesunken

Bei jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum September um 23 Prozent zurückgegangen. Das liege vor allem an der Aufnahme von Schul- oder Berufsausbildungen oder dem Start eines Studiums. „Trotz der einsetzenden Herbstbelebung sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Strukturwandel weiterhin auf dem Arbeitsmarkt deutlich sichtbar“, fährt der Agenturleiter fort. Es gibt rund 1150 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Zudem sind weiterhin viele Beschäftigte in Kurzarbeit. „Es bleibt abzuwarten, wie stark sich das aktuelle Infektionsgeschehen in den kommenden Monaten auf dem Arbeitsmarkt niederschlägt“ gibt Paul zu Bedenken.

„Kurzarbeit sichert die Existenz der Betriebe sowie die Beschäftigung und Existenz der Menschen in einem nie da gewesenen Ausmaß. Seit Jahresbeginn haben wir im Agenturbezirk Donauwörth 103,2 Millionen Euro an Kurzarbeitergeld inklusive der Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen zum Kurzarbeitergeld ausbezahlt“, sagt Paul. Im Vorjahreszeitraum waren es nur 523.000 Euro. Nach dem Höhepunkt im April mit mehr als 1300 Anzeigen gingen in den Folgemonaten deutlich weniger Anzeigen auf Kurzarbeitergeld ein. Die gute Entwicklung des Sommers hat sich im Oktober aber nicht fortgesetzt. Die Anfragen der Unternehmen, die neu oder wieder beantragen, nehmen wieder zu. Im Oktober sind 26 neue Anzeigen für 204 Personen eingegangen; im September waren es 14 Anzeigen für 93 Beschäftigte. Bis Mai waren 1044 Betriebe und 14535 Personen in Kurzarbeit, aktuellere Zahlen stehen noch aus.

Wenig Nachfrage nach Arbeitskräften im Kreis Neu-Ulm

Weiterhin niedrig fällt die Nachfrage nach Arbeitskräften aus. Im Oktober wurden 340 neue Stellen gemeldet – 123 mehr als im September, aber 52 weniger als im Vorjahresmonat. Insgesamt befinden sich im Stellenpool nur halb so viele Arbeitsstellen wie im Vorjahr. (az)

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren