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Immobilie

12.10.2017

Was geschieht mit dem Gasthof Adler?

Der ehemalige Gasthof Adler in Unterelchingen steht leer. Das historische Gebäude bietet derzeit einen trostlosen Anblick.
Bild: Andreas Brücken

Seit dem die Flüchtlinge das Quartier an der Badergasse verlassen haben, steht das Wirtshaus leer

Bis zu 60 Menschen lebten zum Scheitelpunkt der Flüchtlingswelle im Gasthof Adler an der Unterelchinger Badergasse. Mittlererweile ist die Unterkunft geschlossen, das Haus steht seit vielen Monaten leer. Hinter vorgehaltener Hand wird erzählt, dass im Hintergebäude des Lokals wieder Gästezimmer eingerichtet werden sollen. Gerüchte, an denen sich Bürgermeister Joachim Eisenkolb jedoch nicht beteiligen möchte.

Auf Nachfrage unserer Zeitung sagt der Rathauschef, dass derzeit keine Bauanträge bei der Gemeinde vorliegen würden, die auf eine Veränderung im Adler hindeuten. Der Bürgermeister würde das Haus wieder gerne genutzt sehen: „Wir machen uns Sorgen um ein historisches Gebäude, das im Ortkern steht.“ Deshalb habe er dem Investor auch schon Hilfe angeboten. Dieser wolle die Unterstützung jedoch nicht in Anspruch nehmen, berichtet Eisenkolb. Ein Verkauf der Immobilie durch den derzeitigen Eigentümer stehe derzeit nicht zur Debatte, berichtet der Rathauschef weiter. Einen Einfluss auf die Situation des ehemaligen Gasthofes habe auch er als Bürgermeister nicht. „Als Privatperson kann der Besitzer seine Immobilien nutzen oder auch nicht – so lange keine Gefahr für die Öffentlichkeit besteht“, sagt der Bürgermeister.

Ein Teil der ehemaligen Bewohner des Gasthofs Adler ist nach dem Abflauen der Flüchtlingswelle im Dammweg und in einer Einrichtung der Stadt Weißenhorn untergebracht worden. „Es ist ruhiger geworden“, bestätigt Matthilde Hucker vom Helferkreis. Nach der Erstversorgung der Neuankömmlinge stehe die Integration an. Die durch Spenden aus der Elchinger Bevölkerung eingerichtete Kleiderkammer im ehemaligen evangelischen Gemeindezentrum habe sich zu einem Treffpunkt für alle Hilfesuchenden entwickelt, berichtet Hucker. Diese werde nicht nur von Flüchtlingen genutzt. Jeder fünfte Besucher stamme aus der eingesessenen Bevölkerung.

In der Einrichtung am Fackelberg sind nicht nur Jacken, Hosen oder Schuhe für eine Spende zu haben. Auch eine Hausaufgabenbetreuung und ein Beratungsbüro für die Flüchtlinge hätten sich dort etabliert, sagt Hucker. Hier kümmern sich Ehrenamtliche um die bürokratischen Hürden, die von den Asylbewerber bewältigt werden mussen.

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