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Ulm
23.08.2020

Was ein 300 Jahre alter Ulmer Passierschein über Zeiten von Pest und Seuchen verrät

Dieses Dokument musste der Ulmer Händler Matthaeus Neubronner auf seiner Reise mit sich führen.
Foto: Dagmar Hub

Plus Stadtrat Hans-Walter Roth aus Ulm hat ein Dokument aus dem Jahr 1722 ersteigert. Der Sanitätspass ist nicht nur wegen des Bezugs zur Corona-Gegenwart spannend.

Die Sprache ist Latein, manch eine Formulierung kommt auch in der Übersetzung etwas antiquiert daher. Sonst aber fühlte sich der Ulmer Stadtrat Hans-Walter Roth sehr in der Gegenwart der Corona-Epidemie, als er über das Online-Angebot eines in der Nähe von Venedig ansässigen Antiquitätenhändlers auf ein Gesundheitszeugnis aus Ulm aus dem September 1722 stieß.

Dem Ulmer Kaufmann Matthaeus Neubronner, so hieß es in der Beschreibung, würde darin bestätigt, dass er weder „von der Seuche“ noch der Pest angesteckt sei, sodass er mit seiner Ware auf festgesetzter Route nach Italien reisen konnte.

Ulm: Sanitätspass für Händler in Zeiten von Pest und Seuchen

Inzwischen hat Hans-Walter Roth das ersteigerte Dokument in der Hand. Manche der lateinischen Spezialbegriffe stellten auch den historisch sehr interessierten Augenarzt vor Probleme, darum wandte er sich ans Stadtarchiv. Roth ließ den Text des Sanitätspasses mittlerweile komplett übersetzen und weiß, dass Neubronner drei Ballen glanzveredelten weißen Barchents erworben hatte. Ulm war für die hohe Qualität des in der Stadt hergestellten Barchent-Gewebes weltberühmt. Das in Ulm hergestellte Mischgewebe aus Baumwolle und Leinen hatte wegen seiner Qualität den Wert baren Gelds.

Die Ballen waren vertragsgemäß 40 Tage lang in Quarantäne aufbewahrt worden. Andernfalls hätte der Kunde die Ware nicht abgenommen. Dieser Umstand der Quarantäne der Waren war an den Grenzen nachzuweisen und Neubronner durfte ausschließlich auf einer vorher festgesetzten Strecke reisen – über Kempten und über das habsburgische Bozen und Verona, das unter der Herrschaft Venedigs stand. Neubronners Ziel dürfte Venedig gewesen sein. Zugleich geht das Dokument darauf ein, dass der Handel nach den gesetzlichen Steuervorschriften ablaufe.

Ulm hatte wichtige Handelsverbindungen nach Italien

„Offenbar musste Neubronner das Dokument stempeln lassen und am Ziel behielt man es wohl ein“, erklärt Roth. Stadtarchiv-Historikerin Gudrun Litz bestätigt, dass es sich bei dem Dokument um ein Original handelt. Sie erkennt auf der Rückseite des Sanitätspasses neben einem Ulmer Stempel auch zwei Firmenzeichen. Der Sanitätspass ist ein Puzzleteil in der Erforschung der Handelsverbindungen der Reichsstadt Ulm.

Viele Dokumente zu Ulms Handelsverbindungen, zu Kaufleuten und Subunternehmern liegen in Archiven in Italien und der Schweiz, über die ebenfalls Handelswege nach Süden liefen, über Mailand und Turin nach Genua, dem Tor zum Handel mit der Neuen Welt. Einen Ulmer Sanitätspass aus dem Mai 1722 hat das Stadtarchiv bereits, ausgestellt auf den Tuchhändler Ludwig Bürglen. Ulm sei damals pestfrei gewesen, weiß Gudrun Litz. Aber als beispielsweise 1713 die Pest in Wien wütete, wollte die Stadt Ulm ihre Kaufleute nicht reisen lassen. 1722 war die Pest in Marseille auf ihrem Höhepunkt – und die Angst vor Ansteckung steckte tief in den Menschen.

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