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Weißenhorn

17.06.2019

Umjubelte Schlager-Revue: Die Hits regnen wie Konfetti

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3 Bilder
Annika Schießl (im roten Kleid) wurde bei der Schlager-Revue „Eine Reise in den Süden“ in der Weißenhorner Fuggerhalle vom Publikum gefeiert – und das vollkommen verdient.
Bild: Angela Häusler

„Eine Reise in den Süden“ feiert eine umjubelte Premiere – und bietet genau das, was den Erfolg deutscher Schlagerfilme in den 50ern und 60ern ausgemacht hat.

Schon Monate im Voraus waren die beiden Vorstellungen ausverkauft: Jetzt feierte die Schlager-Revue „Eine Reise in den Süden“ in Weißenhorn eine umjubelte Premiere. Nicht nur Oldie-Fans kamen in der brillanten Show in der Fuggerhalle voll auf ihre Kosten.

Eine schwungvolle Band, glänzende Stimmen, ein bisschen Krimi, ein bisschen Verwechslungskomödie, eine Liebschaft und sogar ein singender Mann in Frauenkleidern: „Eine Reise in den Süden“ bot ziemlich genau das, was den Erfolg deutscher Schlagerfilme der 50er- und 60er-Jahre ausgemacht hat. Dazu nämlich gehörte stets eine unkomplizierte Rahmenhandlung, in die möglichst viele, möglichst unterschiedliche und möglichst erfolgreiche Musikstücke eingepasst werden können. Und so regneten in der Fuggerhalle die Hits von der Bühne herab wie glitzerndes Konfetti aus einer Partykanone.

Schlager-Revue "Eine Reise in den Süden" begeistert das Publikum in Weißenhorn

„Zwei kleine Italiener“, „Junge Leute brauchen Liebe“, „Sag mir Quando“ oder „Venga, Venga Musica“ – was Gassenhauer aus den Fifties betrifft, konnte Stück-Initiator und Arrangeur Thomas Sälzle aus dem Vollen schöpfen: Material gibt es da schließlich zuhauf. Dass dieses Potenzial im 21. Jahrhundert mitnichten brachliegen muss, zeigte sich in der gut 90-minütigen, selbst geschriebenen Revue schnell.

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Im Falle der „Reise in den Süden“ stand ein geplanter Diamantendiebstahl im Zentrum der Handlung, den zwei britische Detektive und Pleitegeier (Jamie Dwayne Knoblauch und Sebastian Swoboda) verhindern sollten. Beide sind routinierte Sänger und brillierten bereits bei ihrer ersten Nummer, „Weit, weit weg“, bekannt durch Bill Ramsey und Chris Howland. Ein Knaller auch das Erscheinen der Sekretärin Elfriede alias Kathrin Sälzle, die „Aber nachts in der Bar“ mit vollem Körpereinsatz schmetterte.

Annika Schießl wird für ihre Auftritte vom Publikum in der Fuggerhalle gefeiert

Nicht fehlen darf in der Figurenkonstellation ein schusseliger, dafür aber wohlklingender Inspektor, verkörpert von Alexander Kussmaul. Vom Publikum gefeiert – und das ebenso verdient – wurde Annika Schießl, die als blonder Show-Star Dolores ebenso strahlte wie als frisch Verliebte. Das zweite Starlet, Marina di Frutti, gespielt von Corinna Kuttner, und Tanztruppen-Chefin Mimi (Ilona Jehle) punkteten durch mitreißende Auftritte. Dafür bot schließlich der Ort des Geschehens, eine Show-Bar in San Remo, reichlich Gelegenheit.

Vollen Einsatz zeigte auch die achtköpfige „Swing ‘n‘ Jazz Combo“, gebildet von erfahrenen Musikern aus der Region, die über den ganzen Abend hinweg lustvoll unvergessene Hits aneinanderreihten.

Viele Sponsoren haben das Team der Schlager-Revue unterstützt

Zur Freude des Publikums, das zum Teil aus bereits eingefleischten Fans des ehrenamtlich agierenden „Traum-Revue-Ensembles“ bestand. Und das, obwohl diese eigens für das Stück zusammengestellte Truppe erst auf eine einzige Produktion, „Ganz Paris träumt“ aus dem Jahr 2016, zurückblickt. Die entpuppte sich allerdings als durchschlagender Publikumserfolg, und mit den damaligen Auftritten hat sich das Ensemble einen beachtlichen Stamm an Bewunderern gesichert, der sich auch die aktuelle Show keinesfalls entgehen lassen wollte.

Mitgewirkt haben an dem Erfolg des von reinem Idealismus getragenen Abends zahlreiche Unterstützer im Hintergrund, sowohl die Backstage-Crew als auch Sponsoren aus Weißenhorn und Region. Dazu kommen noch die privaten Geldspender, die sich über die Internetplattform „Startnext“ an der Finanzierung dieses Projekts beteiligt haben. Immerhin galt es, unter anderem die Ausstattung samt über 50 verschiedener Kostüme zu beschaffen. Für diese, allesamt detailverliebt gestalteten Kleider zeichnete sich übrigens Darstellerin und Kostümfachfrau Kathrin Sälzle verantwortlich.

Sicher scheint nach der bejubelten Premiere am Samstag in der Weißenhorner Fuggerhalle, dass diesem Idealisten-Ensemble noch einiges zuzutrauen ist – und es ihm auch künftig an Publikum nicht fehlen dürfte.

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