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Ulm

03.10.2013

Verborgene Talente hinter der Bühne

Ein Hingucker in der Ausstellung: Wendelin Traubs Fotografien sind von hinten beleuchtet - und inszenieren eindrucksvolle nordische Landschaften.

29 Mitarbeiter des Theaters Ulm erweisen sich bei einer neuen Foyer-Ausstellung als Mehrfachbegabungen.

Sie arbeiten beim Theater und stehen üblicherweise doch nicht im Rampenlicht: die Bühnenbidner, Schneider, Requisiteure, Inspizienten und vielen anderen Theater-Künstler, die sich wieder zu einer Kunstausstellung zusammengefunden haben.

Initiiert hatte die Gemeinschaftsausstellung „Künstler hinter den Kulissen“ im Foyer des Ulmer Theaters der im letzten Jahr verstorbene Günther Keil. Der frühere Malersaalvorstand ist mit zwei Malereien vertreten, die von melancholischem Surrealismus durchdrungen sind. In der Nachfolge Keils organisiert nun Arnold McLeod die Ausstellung und ist selbst mit einer Reihe von klein- und kleinstformatigen Ansichten des Walchensees vertreten. In altmeisterlicher Manier gemalt, oftmals der Licht- und Schattenkunst der Romantik verpflichtet, erweisen sich McLeods Malereien als Kleinode. Verkaufen möchte er die Bilder lieber nicht.

Käuflich erwerben kann man in dieser abwechslungsreichen Ausstellung anderes. Und man könnte durchaus schwach werden, etwa bei den kraftvollen Fotografien von Wendelin Traub, die nordische Landschaften zeigen. Oder bei den Malereien von Agnete Winter und Mona Hapke; letztere zeigt eine ganze Serie von ebenfalls kleinformatigen Malereien. Spielend schafft die Bühnenbildnerin schummrig-neblige Landschaften, märchenhaft entrückte Detailansichten und poetischen Realismus mit Hinterhofansichten.

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Kurt Eberhard verneigt sich mit scharfem Karikaturistenstrich vor seinem Chef Andreas von Studnitz, der als „Künstler hinter den Kulissen“ spinnengleich alle Fäden in den Händen hält. Und ein ganz erstaunliches Talent beweisen auch Katharina Kolb mit zauberhaften Glasarbeiten und Ines Demeler mit Bronzeskulpturen von expressionistischer Kraft. Die Kunstausstellung der Theatermitarbeiter wächst ständig – in diesem Jahr sind es 29 Mitwirkende. Sie zeigen 180 Kunstwerke, die Bandbreite reicht von Schmuck über Töpferei bis zu Kleidung, Masken und Objektkunst.

Schöne Idee bei der Eröffnung: Das Bläserensemble der Philharmoniker begrüßte mit Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“, der Schauspiel-Jugendclub stellte „lebende Bilder“ aus Theaterstücken dar. Chef Studnitz sichtlich stolz: „Wie ich immer sage: Hier arbeiten lauter Künstler, die ihr Handwerk verstehen!“

Ausstellung bis 19. November im Theaterfoyer. Zu besichtigen vor den Vorstellungen und in den Pausen.

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