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Benefizaktion

20.05.2019

Viel Chrom, noch mehr Pferdestärken

Zur ersten Super Car Charity in Illertissen haben sich Nobelkarossen aus ganz Süddeutschland eingefunden.
Bild: Regina Langhans

Die Super Car Charity zieht ein paar Tausend Besucher auf den Illertisser Marktplatz

Das Bild vom voll geparkten Illertisser Marktplatz kennt jeder. Doch gestern war das Blechkarossenmeer mit Absperrbändern ganz klar getrennt: auf der Nordseite die abgestellten „normalen“ Autos – und im Süden Marken wie Ferrari, Mercedes oder Lamborghini. Die auf Hochglanz polierten Nobelkarossen fielen von Weitem auf, ihre röhrenden Motoren waren nicht zu überhören. Im Rahmen der sogenannten Super Car Charity konnten Auto-Freaks mit ihnen auf Tuchfühlung gehen.

Und mit etwas Glück eine Rundfahrt nach Altenstadt, Balzheim und zurück gewinnen. Veranstalter ist Henry Böck, 42 Jahre alt, aus Bellenberg. Dies ist nicht seine erste Show dieser Art, die er mit einem Kreis autobegeisterter Freunde aus ganz Deutschland für den guten Zweck unternimmt, jedoch die erste in Illertissen. Der Fabrikant für Tee und Gemüse hat selbst um die acht Autos bei sich zu Hause stehen, die alle bewegt werden müssen, damit sie nicht einrosteten. Böck nennt es „seine Leidenschaft“. Drei hat er für die Schau mitgebracht, darunter den mit Flügeltüren ausgestatteten Mercedes 300 SL AMG, Nachfolger des legendären „Gull Wing“ oder Silberpfeils. Das Original sei heute etwa 1,5 Millionen wert, die moderne Version, eine limitierte Auflage, etwa 300000 Euro, Tendenz steigend. Böck sagt: „Wir wollen Auto-Freaks diese Karossen zeigen und dabei Gutes tun.“ Nicht alle, die an schönen Autos Gefallen haben, können sie sich leisten. Gegen eine freiwillige Spende durften sie an den Ausfahrten teilnehmen, wobei einige Plätze auf dem Beifahrersitz auch über die Verlosung zu ergattern waren. Etwas bedauerlich findet Böck, dass wegen der schlechten Wetterprognosen nicht alle der über 100 angemeldeten Teilnehmer gekommen waren. „Bei Hagel sind schnell mal 2 Millionen Euro kaputt“, sagt er verständnisvoll.

Deswegen seien solche Karossen auch stets Schönwetterautos, sagt Rainer Haas. Der 48-jährige Metallarbeiter hat bei sich in Betlinshausen drei fahrtüchtige Oldtimer, darunter einen Porsche 911 und einen T1-VW-Bus oder Bully stehen, die für Ausflüge herausgeholt werden. Der mit neun Sitzen und den drei Bedienungsknöpfen für Scheibenwischer, Licht und Warnblinker ausgestattete Bus sei bei Hochzeiten in der ganzen Familie begehrt, weiß Hass. Seine Vorliebe für alte und besondere neue Autos erklärt er so: „Es ist die Faszination an der Technik, etwa beim Motor, wobei die Entwicklung in wenigen Jahrzehnten riesige Schritte gemacht hat.“ Den Trend zum fahrerlosen Auto hingegen begeistert ihn wenig: „Das ist etwas anderes, vielleicht freuen sich Berufsfahrer darüber oder junge Leute, die damit aufwachsen.“

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Auch Wolfgang Woosmann aus Dietenheim braucht das persönlich zu steuernde Fahrgefühl. Er hat seinen Lieblingswagen, einen Ferrari SF 430 entdeckt. Er kennt das Fahrzeug und seine Vorzüge bereits: Er beschleunigt von Null auf 320 Stundenkilometer in weniger als 30 Sekunden, so habe ich es in Erinnerung, schwärmt er. Jedenfalls sei es ein irres Gefühl, dabei in den Sitz gedrückt zu werden. Er kenne Autobahnstrecken, auf denen dies erprobt werden könne. Auch der „Sound“ beim Drücken auf den Knopf „Start Control“ – statt den Zündschlüssel umzudrehen – sei unvergleichlich gut. Den Startknopf hat auch Armin Lellecks Lamborghini Huracan Performante und der Ravensburger führt auch gleich vor, wie sich seine Autotüre ohne Schlüssel über ein Chipsystem öffnet. Er nimmt an Super Car Charitys im Umkreis von 300 Kilometern teil: „Zugunsten von Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, wie er betont.

Eine Bildergalerie zur Super Car Charity finden Sie online unter nuz.de

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