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Ulm

11.07.2019

Ulmer Volksfest: Höher, schneller und länger

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Das Riesenrad Colossus der Firma Göbel ist in diesem Jahr zu Gast. In 35 Metern Höhe bietet sich ein herausragender Ausblick auf die ganze Stadt. Im Vordergrund: die „Spaßfabrik“.

Das Ulmer Volksfest dauert erstmals sechs Tage länger als üblich. Die Veranstalter sehen die Zusatztage als Garant für die Zukunftsfähigkeit der letzten Kirmes der Region. Bier ist billiger als auf der Wiesn.

Dosenwerfen war einmal. „Volksfeste werden immer aufwendiger“, sagt Oliver Fischer, einer von zwei Geschäftsführern der Neu-Ulmer Firma VMV, die seit Jahren das Ulmer Volksfest veranstaltet. Ein zunehmend gesättigtes Publikum verlange immer mehr Extreme. Und so kosten Fahrgeschäfte wie „Artistico“, die mit 47 Metern Höhe größte transportable Schaukel der Welt, die auf vielen Sattelschleppern angekarrt werden müssen, Millionenbeträge. Der Betreiber überlege sich dreimal, wo er das 150-Tonnen-Monstrum aufbaut. Je länger ein Volksfest dauere, umso größer seien die Chancen, die begehrten Mega-Fahrgeschäfte wie „Artistico“ an Land zu ziehen.

Durch die Verlängerung des Ulmer Volksfests, das nun erstmals 17 Tage andauert – sechs mehr als bisher –, sieht Fischer die Großveranstaltung nun durch ein Mehr an Qualität für die Zukunft gut gerüstet. Möglich wurde die Verlängerung, weil es, wie berichtet, das „Französische Dorf“ nicht mehr gibt.

Volksfest setzt auf Almhütten

Fischer und sein Co-Geschäftsführer Michael Steinmüller rechnen mit 400000 Besuchern, die von Freitag, 12. Juli, bis einschließlich Sonntag, 28. Juli, in die Au zu insgesamt 85 Schaustellerbetrieben strömen. Auf Bierzelte verzichten die Veranstalter ganz bewusst. „Wir wollen keinen Ballermann“, sagt Steinmüller. Und Bierzelt-Feste gebe es in der Region ohnehin genug. Im Gastro-Konzept der „Almdörfer“ sieht Fischer ein Alleinstellungsmerkmal des Volksfests. Deswegen gebe es dieses Jahr auch drei statt nur einen dieser rustikalen Freiluftbetriebe. Neben den bekannten Almhüttendörfern des Stuttgarter Wirts Enrico Becker gibt es noch eine Augsburger Variante: Heino Steinkers Almdorf. Aber egal, ob der Wirt aus Stuttgart oder Augsburg kommt, das Bier stammt aus Ulm. Die Maß Gold Ochsen kostet dieses Jahr bei Steinkers acht Euro.

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Zum Vergleich: Der Liter Bier kostet auf dem Oktoberfest dieses Jahr zwischen 10,80 und 11,80 Euro. Im vergangenen Jahr rannen 120 Hektoliter, also 12000 Maß Bier die Kehlen herunter, wie Bernd Raschberger, der Gold-Ochsen-Betriebsleiter, sagt. Dieses Jahr würden es allein durch die Verlängerung mehr. Auffällig sei beim Ulmer Volksfest, dass sich die Menge der ausgeschenkten alkoholischen und antialkoholischen Getränke die Waage halten würde. Oft werde bei Volksfesten mehr Bier als Bluna getrunken. Fischer wertet dies als Indiz für die Familienfreundlichkeit der Kirmes in der Ulmer Au. Mit Randale von Betrunkenen habe man seit Jahren keine Probleme mehr.

Die spektakulärsten neuen Fahrgeschäfte auf dem Ulmer Volksfest

Die spektakulärsten neuen Fahrgeschäfte sind neben der Riesenschaukel „Artistico“ das Karussell „Mr. Gravity“. Dieses katapultiert Menschen bei fünffacher Erdbeschleunigung in 20 Meter Höhe und gilt als eines der schnellsten Fahrgeschäfte überhaupt, so Fischer. Erstmals dabei ist ein Fahrsimulator namens „Movie Ride“, der verschiedene Simulations-Programme bietet. Etwas ruhiger geht es in den „Laufgeschäften“ zu: In der dreistöckigen „Spaßfabrik“ gibt es „Erlebnisräume“ – etwa mit abstürzenden Aufzügen. Oder ganz klassisch ein Spiegellabyrinth in der „Time Factory“ bis hin zum neuen Gruselkabinett „Ghost-Adventure“ im Dschungel-Design.

Die Volksfestbesucher wollten nicht nur immer spektakulärere Fahrgeschäfte, sondern auch der Anspruch für die Gastronomie steige. Und so gebe es dieses Jahr erstmals betont vegetarische Angebote, einen speziellen Fisch-Stand im Piratenlook, den Ein-Meter-Crêpes in 30 Varianten oder eine Schokoladenfabrik.

Neuerungen gibt es auch bei den Rahmenveranstaltungen: Das traditionell am Schwörwochenende stattfindende Ballonglühen findet jetzt am Freitag, 26. Juli, statt. Familien mit Kindern können sich jeweils am Mittwoch über ermäßigte Preise freuen. Neu ist auch eine Orientalische Nacht (Montag, 15. Juli) und eine Musik-Lasershow (Dienstag, 16. Juli).

Das Volksfest geht von Freitag, 12. Juli, bis einschließlich Sonntag, 28. Juli.

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