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Pfaffenhofen

09.04.2019

Vivid Curls: Heimat, Liebe und Familie ohne Schlagerklischees

Überzeugten als harmonisches Duo Vivid Curls mit Irene Schindele (links) und Inka Kuchler auf der Bühne des „Fiddler’s Green“ in Pfaffenhofen.
Bild: Andreas Brücken

Das Duo Vivid Curls aus dem Allgäu präsentiert sich im Fiddler’s Green in Pfaffenhofen politisch, humorvoll und erfrischend menschlich.

Wer den Bandnamen Vivid Curls verstehen will, braucht des Englischem nicht besonders mächtig zu sein. Um zu verstehen, dass er für „lebhafte Locken“ steht, genügt es, Irene Schindele und Inka Kuchler auf der Bühne zu erleben. Nicht nur die Haarpracht der beiden Sängerinnen und Songwriterinnen ist lebhaft. Ihre Texte sind durchweg lebensbejahende Botschaften. Dem angemessen war die Stimmung im gut besuchten Fiddler’s Green vor rund 80 Besuchern am Sonntag mehr besinnlich als ausgelassen.

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Dass die Musikerinnen aus dem Allgäu neben Englisch und Hochdeutsch meistens in ihrem Dialekt über Heimat, Liebe und Familie singen, macht das Duo glaubhaft. Doch vom Schlagergenre sind die beiden weit entfernt. Vielmehr beziehen Schindele und Kuchler in ihren Songs immer wieder Stellung zu aktuellen Themen. Zum Beispiel für die Bewegung Fridays for Future, bei der Schüler dem Unterricht fernbleiben, um ein Zeichen gegen den Klimawandel zu setzten. Für die Jugendlichen hätten die beiden Musikerinnen großes Verständnis: „Es ist schon 20 Jahre her, dass ich als Teenager angefangen habe, Angst um die Zukunft zu haben“, sagt Schindele und zeigt sich solidarisch mit den streikenden Jugendlichen: „Der Regelbruch ist notwendig, um auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen.“ Musikalisch gibt das Mittvierziger-Duo der Jugendprotestbewegung diese Zeilen auf den Weg: „Ihr seid mächtig, wenn ihr zusammensteht – zeigt auf, dass es ums große Ganze geht.“

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Vivid Curls kommen im Fiddler's Green in Pfaffenhofen gut an

Nicht nur nachdenkliche Töne, sondern auch heitere Anekdoten bekamen die Besucher zu hören. Etwa, als Inka Kuchler von ihren ersten Versuchen am Klavier erzählte: „Ich wollte saubere Akkorde legen und Lieder komponieren“, erzählt die Musikerin. Doch schon nach der ersten Unterrichtsstunde sei ihr Talent von der Musiklehrerin vernichtend kritisiert worden. „Es hat dann aber doch noch ohne Unterricht mit dem Klavierspielen geklappt, erzählt Kuchler. Den Beweis bleiben die beiden ihrem Publikum jedoch mangels Klavier schuldig. „Wenn ihr hören wollt, wie es klingt, müsst ihr euch das aktuelle Album kaufen“, lautet die geschäftstüchtige Aufforderung. „Eine Welt“ heißt die jüngste Veröffentlichung der Vivid Curls. Insgesamt neun Alben hat das Duo bereits herausgebracht.

Doch auch nach so vielen Jahren und ausgiebiger Bühnenroutine stolpern die „Lebhaften Locken“ bisweilen über eine Panne und müssen einen Song gleich dreimal anstimmen, bis sie ihren eigenen Text wieder finden. Doch so einen Patzer nehmen die beiden Allgäuerinneen ganz unverkrampft hin und ihr Publikum verzeiht es wohlwollend. Schließlich sind es genau diese menschlichen Schwächen und Stärken, die den Charme der Beiden Musikerinnen ausmacht.

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