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Wirtschaft

19.10.2018

Voller Optimismus in die Zukunft

Bei der Jubiläumsfeier der Innovationsregion Ulm wurde rege diskutiert: (von links) Ulms OB Gunter Czisch (Ulm), Heiner Scheffold, Landrat des Alb-Donau-Kreises, Moderator Marc Herrmann, Neu-Ulms Landrat Thorsten Freudenberger und IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle.
Bild: Gerrit-R. Ranft

Die Innovationsregion Ulm feiert den Großraum als „Spitze im Süden“ – und blickt auf digitale Möglichkeiten

Zu Wochenbeginn erst hatte das Weltwirtschaftsforum Deutschland zum Innovationsweltmeister erklärt. Am vergangenen Mittwochabend blies die Innovationsregion Ulm auf ihrer Jubiläumsfeier ins selbe Horn: Nach zwanzig Jahren sei tatsächlich erreicht worden, dass der Großraum um Ulm die „Spitze im Süden“ behaupte und der Rest der Republik bewundernd auf sie schaue.

Als derzeitiger Vorstandsvorsitzender der 1988 von 13 Erstmitgliedern gegründeten Innovationsregion „Spitze im Süden“ hob Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch schon im Grußwort mit dem Lobgesang an. „Man muss hoch hinaus, um weit zu blicken“, trug er den gut 150 abendlichen Gästen im Wileyclub vor. Das sei eine enorme Aufbruchstimmung gewesen unter den „Vorreitern der heutigen guten Zusammenarbeit“, als sich vor zwanzig Jahren die umliegenden Landkreise, Kommunen, Unternehmen und Hochschulen zusammengefunden hätten. Es sei darum gegangen, im kleinen Kreis Erdachtes im weiten Umland gemeinsam in die Praxis umzusetzen – „immer auch nach Bayern hinein“. Nun komme es drauf an, diesen Anspruch auch in Zukunft zu erfüllen. „In Zeiten, die sich wie heute rasend schnell ändern, müssen sich alle anstrengen“, sagte Czisch. Die Innovationsregion aber bleibe weiterhin eine Kommunikationsplattform, die nicht selbst produziere.

In einem halbstündigen Podiumsgespräch befragte Radiosprecher Marc Herrmann die Vorstandsmitglieder, unter denen Neu-Ulms OB Gerold Noerenberg wegen einer Bürgerversammlung fehlte, nach ihrer Befindlichkeit im Jahr 2038, weiteren zwanzig Jahren also nach der Gründung. Es erwies sich, dass sie allesamt voller Optimismus in die Zukunft blicken: Neu-Ulms Landrat Thorsten Freudenberger fand, die Gründungsmitglieder hätten zu Beginn schon die richtigen Zeichen gesetzt. In zwanzig Jahren werde die Region total vernetzt sein, neue Geschäftsmodelle entwickeln, aber auch schon mal Wege gehen müssen, die nicht sicher sind. Er sehe aber auch, „dass wir weiterhin wohnen werden wie bisher mit etwas Kunst im Haus und viel Althergebrachtem“. Und der Umgang miteinander werde wieder verträglicher.

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So ähnlich äußerste sich auch OB Czisch, der die traditionelle Technik für weiterhin wichtig erachtete, aber auch die künftigen Kommunikationsmöglichkeiten nutzen wollte. Zugleich aber würden zwischenmenschliche Beziehungen wieder aufleben. Ihm sei wichtig mit Blick auf die kommenden Roboter, „dass ich selbst entscheide und bestimme, was ich tun möchte“.

Heiner Scheffold als Landrat des Alb-Donau-Kreises nannte die Voraussetzungen für das Wachstum der Region „hervorragend“. Die Innovationsregion werde auch im Jahr 2038 „prima dastehen“. Er selbst werde sicher die verfügbaren digitalen Steuerungssysteme im eigenen Haushalt nutzen, die heimische Atmosphäre aber weiterhin analog betreiben. IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle, der im Jahr 2038 nach eigenen Angaben 92 Jahre alt sein wird, ist überzeugt, dass bis dahin die Schnellbahnstrecke von Stuttgart über Ulm nach München ihren vollen Betrieb aufgenommen hat. Die Nutzung des Smartphones, das heute ein „massives Problem“ darstelle, werde dann gebändigt sein.

Zukunftsforscher Max Hergt aus Leipzig führte in einem Vortrag aus, wie sich Digitalisierung auf die Unternehmen auswirkt und welche Möglichkeiten sie ihnen bietet. „Zukunft passiert nicht einfach“, sagte Hergt, „sie wird gemacht.“ Sie werde aber geprägt von sich ständig steigernden Datenmengen, der zugehörigen Software und dem Menschen, der zwischen allem stehe.

Hergt listete auf, was da alles auf die Menschheit zukomme: Autonomes Fahren sowieso, auch in der Luft, Züge mit Schallgeschwindigkeit in großen Röhren, interplanetares Reisen, und der Thermomix macht in der Haushaltsküche Menüvorschläge. Der Spiegel im Bad sage dem Nutzer, wie krank er sei. Körperorgane würden nicht mehr ausgetauscht, sondern gedruckt und eingesetzt. Mensch und Maschine würden spätestens im Jahr 2038 einen mehr oder weniger gemeinsamen Organismus bilden, nicht mehr nur eine Schnittstelle wie heute. Saudi-Arabien halte sich bereits einen Roboter, mit dem Gespräche geführt würden, wie Hergt in einem Video vorführte. „Wir müssen dem Menschen neues Denken beibringen, denn Innovation ist nur möglich mit anderem Denken als dem von heute.“

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