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  3. Ulm: Kunstprojekt "Eternity" in Ulm: Eine Reise zurück zum Sinn des Lebens

Ulm
19.01.2021

Kunstprojekt "Eternity" in Ulm: Eine Reise zurück zum Sinn des Lebens

Wolfgang Ihle zeigt seine Klimt-Madonna. Bei seiner Sinnsuche orientiert er sich auch an Werken großer Meister wie Klimt und Gauguin.
Foto: Dagmar Hub

Plus Wolfgang Ihle hat sich mit Physik, Natur, Religion, Glauben befasst, und vor allem Kunst. Jetzt geht der Ulmer mit der Gruppe „Eternity“ auf Sinnsuche.

Für manche sei es schockierend, was er tut. Für andere sei er „ein Spinner“. Für Wolfgang Ihle selbst ist sein Kunstprojekt „Eternity – the Voyage Home“ eine höchst persönliche Arbeit, mit der er aber einer breiten Öffentlichkeit Hoffnung geben möchte, gerade denen, die sich in dieser Zeit als „lost“, also als verloren empfinden.

„Eternity – the Voyage Home“ soll eine Ausstellung für alle Sinne werden, die im Jahr 2022 starten wird, ein Kunstprojekt aus monumentalen Gemälden, die Ihle und seine Künstlerkollegin Martina Saur schaffen, kombiniert mit Installationskunst, Musik und Lyrik anderer beteiligter Künstler. „Eternity“ nennt sich die Künstlergruppe selbst; „The Voyage Home“ („Die Reise nach Hause“) heißt das Projekt, das Antworten zu geben versucht auf die Fragen, woher wir Menschen kommen und wohin wir gehen. Nichts weniger als die Urfrage nach dem Sinn des Lebens ist das Thema von „Eternity“.

Der Ulmer Wolfgang Ihle lässt sein Wissen in das Projekt "Eternity" fließen

Wenn der Ulmer an sich selbst zurückdenkt, an den Wolfgang Ihle bis zu seinem 30. Geburtstag, dann sieht er einen oberflächlichen Typen, erzählt Ihle, der der Ideengeber und Initiator des Kunstprojekts ist. Nach einigen persönlichen Erlebnissen, die er sich nicht erklären konnte, begann sich Ihle intensiv mit Wissenschaft und mit Religion zu befassen – mit Quantenphysik und den Gesetzen der Natur, mit Religionsgeschichte, mit den Glaubensinhalten des alten Ägypten auch. Er las, was er bekommen konnte, über frühchristliche Kirchengeschichte und ihre handelnden Personen, er las die apokryphen Schriften und kämpfte sich durch Physik- und Chemiewerke vieler Wissenschaftler. „Mich trieb um: Wie hängt alles zusammen?“, sagt er.

Ihle kam zu der Überzeugung, dass die mittelalterliche Alchemie nie wirklich im Sinne hatte, unedle Metalle in Gold zu verwandeln, sondern dass es ihren eigentlichen Vertretern um die Suche nach der Weltweisheit ging. In ihm wuchs die Überzeugung, berichtet der 60-Jährige, dass die überlieferten Worte Jesu letztlich nichts anderes meinen als die universellen Gesetze der Quantenphysik auch. „Denn alles ist ein Organismus, und alles gehört zusammen“, sagt Ihle. Wie aber seine persönlichen Erkenntnisse den Menschen mitteilen? „Ich habe kein Talent zum Schreiben“, sagt er. Wohl aber zum Malen, und so beschloss der Künstler, großformatige Bilder zu schaffen, in denen sich Metaphern und Gleichnisse auf allegorische Weise ausdrücken sollten. Der Mensch müsse Verantwortung für sein Leben übernehmen und aktiv leben, statt anderen Schuld zuzuweisen oder sich von ihnen abhängig zu machen.

Wolfgang Ihle orientiert sich an Meistern wie Klimt und Gauguin

Lebensgroße Figuren werden dem Besucher der Ausstellung gegenüberstehen, wenn er durch Tore geht. „Die Bilder sind in meinem Kopf“, erzählt Ihle. „The Power of Soul“ soll das letzte der monumentalen Werke heißen. Eine Herausforderung: Für ein Triptychon, dessen erster Teil bereits fertig ist und das er bis März abgeschlossen haben will, entschloss sich Ihle, im Stil des von ihm bewunderten Malers Gustav Klimt zu malen – obwohl dessen Maltechnik ganz anders ist als seine persönliche. Dazu gehöre natürlich auch, Klimts Provokationen zum Beispiel der stets vorhandenen Erotik auf die Gegenwart zu übertragen – nicht nur seine Farben oder Motive und das goldene Leuchten des Lichts in Klimts Werken. Gerade weil Klimts Bilder so bekannt sind, habe er sich lange vorbereiten müssen, um das Thema seiner „Madonna“ mit den Augen Klimts zu sehen. So hat Ihles „Klimt-Madonna“ trotz der Kleidung in den klassischen Farben Blau und Rot einen Ausschnitt bis unter den Bauchnabel.

„Meine Madonna wirkt anders als bei Klimt“, sagt Ihle. Die Weiblichkeit Marias und ihre Schönheit als Frau habe er thematisieren wollen. In den Tränen, die aus den Augen der schönen Frau rinnen, spiegelt sich aber Trauer um den Zugang zur eigenen Seele, den viele Menschen verloren haben. Ein anderes Werk, „Circle of Life“, werde sich an Paul Gauguins Spätwerk „Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?“ orientieren. Dieses größte Gemälde Gauguins entstand 1898 nach dem Tod seiner Tochter Aline.

Das Projekt "Eternity" will ein spirituelles Erlebnis anbieten

„Wer die eigene Seele einmal gesehen hat, wird nichts mehr machen, womit er anderen etwas Böses tut“, davon ist Wolfgang Ihle überzeugt. Deshalb sei es das Ziel seiner geplanten Ausstellung, den Besuchern die Möglichkeit zu eigenen spirituellen Erfahrungen zu geben. Die Welt solle damit ein bisschen heller und freundlicher werden, so der Künstler. Deshalb soll die Ausstellung auch in Museen weltweit auf Tour gehen.

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