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Edition

13.05.2015

Ulm! Münster! Party!

Die Welt feiert das Münster: „125“ von Wokasoma.

Florian Schröder alias Wokasoma wirft einen frechen Blick auf das Turmjubiläum. Vom Erlös soll auch das Bauwerk profitieren

Bis Florian Schröder und das Münster Freunde wurden, hat es zumindest zwei Anläufe gebraucht. Als er mit einer Freundin erstmals den Turm erklimmen wollte, machte er auf halben Weg halt. In den engen Treppenaufstiegen habe er damals Platzangst bekommen, erzählt der heute 35-Jährige. Inzwischen hat der Künstler natürlich längst die Aussicht von oben genossen – und widmet dem Münster zum 125. Geburtstag seines Hauptturms eine Siebdruck-Edition: Unter dem Titel „125“ gibt es drei verschiedene Versionen eines Motivs, das in bisweilen zum Ulm-Pathos neigenden Jubiläumsfeierlichkeiten einen frechen Akzent setzt.

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Es war auch kaum etwas anderes zu erwarten: Unter dem Namen „Wokasoma“ macht der sonst in der Werbebranche tätige Schröder Druckgrafik, die an die Pop-Art-Serienfertigung von Andy Warhol anknüpft und jede Menge Bezüge auf Popkultur und Street-Art mitbringt. Typisches Erkennungszeichen seiner jüngeren Arbeiten sind die dicke Brille und der Schnurrbart der Figuren. Eben diese Merkmale finden sich auf den „125“-Drucken wieder. Zu sehen ist eine Weltkugel, die das Münsterjubiläum feiert: mit einer Partytröte im Mund und einem Münstermodell als Partyhütchen. „Ich hatte mir die Aufgabe gesetzt, etwas zu machen, das nicht erdrückend sakral ist“, sagt Schröder, der eigentlich aus Heroldstatt (Alb-Donau-Kreis) kommt. „Ich wollte das Münster als ein Symbol für Heimat und nicht für Glauben zeigen. Wenn man das Bild sieht, soll man einfach denken: yeah, Ulm.“

Gar keine so leichte Aufgabe: Fünf Entwürfe habe er verworfen, bis er das jetzige Motiv gefunden hatte. Und damit es auch wirklich „100 Prozent Ulm“ sei, habe er noch das schwarz-weiße Stadtwappen und den Ulmer Spatz neben das Münster gesetzt. Das Kirchengebäude selbst übernahm der Künstler aus einer historischen Vorlage: einer Lithografie, die der bekannte Druckgrafiker Gottlob Theuerkauf (1833-1911) im Jahr 1890 anfertigte. Schröder fand sie in einem bayerischen Antiquariat.

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Drei verschiedene Versionen gibt es von dem Wokasoma-Druck: „klassisch“ (wie auf dem Foto) sowie in Gold/Silber und Pink/Mintgrün. Insgesamt sind 125 Blätter zum Preis von je 125 Euro in den Verkauf gegangen – zehn Prozent des Erlöses gehen an den Münsterverein und damit in den Erhalt des Gotteshauses. Erhältlich ist „125“ im Stadthaus und bei der Galerie Tobias Schrade, aus der auch die Idee für die Edition kam.

Präsentation am Samstag in der Galerie Tobias Schrade

In den Galerieräumen im Fischerviertel wird „125“ am Samstag, 16. Mai, um 20 Uhr der Öffentlichkeit mit einer kleinen Party präsentiert. Dort gibt es dann nicht nur die Drucke zu sehen, sondern auch Kurzfilme und Musikvideos von Schröder, der auch Sänger der Gruppe Opus Leopard ist. Eine besondere Vorschau soll es dann auch geben, denn Schröder hat ein neues „Schwör-Shirt“ kreiert. Auch darauf ist die Erdkugel mit Münsterhütchen zu sehen. Nur diesmal erhebt die Welt die Hand zum Schwur. (mgo)

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